Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser. weitere Infos OK
Nachricht

PSA für Herbst und Winter

Persönlicher Schutz bei widriger Witterung

Ja, es ist Ende September und in den Supermärkten finden Sie schon die ersten Lebkuchen. Und ja, es ist Ende September und es ist schon wieder Zeit, sich Gedanken über die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für den Herbst und den Winter zu machen. Regen, Schnee, Wind und eisige Kälte sind für die meisten Menschen wohl unangenehm. Besonders strapaziös sind diese fiesen Witterungsbedingungen aber für die, die im Freien arbeiten. Nässe oder Kälte können die Gesundheit der Beschäftigten gefährden: Vom kleinen Schnupfen bis zu chronischen Krankheiten ist alles möglich. Glatte und vereiste Wege, Treppen oder Straßen sorgen für eine höhere Unfallgefahr. Der Krankenstand ist laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) im Winter seit Jahren höher als im Sommer. Gerade erst veröffentlichte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) vorläufige Unfallzahlen für das erste Halbjahr 2013: Die Zahl der Wegeunfälle stieg um sagenhafte 12,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einen Grund dafür sieht die DGUV im strengen und langen Winter 2012/2013 (das Arbeitsschutz-Portal berichtete).

Ein weiteres Argument für gute PSA: Wer bei der Arbeit unter Kälte, Nässe oder Ähnlichem leiden muss, fühlt sich weniger wohl, was in der Regel eine schlechtere Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft mit sich bringt.


Arbeit im Freien: Gesundheitsrisiken inklusive

Das Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ stimmt leider nur sehr bedingt. Arbeit im Freien bei Wind und Wetter ist und bleibt unangenehm und birgt höhere Krankheits- und Unfallrisiken als der Job im Büro. Mit Wetterschutzkleidung, also Schutzkleidung gegen Regen und Kälte, und dem richtigen Schuhwerk können Sie die Arbeitsbedingungen aber zumindest ein ganzes Stück verbessern und sicherer machen.


Schutz auf Baustellen und an besonderen Arbeitsstätten

Doch was genau ist zu tun? Im Anhang der Arbeitsstättenverordnung werden „Ergänzende Anforderungen an besondere Arbeitsstätten“ beschrieben. Diese betreffen „Nicht allseits umschlossene und im Freien liegende Arbeitsstätten“ und „Zusätzliche Anforderungen an Baustellen“. Hier ist geregelt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Beschäftigte bei extremen Witterungsbedingungen zu schützen. Wenn technische oder organisatorische Maßnahmen nicht möglich sind oder nicht ausreichen, muss der Arbeitgeber geeignete PSA zur Verfügung stellen. Doch im PSA-Angebotsdschungel muss man sich erst einmal zurechtfinden. Was ist nötig? Was ist qualitativ gut? Was bietet ausreichend Schutz?


PSA - welche schützt wirklich?

Eine Gefährdungsbeurteilung ergibt, ob PSA überhaupt angebracht ist oder nicht – und auch, welche Art der PSA am sinnvollsten ist. Muss die PSA „nur“ vor Witterungseinflüssen schützen, oder muss sie gleichzeitig den Vorschriften für Warnschutzkleidung entsprechen? Im Straßenbau kommt es zum Beispiel häufig vor, dass Wetterschutzkleidung auch eine Warnschutzfunktion bieten muss. Ist der Beschäftigte neben Kälte, Schnee und Nässe vielleicht auch mechanischen Einwirkungen, Stäuben, Flammen, Funken oder Gefahrstoffen ausgesetzt, wovor die PSA zusätzlich schützen muss?

Eine gute Übersicht über die Auswahl, die korrekte Benutzung und den Erhalt des ordnungsgemäßen Zustands der schützenden Ausrüstung bietet die DGUV-Regel 112-189 (BGR 189): „Benutzung von Schutzkleidung“. Gemäß dieser BGR muss bei Umgebungstemperaturen bis -5°C Wetterschutzkleidung zur Verfügung gestellt werden, wenn technische oder organisatorische Maßnahmen nicht greifen. Eine möglichst hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und Winddichtheit der Schutzkleidung sollen den natürlichen Thermoregulationsprozess des menschlichen Körpers unterstützen. Heißt: Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung ermöglichen.

Wetterschutzkleidung ist in drei Klassen eingeteilt, je nach Wasserdampfdurchgangswiderstand. Je höher die Klasse, desto besser der Schutz vor eindringender Feuchtigkeit und desto effektiver der Feuchtigkeitstransport nach außen. Achten Sie unbedingt auf die Angaben zur Tragezeitbegrenzung des Herstellers, damit die Kleidung ihre Funktion auch zuverlässig erfüllen kann! Bei Temperaturen von weniger als -5°C sollte Kälteschutzkleidung zum Einsatz kommen.


Wer will schon PSA tragen?

Wenn die Gefährdungsbeurteilung also erledigt und die passende PSA im Haus ist, ist es an den Beschäftigten, diese auch zu tragen. Dafür ist ein bestmöglicher Tragekomfort ganz wichtig. Wenn die Winterjacke die Bewegungsfreiheit komplett einschränkt, wenn die Überziehhose zwickt oder rutscht, wenn die Handschuhe die Arbeit behindern, dann wird der Beschäftigte es vermeiden, seine Schutzkleidung zu tragen.

Zum Glück werden sowohl die Materialien als auch Schnitte und Designs von PSA immer moderner und funktioneller. So dürfen sich Beschäftigte auch bei der Arbeit wohlfühlen.


Viele Schichten - viel Wirkung

Grundsätzlich ist bei der PSA für Herbst- und Winterwetter das beliebte Zwiebelprinzip sinnvoll, also mehrere Lagen Kleidung übereinander zu tragen. Die Unterwäsche sollte die Feuchtigkeit nach außen transportieren, wo eine eventuelle Fleeceschicht Feuchtigkeit aufnimmt und für Wärme sorgt. Die oberste Kleidungsschicht sollte Nässe vom Körper abhalten.


Richtig gewartet ist perfekt geschützt

Natürlich nutzt sich funktionelle Kleidung ab. Beschichtungen können porös werden, mechanische Einwirkungen oder solche durch Chemikalien tragen ein Übriges dazu bei, dass der Schutz mit der Zeit abnimmt. Deswegen sollte Wetter- und Kälteschutzkleidung vor jeder Benutzung überprüft werden. Außerdem sollten bei der Aufbewahrung und bei der Reinigung die Herstellerinformationen beachtet werden. Der Unternehmer muss eine Betriebsanweisung erstellen, die die Angaben zur sicheren Verwendung, die Nennung der Gefahren gemäß der Gefährdungsermittlung und eventuell festgestellte Mängel enthält.

Unterweisungen sind ebenfalls wichtig! Ob bei Neueinstellung, Versetzung, bei der Einführung neuer Arbeitsmittel oder nach Unfällen oder Beinaheunfällen: Die Mitarbeiter müssen wissen, wie sie ihre PSA einsetzen und behandeln müssen. Bietet sich keiner dieser Anlässe für eine Unterweisung, so ist sie grundsätzlich einmal jährlich zu wiederholen.


A propos Herstellerinformationen: Die Etiketten der Kleidung sollten einige Informationen bieten. Kleidung mit CE-Kennzeichen ist geprüft, die Schutzklassen sollten auf dem Etikett ebenfalls zu finden sein. Symbole, etwa ein Regenschirm oder eine Schneeflocke, geben Aufschluss über die Schutzfunktion, die das jeweilige Kleidungsstück erfüllt. Wetterschutzkleidung sollte nach DIN EN 343 genormt sein, Kälteschutzkleidung nach DIN EN 342. Allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung beschreibt die DIN EN 340.


Von Kopf bis Fuß

Der Oberbegriff PSA umfasst allerdings nicht nur Kleidung – von der Winterjacke bis zur Überziehhose. Das richtige Schuhwerk für Regen und Schnee beugt Rutschunfällen und nassen Füßen vor. Und vergessen Sie nicht, Ihre Hände, bei Bedarf auch Gesicht und Ohren zu schützen!

Übrigens gilt winters wie sommers: Organisieren Sie die Arbeit clever und auf die Witterungsverhältnisse abgestimmt. Regelmäßige Pausen in beheizten Räumen sollten selbstverständlich sein!

Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren: