Nachricht

Schutz für Arbeiter in Textilfabriken in Bangladesch

Immer mehr Textilanbieter unterzeichnen Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz

Vor Kurzem mussten erst wieder über 1.000 Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch sterben, weil weder auf die Gebäudesicherheit noch auf Brandschutz geachtet wurde. Das war nicht die erste und vermutlich nicht die letzte Katastrophe in einer Textilfabrik, die möglichst billig Kleidung für den Westen produziert. Doch der Druck auf die Textilanbieter wird immer größer - schließlich haben Aldi, Puma & Co. einen Ruf - und damit in der Regel eine Menge Geld - zu verlieren. Einige haben bereits das Abkommen für Gebäude- und Brandschutz in Bangladesch unterschrieben. Einige wollen dies noch bis heute um Mitternacht tun. Dann läuft die Frist ab.

Das Abkommen wurde unter anderem von den weltweiten Gewerkschaftsdachverbänden IndustriALL und UNI und der Clean Clothes Campaign (CCC), der Kampagne für Saubere Kleidung, entwickelt. Rechtsverbindliche und durchsetzbare Regelungen zu Kontrollen inklusive Dokumentation, Instandhaltungsverpflichtungen oder zur Beteiligung der Handelsfirmen an den Kosten sollen einen höheren Sicherheitsstandard in Textilfabriken schaffen. Immerhin 1.000 solcher Fabriken sind laut der Kampagne für Saubere Kleidung davon betroffen, wenn man nach den bisherigen Unterzeichnern geht.

Ein Anfang könnte damit gemacht werden. Dass von Arbeitsschutzmanagement und Sicherheit nach westlichen Standards noch lange nicht gesprochen werden kann, dürfte klar sein. Arbeitsrechtliche oder Arbeitsschutz-Vorschriften sind für die Fabrikarbeiter in Bangladesch wohl noch in weiter Ferne.