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Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen und Sicherheit beim Transport !

Für den Umgang mit Gefahrstoffen im Betrieb gibt es mittlerweile zahlreiche bewährte Schutzmaßnahmen zur betrieblichen Sicherheit, die auf jahrzehntelanger Erfahrung beruhen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Betriebsunfällen mit gesundheitsgefährdenden, brennbaren oder explosiven Stoffen, weil wichtige Sicherheitsvorschriften der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) oder der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) nicht beachtet wurden. Betriebe, die nicht über einen fachkompetenten Gefahrstoffbeauftragten verfügen, sollten auf externe Gefahrstoffberatungen zurückgreifen, um die vier Grundsäulen des Gefahrstoffmanagements gesetzeskonform durchzuführen:

  1. Die Gefährdungsbeurteilung bzw. Gefahrstoffanalyse am Arbeitsplatz.
  2. Die sichere Lagerung von Gefahrstoffen und der sichere Transport von Gefahrgut
  3. Die Festlegung von Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen
  4. Die  Planung von Erste-Hilfe bzw. Bekämpfungsmaßnahmen bei Gefahrstoff-Unfällen

Gefahrstoffe erkennen und kennzeichnen

Obwohl nach Schätzungen von EU-Sachverständigen 14% aller Beschäftigten zeitweise oder dauerhaft mit Gefahrstoffen umgehen, ist man sich über die Gefahrenpotenziale vieler Stoffe häufig nicht bewusst -  z.B. die Gefahr von Holzstaubexplosionen. Ein erster Schritt muss daher die professionelle Messung und Einordnung von Gefahrstoffen  am Arbeitsplatz sein. Hierfür gibt es spezialisierte Messtechnik sowie eine Reihe von Verwaltungshilfen und Gefahrstoffdatenbanken. Da manche Schadstoffe schon in geringen Konzentrationen gefährlich sein können, sind zuverlässige und exakte Messgeräte bzw. spezialisierte Probenahmegeräte notwendig. Sind die Gefahrstoffe erkannt, sollten sie nach ihrem Gefährdungspotential eingestuft und gekennzeichnet werden. Nach dem neuen europäischen Chemikalienrecht REACH müssen bestimmte Gefahrstoffe, die im Produktionsprozess oder im Warentransport Verwendung finden, den zuständigen Behörden gemeldet werden.  Von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gibt es hierfür eine aktuelle und allgemeinverständliche Hilfestellung für die Antragstellung. Die BAuA-Broschüre stellt anschaulich dar, warum ein Stoff zulassungspflichtig ist und welche Verpflichtungen dadurch entstehen.

Gefahrstoffe lagern und transportieren

Alle Gefahrstoffe sollten unbedingt in geeigneten Sicherheitsbehältern gelagert werden. Besonders bei flüchtigen Stoffen und ätzenden Chemikalien ist auf einen dauerhaften Dichtsitz des Gefahrstoffbehälters und des Verschlusssystems zu achten. Die Gefahrstoffbehälter müssen korrekt gekennzeichnet und ggf. mit den gesetzlich vorgeschriebenen Warnetiketten versehen werden. Achten Sie zudem auf ein sicheres Lagerungssystem wie z.B. Gefahrstoffregale, Gefahrstoffschränke oder Gefahrstoffcontainer. Viele giftige Chemikalien – besonders in Laboren – sowie brennbare und explosionsgefährliche Stoffe müssen zudem nach gesetzlicher Vorgabe unter Verschluss gehalten werden.

Auch beim Transport von Gefahrstoffen müssen Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden. Hubheber, Hubwagen, Hub-Neigegeräte, Seil-Hebetechnik oder spezialisierte Handhabungssysteme (z.B. zum Fasshandling) erleichtern das Bewegen größerer Gefahrstoffbehälter. Für Gefahrstoffe, die auf öffentlichen Straßen transportiert werden, gelten spezielle Gefahrgut-Vorschriften. Zum einen sind allgemeine Sicherheitsmaßnahmen der Ladungssicherung vorzunehmen, wie der richtige Einsatz von Zurrgurten, Ladungssicherungsnetzen, Anschlagsystemen sowie zur Sicherung gegen das Verrutschen von Ladung. Zum anderem muss das Gefahrgut am Transportfahrzeug gekennzeichnet werden.  Wichtig ist auch eine Sicherheitsschulung für Fahrer von Gefahrgut-Transportern.

Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen

Lässt sich der Umgang mit schädlichen Stoffen nicht vermeiden, sollten alle notwendigen Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter getroffen werden. Hierzu zählen z.B. das sofortige Absaugen von Stäuben, Dämpfen und Gasen am Arbeitsplatz, wobei auf eine den Gefahrstoff zugepasste Absaug-Filterungstechnik geachtet werden sollte. Durch das Tragen von Schutzkleidung bzw. persönlicher Schutzausrüstung wie Schutzhandschuhen, Schutzanzügen, Augenschutz und Atemschutz sollte der Kontakt von Gefahrstoffen mit dem Körper vermieden oder auf ein Minimum reduziert werden. Besonders wichtig ist jedoch die fachgerechte Sicherheitseinweisung der Mitarbeiter beim Umgang mit Gefahrstoffen. Hierzu gehören auch vorbeugende Hygienemaßnahmen sowie die Reinigung bzw. Dekontamination des Arbeitsplatzes und der Arbeitskleidung nach dem Hantieren mit Gefahrstoffen. Das Anbringen von Warnzeichen und Gebotsschildern sollte auf vorgeschriebene Verhaltensweisen am Arbeitsplatz hinweisen.

Notmaßnahmen bei Gefahrstoffunfällen

Trotz aller vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen kann es beim Umgang mit Gefahrstoffen zu Unfällen kommen. Hierbei gilt es sofort zu handeln, um Gesundheitsschäden der Mitarbeiter und / oder Kontaminationen der Umwelt so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich zu den obligatorischen Erste-Hilfe-Boxen im Betrieb dienen z. B. Notduschen und Augenspülungen bei Chemikalienunfällen zur Schadensbegrenzung. Gesetzich vorgeschrieben sind außerdem Maßnahmen zum Brandschutz und zur Brandbekämpfung im Betrieb. Mit Hilfe von Absaug- und Filtertechnik können gefährliche Schwebstoffe aufgefangen werden. Ölbinder und Chemikalienbinder helfen bei der Dekontamination und verhindern ein weiteres Ausbreiten der Gefahrstoffe. Nach der Gefahrenabwehr sollte der Unfallhergang analysiert und ggf. vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen zur zukünftigen Gefahrenabwehr getroffen werden. Zudem sollte man auf die Meldepflicht für Arbeitsunfälle achten und prüfen, ob ggf. eine erneute Umweltbetriebsprüfung nötig ist.

Link-Tipps:

Der Arbeitskreis Gefahrstoffe im Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e.V. hat eine nützliche Orientierungsbroschüre zu Gefahrstoffen herausgegeben. Sie kann der auf der Website der VDSI kostenlos heruntergeladen werden. Der Wegweiser Gefahrstoffe wurde an die Gefahrstoffverordnung 2010 angepasst und berücksichtigt Änderungen, die durch das Inkrafttreten der GHS/CLP-Verordnung eingetreten sind, z. B. die Gefahrenpiktogramme die in REACH-Verordnung eingeführten Grenzwerte DNEL, DMEL und PNEC.

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