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Eierstockkrebs als Berufskrankheit durch Asbest

ÄSVB will BK Nr. 4104 erweitern

Eierstockkrebs soll bald als Berufskrankheit durch Asbest anerkannt werden können. Genauer: Die Berufskrankheit-Nr. 4104 "Lungenkrebs/Kehlkopfkrebs durch Asbest" soll um das Ovarialkarzinom erweitert werden, und zwar

  • „in Verbindung mit Asbeststaublungenerkrankung (Asbestose),
  • in Verbindung mit durch Asbeststaub verursachter Erkrankung der Pleura oder
  • bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Asbestfaserstaub-Dosis am Arbeitsplatz von mindestens 25 Faserjahren → {25 x 106 [(Fasern/m³) x Jahre]}“


Das hat der Ärztliche Sachverständigenbeirat "Berufskrankheiten" (ÄSVB) beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) empfohlen. Die Empfehlung wurde im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) 2/2017 veröffentlicht.

Wenn die oben genannten Voraussetzungen vorliegen, ist eine Anerkennungen eines Ovarialkarzinoms nach Paragraf 9 Abs. SGB VII bereits jetzt „wie eine Berufskrankheit“ (Wie-Berufskrankheit) möglich. Laut BGHM ist zu erwarten, dass der Verordnungsgeber dem Vorschlag folgen wird und bei der nächsten Neufassung der Berufskrankheiten-Liste die bestehende BK-Nr. 4104 um den Eierstockkrebs ergänzt.


Asbestfasern wandern durch den Körper

Der ÄSVB begründet seinen Vorschlag damit, dass eingeatmete Asbestfasern neben der die Lunge schädigenden Wirkung (Asbestose) auch lokal Krebs verursachen können. Zwar werde der größte Teil der Asbestfasern eingeatmet, durch Selbstreinigungsprozesse der Lunge würde ein Großteil der in der Lunge abgelagerten Fasern aber dann in das Magen-Darm-System überführt und von dort aus offenbar zum Teil in die Bauchhöhle. Auch würden ein Transport über die Blutbahn und ein Eindringen der Fasern in die Höhlen des Brust- und Bauchraumes diskutiert.

Aus den bisherigen Studien könne zwar keine exakte Dosis für die Anerkennung als BK bestimmt werden. Der ÄSVB sieht die Datenlage aber als ausreichend an, um für die Anerkennung eines Ovarialkarzinoms als BK durch Asbestexposition dieselben medizinischen und arbeitstechnischen Voraussetzungen zugrundezulegen wie für asbestbedingten Lungenkrebs.