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Urteil: Arbeit mit der Computermaus verursacht keinen Tennisarm

Scrollen führt nicht zu einer BK Nr. 2101

Ein Tennisellenbogen, besser bekannt als "Tennisarm", wird nicht durch häufige Nutzung der Computermaus verursacht und ist daher nicht als Berufskrankheit anzuerkennen. So lautet ein im März veröffentlichtes Urteil des 3. Senats des Hessischen Landessozialgerichts.


BG lehnt Anerkennung einer Berufskrankheit ab

Ein Mann aus Frankfurt führte seinen Tennisellenbogen (Epicondylitis humeri radialis) auf seine Bürotätigkeit zurück. Mehr als drei Viertel seiner täglichen Arbeitszeit habe er am Computer Datenlisten bearbeiten und dabei ständig mit der Computermaus hoch- und runterscrollen müssen. Schmerzen an Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk - der typische Tennisarm - seien die Folge gewesen. Die BG lehnte den Antrag des 51-jährigen Mannes auf Anerkennung einer Berufskrankheit Nr. 2101 (Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze) allerdings ab.


Arbeit mit Computermaus nicht mit Klavierspielen vergleichbar

Die Richter beider Instanzen folgten auf der Grundlage verschiedener Sachverständigengutachten den Argumenten der BG. Ursache für Tennisarm und Tennisellenbogen könnten u.a. kurzzyklische, repetitive, feinmotorische Handtätigkeiten mit sehr hoher Bewegungsfrequenz sein, wie man sie etwa beim Maschinenschreiben oder Klavierspielen ausführt. Auch eine achsenungünstige Auslenkung des Handgelenks oder eine forcierte rückseitige Streckung der Hand, zum Beispiel beim Obstpflücken, beim Hämmern oder eben beim Rückhandschlag beim Tennis, könnten eine solche Krankheit auslösen.

Bei der Arbeit mit der Computermaus sei die Bewegungsfrequenz viel geringer, eine achsenungünstige Auslenkung des Handgelenks sei nicht gegeben und der benötigte Kraftaufwand sei minimal. Die Richter verwiesen zudem darauf, dass keine Studien vorlägen, die den Zusammenhang einer Erkrankung des Ellenbogengelenks im Sinne einer Epicondylitis mit der PC-Arbeit bestätigten.

AZ L 3 U 28/10 – Die Revision wurde nicht zugelassen. Das Urteil ist unter www.lareda.hessenrecht.hessen.de ins Internet eingestellt.

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