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Fachkongress Arbeitsschutz Aktuell 2014: Schwerpunkt 'Verhaltensorientierter Arbeitsschutz'

Alle tragen Arbeitsschutz-Verantwortung!

Menschliches Fehlverhalten ist die Hauptunfallursache in deutschen Betrieben. Das belegt die Unfallforschung seit vielen Jahren. Ca. 91% der Unfälle in Betrieben haben verhaltens- und organisationsbedingte Gründe. Ein gutes Schutzniveau hat dafür gesorgt, dass bei weniger als 9% der Unfälle technisches Versagen die Ursache war. Das besagen Zahlen der Berufsgenossenschaften (BG). Und genau hier setzt der verhaltensorientierte Arbeitsschutz an. "Verhaltensorientierter Arbeitsschutz - eigen- oder fremdbestimmt?“ ist deswegen ein Kernthema des Fachkongresses Arbeitsschutz Aktuell 2014, der vom 27. bis 29. August 2014 in Frankfurt am Main stattfindet (das Arbeitsschutz-Portal berichtete). Die Lösung erscheint ganz einfach: unsichere Verhaltensweisen zu reduzieren und sichere Verhaltensweisen zu erhöhen schützt vor Unfällen!

So einfach wie das klingt, ist es allerdings nicht. Verhaltensorientierter Arbeitsschutz setzt in vielen Unternehmen einen Kulturwandel voraus, der Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung und aktiver Mitarbeit motiviert. Prof. Dr. Rainer von Kiparski, Präsident der Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI) e.V.: "Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement stehen bei vielen Firmen bereits auf der Tagesordnung. Doch eine reine Unterweisung der Mitarbeiter im Rahmen gesetzlicher Vorschriften reicht nicht aus. Es braucht eine klare Einstellung: jeder Mitarbeiter ist gefordert, für die Sicherheit Verantwortung zu übernehmen!". Führungs- und Vorbildkultur des Unternehmens seien grundlegende Voraussetzung für einen erfolgreichen Arbeitsschutz. "Vorbildverhalten der Führungskräfte, eindeutiges Commitment und die aktive Beteiligung aller Führungsebenen sind entscheidend. Arbeitsschutz ist Chefsache und muss als solche auch vorgelebt werden!"

Der VDSI-Vorsitzende sieht auch in einer offenen Fehlerkultur in Unternehmen einen wesentlichen Grundpfeiler für die Umsetzung der Vision Zero, der Vision einer Welt ohne Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten: "Es muss konsequent aus Fehlern gelernt werden. Unternehmen müssen dafür Fehlertoleranz signalisieren. Ein Mitarbeiter darf keinesfalls fürchten, für Fehler, die zu Beinaheunfällen bzw. -schäden geführt haben, abgestraft zu werden. Das Erfassen solcher Vorfälle ermöglicht eine Analyse, die das Einwirken auf organisations- bzw. verhaltensbedingter Fehlerursachen möglich macht", so Rainer von Kiparski.

Der Arbeitsschutz-Aktuell-Kongress greift das facettenreiche Thema im Seminar am Donnerstag, dem 28.08.2014, auf. Moderiert wird der Themenblock von Gerhard Heinze, einem der renommiertesten Experten und Autoren für das Thema in Deutschland.


Die Termine der Arbeitsschutz-Mega-Events Ende August 2014 in Frankfurt am Main noch einmal im Überblick:

  • XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: 24. bis 27. August 2014
  • Fachkongress Arbeitsschutz Aktuell - das Präventionsforum: 27. bis 29. August 2014
  • Fachmesse Arbeitsschutz Aktuell: 25. bis 28. August 2014

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