Nachricht

Kampf den Muskel-Skelett-Erkrankungen und Rückenschmerzen!

Ergonomisch Leben - bei der Arbeit und in der Freizeit

Wer kennt sie nicht: Die Rückenschmerzen, die Verhärtungen in den Schultern, die Verspannungen im Nacken, die unter Umständen zu hämmernden Kopfschmerzen führen …?

Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), Rückenschmerzen und weitere fatale Folgen von Fehlhaltungen sind nach wie vor der Nummer-1-Grund für Arbeitsunfähigkeitstage und Arbeitsausfälle. Ein Milliardenschaden für die deutsche Wirtschaft – oftmals ein langer Leidensweg für den einzelnen Betroffenen. Ergonomie kann Prävention und Gegenmaßnahme sein. Besonders am Arbeitsplatz sind eine ergonomische Ausstattung und gesundheitsfördernde ergonomische Maßnahmen das A und O für ein gesundes (Arbeits-)Leben!


Häufig ist es eine starre Körperhaltung, die MSE auslöst. Jeder Erwachsene sitzt durchschnittlich 11,5 Stunden pro Tag mehr oder weniger still und in einer Position verharrend. Doch nicht nur das Sitzen birgt Gefahren. Auch das lange Stehen, etwa im Einzelhandel oder im Friseurhandwerk, oder das Heben schwerer Lasten im Lager- und Transportbereich können nachhaltige Schäden am menschlichen Körper verursachen.


Der BKK-Gesundheitsreport 2012 und der DAK-Gesundheitsreport 2013 brachten es gerade erst wieder ans Licht: Die Fehltage aufgrund von MSE, allen voran Rückenschmerzen, stehen auf dem traurigen Siegertreppchen der Ursachen ganz oben. Im schlimmsten Fall droht die Berufsunfähigkeit.

Einen unergonomischen Arbeitsplatz spüren Sie aber nicht nur im Kreuz. Die ganzheitlichen Auswirkungen sind vielen gar nicht bewusst. Auch die inneren Organe können betroffen sein. Und chronische Schmerzen belasten die Psyche.



Beispiel Büroarbeit

Nehmen wir als Beispiel den Büromitarbeiter, der den ganzen Tag sitzt. 80.000 Stunden seines Lebens verbringt der Büroangestellte Max Mustermann im Sitzen. Unvorstellbar, oder?


Im Detail sind die Auswirkungen folgende: Die Rückenmuskulatur wird verkürzt, Bauch-, Bein- und Gesäßmuskeln geschwächt. Wirbelsäule, Bandscheiben, Schultern, Nacken und Gelenke werden enorm belastet. Das lange Sitzen beeinflusst den Stoffwechsel, die Durchblutung und das Immunsystem negativ: Schließlich kann so ja gar nichts „in Schwung kommen“. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen ebenso wie das Risiko, an Diabetes zu erkranken, nehmen zu. Kurzum: Zu viel Sitzen verkürzt die Lebenserwartung. Amerikanische Forscher des Pennington Biomedical Research Center stellen körperliche Inaktivität sogar auf eine Stufe mit Risikofaktoren für die Gesundheit wie Rauchen und Übergewicht.


Und als wenn die körperlichen Symptome nicht schon ausreichen würden, hat eine spanische Untersuchung ergeben, dass Menschen, die mehr als 42 Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen, ein um 31 % höheres Risiko für psychische Erkrankungen haben, als die, die weniger als 11 Stunden vor der Kiste verbringen. Ob das nun am schlechten Fernsehprogramm oder am Sitzen liegt: Max Mustermann sitzt nicht nur den ganzen Tag im Büro, sondern auch noch abends zu Hause schön auf der Couch.



Bewegung, Bewegung und noch mal Bewegung!

Das beste Rezept für ein ergonomisches Leben, für kräftige Muskeln und einen gesunden Bewegungsapparat, ist also eindeutig: Bewegung heißt das Zauberwort! Und dabei gilt es nicht nur, in der Freizeit ins Fitnessstudio oder joggen zu gehen, sondern den Alltag bewegungsreicher zu gestalten. Benutzen Sie die Treppe statt den Aufzug, laufen Sie zum Kollegen im nächsten Büro, statt ihm eine E-Mail zu schreiben, stellen Sie den Drucker etwas weiter von Ihrem Schreibtisch weg, damit Sie für jeden Ausdruck einen kleinen Fußmarsch hinlegen müssen. Bewegtes oder aktiv-dynamisches Sitzen auf eigens dafür konzipierten Stühlen oder zumindest regelmäßige Positionswechsel in Ihrer starren Haltung helfen ebenfalls.


Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ist für ein gesundes Leben also unerlässlich … Na gut, sie sollte unerlässlich sein. Dennoch müssen nach einer Schätzung aus der bso-Studie 2011 rund 38% aller Büroarbeiter unter produktivitätshemmenden Bedingungen arbeiten. Sitz-Steh-Arbeitstische gibt es nur in 12% der Unternehmen, der Einfluss der Mitarbeiter und der Fachkräfte für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit auf die Auswahl der Büroeinrichtung scheint eher gering zu sein. Von 18 Millionen Arbeitsplätzen entsprechen 3,6 Millionen nicht den gesetzlichen Bedingungen der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) (die BildscharbV wurde im Jahr 2016 in die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) integriert).



"Weiche Faktoren" der Ergonomie

Neben ergonomischen Möbeln, Arbeitsgeräten, Maschinen und Hilfsmitteln sollten bei einer optimalen Ergonomie auch „weiche Faktoren“ beachtet werden, die das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit auch die Produktivität steigern können: Viel Licht, frische Luft, Pflanzen und Bilder lockern die Atmosphäre auf. Auch die Farb-Auswahl, ob nun für die Möbel oder den Anstrich der Wände, hat einen großen Einfluss auf die Stimmung und damit auf die Arbeitsqualität. Lange unterschätzt, ist heute klar, dass Farben Informationen senden und Handlungen lenken können. So ist die Farb-Ergonomie entstanden. Während Rot auf die Psyche zum Beispiel aktivierend wirkt, steht Grau für Monotonie, Braun für Passivität und Gelb für Kommunikation. Eine dezente Farbgebung reicht schon, zu grell soll es auch nicht sein.

Wie hätten Sie also gern die Wände Ihres neuen Büros gestrichen?


Im Internet finden Sie Broschüren, Informationen und Tipps für mehr Ergonomie in Ihrem Leben. Kranken- und Unfallkassen, Verbände und Berufsgenossenschaften informieren auf ihren Seiten darüber. Im rechten Bereich haben wir für Sie interessante Links und einige der Regelungen und Gesetze, die die Ergonomie am Arbeitsplatz beschreiben, gesammelt.


Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren:

Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies in Ihrem Browser platziert werden.  [mehr erfahren] OK, verstanden