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Sicherheitsorganisation + Sichere Maschinen im Betrieb

Mit Hilfe einer durchdachten Sicherheitsorganisation erfüllen Betriebe nicht nur die Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung zum Schutz ihrer Mitarbeiter. Es werden auch unnötige Kosten vermieden, die als Folge eines Betriebsunfalls auftreten könnten. Dies trifft nicht nur auf große Industriebetriebe zu, in deren Maschinen- und Fertigungshallen es viele mögliche Gefahrenzonen gibt, sondern auch auf mittelständige und kleine Unternehmen. Denn ungesicherte Stolper- und Ausrutschstellen, Stoßkanten oder Geräte mit Verletzungspotenzial kann es bekanntlich selbst in kleinsten Büroräumen geben.

Die Sicherheitsorganisation im Betrieb sollte als Teil der allgemein vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen konzipiert werden und lässt sich in folgende Teilschritte gliedern: Die Gefährdungsanalyse, die Planung und Durchführung vorbeugender Schutzmaßnahmen, die Vorausplanung von Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen für den Ernstfall (bei Arbeitsunfällen oder im Brandfall) sowie eine regelmäßige Sicherheitsüberprüfung aller Einrichtungen und Geräte im Unternehmen.

Gefahren erkennen

Abhängig von der Komplexität der Betriebsprozesse können Gefährdungsbeurteilungen mit Hilfe von grundlegenden Checklisten oder durch professionelle Dienstleister erstellt werden. Für die Analyse von Gefahrenpotenzialen im Betrieb gibt es auch eine große Bandbreite von Messtechnik, über die wir an anderer Stelle bereits berichtet haben (siehe Tandem Magazin Nr. 63).

Unfällen vorbeugen

Je nach Gefahrentyp sollten dann ausreichende und passende Schutzmaßnahmen gewählt und eingerichtet werden. Bei Absturzgefahren, z.B. an Laderampen, Absätzen oder Höhenarbeitsplätzen, sollten Schutzgeländer, Schleusengeländer, Sicherheitsaufstiege oder andere Absturzsicherungen installiert werden. Gegen Stoß- und Kollisionsgefahren bei Lieferverkehr sichern Prallschutzprofile, Anfahrschutz, Rammschutzgeländer, Parkplatzmarkierungen, Rammschutzpoller, Beobachtungsspiegel oder auch elektronische Kollisions-Warnsysteme – z.B. für einen gesicherten Gabelstaplerverkehr. Gegen Rutschunfälle schützen Sicherheits-Stufen und Laufroste sowie Antirutschmatten oder Antirutsch-Bodenbeläge und -Bodenfarben. Natürlich gehören auch alle Formen der Sicherheitsmarkierung und die Sicherheitskennzeichnung zur Sicherheitsorganisation und sind oft auch gesetzlich vorgeschrieben. Erst nach Umsetzung aller organisatorischen und baulichen Schutzmaßnahmen sollte zuletzt noch die notwendige persönliche Schutzausrüstung (PSA) für den Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden.

Maßnahmen für Notfälle

Doch auch der Fall, dass es dennoch zu einem Arbeitsunfall oder einem Notfall (bio- /chemische Kontamination, Brandfall o.Ä.) kommt, muss in der Sicherheitsorganisation berücksichtigt werden. Hierzu gehören alle Maßnahmen zur Brandmeldung, Brandbekämpfung, Sicherung von Rettungswegen (z.B. Notausgangs-Kennzeichnung, Panikriegel an Türen und Notbeleuchtungen). Durchdachte Evakuierungspläne und Notfallmaßnahmen können Menschenleben retten. Besonders bei Gasgefahren sind fest installierte oder tragbare Notsignalsysteme unabdingbar. Natürlich gehören auch alle Erste-Hilfe-Einrichtungen zur Sicherheitsorganisation bei Notfällen. Notduschen und Augenspülungen sollten in allen Bereichen installiert sein, in denen mit gefährlichen Chemikalien gearbeitet werden muss. Verbandskästen müssen gut sichtbar und schnell zugänglich angebracht werden.

Einrichtungen überprüfen

Zuletzt sollten alle Einrichtungen sowie die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz in regelmäßigen Abständen überprüft und ggf. erneuert werden. Auch hierfür ist die Verwendung von Managementsystemen zur Sicherheitsorganisation sehr zu empfehlen. Viele dieser meist auf Software basierenden Verwaltungshilfen ermöglichen die Planung und Kontrolle des gesamten Prozesses von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Notfallorganisation und den Überprüfungsroutinen.

Die Liste sinnvoller Maßnahmen der Sicherheitsorganisation lässt sich sicher immer erweitern. Viele Anregungen hierzu finden Sie in den TANDEM Magazinen oder unserem Online-Produkte- und Lieferantenverzeichnis www.tandem-piazza.de.

Sichere Maschinen

Innerhalb der betrieblichen Sicherheitsorganisation sollte man Maschinen und Geräten aufgrund ihres hohen Gefahrenpotentials besonderes Augenmerk schenken, zumal bei Maschinen zusätzliche Gesetze und Vorschriften zu beachten sind. Die sogenannte „Maschinenverordnung“ (9. ProdSV bzw. 9. GPSGV) ist Teil der allgemeinen Produktsicherheitsverordnung, welche die seit 2010 gültige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG in nationales Recht umsetzt. In der Maschinenverordnung werden vor allem Normen bei der Konstruktion sicherer Maschinen sowie das Inverkehrbringen durch den Hersteller geregelt. Hierin wurde vor allem ein neues Verfahren zur Risikobeurteilung sowie Rangfolge möglicher Schutzmaßnahmen an Maschinen festgelegt. Hersteller müssen demnach ihre Maschinen mit der allgemeinen CE-Kennzeichnung versehen und eine Konformitätserklärung ausstellen.

Für Betriebe sind aber vor allem die Vorschriften bei der Verwendung von Maschinen wichtig, die primär durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt werden. Drei Schritte sind dabei zu beachten:

  1. Auswahl arbeitsschutzgerechter Maschinen unter Berücksichtigung der Bedingungen am Arbeitsplatz, der bestimmungsgemäßen Benutzung der Maschine sowie der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften nach BetrSichV.
  2. Festlegung von Arbeitsschutzmaßnahmen. Hierzu gehören etwa die Anbringung zusätzlicher Schutzgitter, die Installation von Not-Aus-Systemen, die ergonomische Maschinen-Arbeitsplatzgestaltung, die Optimierung von Arbeitsumgebungsbedingungen sowie die Bereitstellung und Verwendungsunterweisung von persönlicher Schutzausrüstung (Schutzbrillen, Schutzkleidung)
  3. Festlegung und Durchführung erforderlicher Prüfungen von Maschinen

Durch die Einhaltung dieser Sicherheitsmaßnahmen können viele schwere Arbeitsunfälle aufgrund von Mängeln oder dem unsachgemäßen Gebrauch von Fertigungsmaschinen und anderen Geräten vermieden werden. Sichere Maschinen sind daher ein Grundpfeiler einer wirksamen Sicherheitsorganisation.

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