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Brandschutz-Prävention in Betrieben - Das sollten Sie bedenken!

Von Brandmeldern, Feuerlöschern und Unterweisungen ...

Was tun, wenn's brennt? Bevor ein Unternehmen eine Arbeitsstätte bezieht, müssen Brandschutzvoraussetzungen erfüllt sein. Beim baulichen und anlagentechnischen Brandschutz gibt es einiges zu beachten. Außerdem sollten die Beschäftigten, bevor sie im neuen Gebäude zu arbeiten anfangen, wissen, wie sie sich im Falle eines Brandes verhalten müssen - das fällt in die Kategorie "organisatorischer Brandschutz". Neben der schriftlichen Bestellung der gesetzlich geforderten und regelmäßig fortzubildenden Brandschutz-/Evakuierungshelfer (ASR A 2.2 "Maßnahmen gegen Brände") sowie der geforderten Ausstattung mit Feuerlöschern, sollten regelmäßig, mindestens aber alle 1 bis 3 Jahre, praktische Übungen stattfinden, z.B.zur Bedienung von Feuerlöschern oder zur Räumung des Gebäudes.


Brandschutz-Basics

Ein Sammelpunkt sowie Raucherzonen sollten festgelegt und eindeutig beschildert sein. Feuerlöscher und Brandmelder müssen ebenfalls gut ausgewiesen und natürlich in vorgeschriebener Anzahl vorhanden sein. Hier müssen Unternehmer die Piktogramme verwenden, die in der ASR A1.3 "Sicherheit und Gesundheitsschutzkennzeichnung" vorgegeben sind. Die Flucht- und Rettungswege sollten frei von Brandlasten (Kartons, Kopierer, Kühlschrank, Ware ...) sein.

Brennbare Materialien oder Werkstoffe wie Holz, Papier, Kunststoff, Textilien, Staub, Gefahrstoffe, elektrische Geräte (Stichwort: Kabelbrand), aber auch Arbeitsverfahren wie Sägen oder Schleifen sowie die Lagerungsart (zu trocken, nicht ausreichende Be-/Entlüftung, insbesondere bei Gefahrstoffen) stellen Gefahrenquellen dar, durch die ein Brand entstehen kann, beziehungsweise durch die er sich schnell ausbreiten kann.


Baulicher, anlagentechnischer und organisatorischer Brandschutz

Ziel des baulichen Brandschutzes ist es, die Entflammbarkeit, Ausbreitung und Rauchentwicklung zu verhindern. Dazu

  • sind die Bauprodukte und Baumaterialien als auch die Bauausführung zu betrachten, die Einfluss auf den Brandausbruch und die Brandverbreitung haben können. Sinnvoll ist es natürlich, nicht brennbares Material, wie etwa Beton oder Ziegel zu verwenden.
  • sind Rauch- und Feuerschutztüren bzw. Brandschutztüren in den Fluchtwegen regelmäßig zu prüfen.
  • ist (nach Feierabend) für geschlossene Türen zu sorgen.

Zum anlagentechnischen Brandschutz gehört es, die nötigen Vorkehrungen für die Brandbekämpfung zu treffen, wie

  • das Aufhängen der vorgeschriebenen Anzahl an Feuerlöschern. Diese sollten an geeigneten Standorten, gut sichtbar und schnell erreichbar sein. Hier sind 20 Meter die Faustregel, sonst müssen sie ausgeschildert werden.
  • die Installation von Brandmeldern.
  • die Installation von Lösch-, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Eine besondere Herausforderung ist die Löschmittelauswahl, denn nicht jedes Löschmittel eignet sich für jeden Brand.
  • eine Sprinkleranlage.
  • Wandhydranten. Der Umgang mit Wandhydranten sollte regelmäßig geübt werden.

Damit im Brandfall jeder weiß, was zu tun ist, muss der organisatorische Brandschutz gut organisiert sein. Das zentrale Instrument ist hier die Brandschutzordnung, die die Verhaltensregeln im Brandfall beschreibt und die nötige Informationen, wie etwa Telefonnummern oder Namen von Helfern, enthält. Der organisatorische Brandschutz umfasst Folgendes:

  • den aktuellen Flucht- und Rettungsplan/Alarmplan. Hier müssen die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität beachtet werden. Gegebenfalls müssen Flucht- und Rettungspläne mehrsprachig vorhanden sein.
  • den Brandschutzaushang, der das richtige Verhalten im Brandfall beschreibt.
  • die Nennung der Evakuierungshelfer, Brandschutzhelfer, Haustechniker und des Sammelpunktes.
  • eine dokumentierte Unterweisung für richtiges Verhalten im Brandfall.
  • die Rettungs- und Brandschutzkennzeichnung nach ASR A. 1.3.
  • gegebenenfalls die Aushändigung des Gefahrstoffverzeichnisses an die örtlich zuständige Feuerwehr.
  • die regelkonforme Gefahrstoffkennzeichnung mit Etiketten in deutscher Sprache.
  • eine jährliche Gebäuderäumung und eine Auswertung davon.
  • die Kennzeichnung von Rauchverbotszonen beziehungsweise das Verbot offener Flammen.
  • die Bereitstellung von Erste-Hilfe-Material, wie etwa Wund- und Brandschutzsalbe, Brandauflage
  • grundsätzlich Brandlastenaufkommen in Flucht- und Rettungswegen zu vermeiden
  • in Kaufhäusern möglichst etagenweise Brandschutzhelfer zu bestellen - beachten Sie dabei die landesbezogene Verkaufsstättenverordnung und die Industriebaurichtlinie
  • Feuerlöscher mit geeignetem Löschmittel (Wasser, Schaum, Pulver, CO2) in Abhängigkeit von den Brandklassen (A, B, C, D, F) bereitzustellen und auf ausreichende Löscheinheiten (LE) zu achten. A: Brände von festen Stoffen, B: Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen, C: Brände von Gasen, D: Brände von Metallen, F: Brände von Speiseölen und Fetten.
  • die Feuerlöscher alle zwei Jahre von einer befähigten Person nach Betriebssicherheitsverordnung prüfen lassen (TRBS 1203/2)
  • erforderliche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, RWA-/RA-Sprinkleranlagen regelmäßig prüfen zu lassen ...


Unterweisungen können lebenswichtig sein!

Unterweisungen in Sachen Brandschutz sind wichtig! Schließlich vergisst man viele Details. Besonders wenn der Ernstfall eintritt, sollte das Brandschutzwissen noch präsent sein.

Im Rahmen der Unterweisungen sind neben den Inhalten des Alarmplanes grundlegende Regeln für den Einsatz von Handfeuerlöschern zu demonstrieren. Oder hätten Sie gewusst, dass beim Einsatz von Feuerlöschern Folgendes zu beachten ist?

  • Greifen Sie das Feuer mit dem Feuerlöscher in Windrichtung an!
  • Löschen Sie Flächenbrände vorn beginnend ab!
  • Aber: Tropf- und Fließbrände sollten Sie von oben nach unten löschen!
  • Setzen Sie genügend Löscher auf einmal ein - nicht nacheinander!
  • Ergreifen Sie Vorsichtsmaßnahmen, damit sich das Feuer nicht wieder entzündet!
  • Hängen Sie einmal eingesetzte Feuerlöscher nicht einfach wieder auf, sondern lassen Sie sie mit dem entsprechenden Füllmittel füllen!    

Auch grundlegende präventive Verhaltensmaßnahmen sind in Unterweisungen zu behandeln. Hier nur einige:

  • Staubaufwirbelungen vermeiden
  • Zündquellen aus staubbelasteten Räumen fernhalten
  • Asche und brennbare Lösungsmittel separat entsorgen,
  • richtiger Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten

Präventiver Brandschutz erfordert also Know-how, Planung und bedächtiges Vorgehen. Nehmen Sie sich die Energie und die Zeit dafür. Nur so tun Sie alles, was möglich ist, dafür, um den Brandfall zu vermeiden.


Autor: Stefan Johannsen, Dipl.-Biologe


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