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Gesundheit am Arbeitsplatz - Zahlen und Fakten

Prävention ist Top-Thema 2013

Gesundheit bei der Arbeit und Prävention im Arbeitsschutz sind wichtige Themen, deren Beachtung selbstverständlich sein sollte. Würden Gesetze und Vorschriften zu Prävention und Gesundheit konsequent befolgt, könnten zahlreiche Krankheiten und Unfälle verhindert werden. Doch Papier, und damit auch die Regelungen nach dem Arbeitsschutzgesetz sowie Berufsgenossenschaftliche Regeln und sonstige Vorschriften, sind ja bekanntlicherweise geduldig. 


Eins der Themen, die 2013 in der Arbeitsschutz-Welt an Bedeutung gewinnen könnten: Ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – auch in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), ist erstrebenswert. So könnten Unternehmen mit System und Struktur für die Gesundheit ihrer wertvollen Mitarbeiter sorgen, die in Zeiten des Fachkräftemangels schließlich immer wertvoller werden. Doch die Krankheitsstatistiken lassen anderes vermuten.
Nach einem beeindruckenden Tief mit durchschnittlich nur 12,4 Krankheitstagen im Jahr 2006 steigt seitdem der Krankenstand kontinuierlich. Das ist dem BKK Gesundheitsreport zu entnehmen, dessen Erhebung der Daten von 12 Millionen BKK-Versicherten durchaus als repräsentativ für das Geschehen in Deutschland gesehen werden kann. Zwar gilt nach wie vor, dass sich Arbeit auf die Gesundheit positiv auswirkt, denn Arbeitslose weisen mit 27 Arbeitsunfähigkeits-Tagen im Vergleich zu 16 Arbeitsunfähigkeits-Tagen bei Erwerbstätigen einen wesentlich höheren Krankenstand auf, aber wie lange wird das bei den heutigen Arbeitsbedingungen noch so sein?


Die Deutsche Volkswirtschaft verliert laut einer Studie der Felix-Burda-Stiftung jährlich rund 225 Milliarden Euro durch kranke Arbeitnehmer. Dass sich gut durchdachte Prävention lohnt, einen erstaunlichen Return on Investment (ROI) bietet (die Studie geht davon aus, dass sich jeder in Gesundheitsvorsorge investierte Euro mit 5 bis 16 Euro auszahlt) und einen Ausweg aus dem Fachkräftemangel weisen kann, ist schon lange keine Glaubensfrage mehr, sondern erwiesen.


Woran die deutschen Arbeitnehmer kranken, ist gut untersucht. Hier gibt nicht nur der Gesundheitsreport Aufschluss, sondern auch die Fachpresse: Muskel- und Skeletterkrankungen und psychische Störungen sind die häufigsten Krankheitsarten. Kurzum: Deutschland „hat Rücken“ und leidet vermehrt unter psychischen Störungen!

Sind das unvermeidbare Folgen von acht Stunden Büroarbeit im Sitzen, von unregelmäßigen Arbeitszeiten wie etwa Nacht- und Schichtarbeit, von zu großem Arbeitsvolumen und einer modernen, technologisierten Welt, in der immer mehr Informationen auf den Mitarbeiter einprasseln und nur noch höher, schneller, weiter zählt?


Fakt ist: Das Thema Prävention wird in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels immer wichtiger. Arbeitsschutz-Deutschland wandelt sich von einer versorgenden zu einer vorsorgenden Gesellschaft. Schließlich müssen und wollen Arbeitnehmer immer länger fit und leistungsfähig bleiben. Bund, Länder und gesetzliche Krankenversicherungen legen in ihrer Arbeit immer mehr Wert auf Präventionsziele.
Dafür gibt es eigens eingerichtete Aktionen, Projekte, oder Webseiten, die informieren und helfen sollen. Beispiele dafür sind die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern oder die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), die das Gebot des Gesetzgebers zur Zusammenarbeit der Unfall- und Krankenversicherungen umsetzt. Als kürzlich gestartete Aktionen sind „Denk an mich. Dein Rücken.“, das im Herbst 2012 online gegangene Demografieportal der Bundesregierung und das Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) beispielhaft zu nennen.

Im Arbeitsschutz-Portal halten wir Sie zu all diesen Themen auf dem Laufenden. Ist zu hoffen, dass die Aktionen, Webseiten oder Broschüren da ankommen, wo sie ankommen sollen: beim Mitarbeiter auf dem Bau, in Transport und Verkehr, im Büro – eben in der gesamten Arbeitswelt.

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