Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser. weitere Infos OK
Nachricht

28. April 2016: Gesundheitsschutz-Welttag zum Thema 'Stress' - mit Checkliste

Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2016

Letztes Jahr ging es um die Schaffung einer Präventionskultur, 2016 steht der "Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz" am 28. April unter dem Motto "Workplace stress - a collective challenge". Der Schwerpunkt liegt 2016 also auf den psychischen Fehlbelastungen durch Stress und Druck.

Etwa 2 Millionen Menschen sterben weltweit jährlich an einer Berufskrankheit, 321.000 kommen bei einem Arbeitsunfall ums Leben, 317 Millionen Berufsunfälle gibt es, 160 Millionen nicht tödliche Berufskrankheiten werden registriert. Diese Zahlen sind ein guter Grund für die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), jedes Jahr am 28. April mit dem Aktionstag für mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu sensibilisieren und dazu anzuregen, über den Zustand im eigenen Betrieb nachzudenken.

Warum das Thema "Stress"? Ganz einfach: Stress kann zu psychischen Fehlbelastungen führen und diese wiederum zu psychischen Erkrankungen, die sich in Deutschland auf dem Vormarsch befinden. Nach Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) und Atemwegserkrankungen waren im Jahr 2015 die psychischen Erkrankungen laut Zahlen der DAK  der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen.


Übrigens: Laden Sie sich über den Link die kostenlose Checkliste herunter: Stellen Sie Ihr Arbeitsschutzsystem auf den Prüfstand! Was Sie bei der Organisation von Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz im Betrieb beachten sollten.


Von Langeweile bis Gewalt - Stress hat viele Ursachen

Stress muss nicht immer durch Zeitmangel oder hohe Arbeitsdichte ausgelöst werden; monotone Tätigkeiten verursachen diese psychische Belastung ebenfalls. Selbst wer sich auf der Arbeit langweilt, gerät in die Stressfalle: Auch ein Boreout wird durch Stress verursacht. Wenn der Job nicht zum Beschäftigten passt, besteht ebenfalls akute Stress-Gefahr, sowohl durch Unter- als auch durch Überforderung!

Auch besondere Situationen können Stressauslöser sein. Man denke zum Beispiel an Umstrukturierungen, die auf Beschäftigte oft wie "die Reise nach Jerusalem" wirken: Wer darf seinen Job behalten, wer nicht? Zu solchen Besonderheiten gehören auch traumatische Erlebnisse, wie Überfälle und Gewalt durch Kunden, Patienten, Klienten ... Übergriffe sind stressrelevant und können Posttraumatische Belastungsstörungen als Folge haben. Viele Pendler und Dienstreisende stehen ebenfalls unter Stress, besonders die, die weite Strecken mit dem Auto zurücklegen.


Moderne Arbeitswelt - moderne Stressoren

Neben diesen "klassischen" Stressfaktoren bringen moderne Techniken in unserer modernen Arbeitswelt neue belastende Aspekte mit sich. Die ständige Erreichbarkeit auf allen Kanälen geht vielen Beschäftigten an die Substanz. Die Kollaboration mit Robotern oder die Nutzung neuer Arbeitsmittel, wie etwa Datenbrillen, können, wenn sie unvorsichtig umgesetzt werden, ebenfalls ziemlich stressig sein. Außerdem werden Arbeitsabläufe schneller, flexibler, globaler und vor allem digital. Wandel und Änderung gehen schnell vonstatten und überfordern so manchen Beschäftigten. Digitaler Arbeitsschutz=digitaler Gesundheitsschutz.


Den einen stresst's, der andere bleibt cool

Das Stressempfinden von Menschen ist individuell - was den einen in Stress versetzt, lässt den anderen kalt. In der Gefährdungsbeurteilung muss der Bereich der psychischen Belastungen aber immer betrachtet werden - nicht personenbezogen, sondern tätigkeitsbezogen. Dazu zählt auch der Aspekt der altersgerechten Arbeitsplätze, denn kommt ein älterer Beschäftigter "nicht mehr mit" mit den Entwicklungen, die sich an seinem Arbeitsplatz vollziehen, kann er in Stress geraten.

Natürlich ist Stress bis zu einem gewissen Grad notwendig, er ist Ansporn und Motivation. Doch wird aus Druck Stress und aus Stress Fehlbelastung, wird aus einem gesunden ganz schnell ein (langzeit-)kranker Mitarbeiter.