Nachricht

TRGS 900: Allgemeiner Staubgrenzwert geändert

BGHW informiert über Änderung und Fristen

Der Allgemeine Staubgrenzwert (ASGW) für die alveolengängige Fraktion (A-Fraktion) wurde von 3,0 mg/m auf 1,25 mg/m³ abgesenkt! Im April wurde diese Senkung im Rahmen der Änderung und Ergänzung der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) bekannt gemacht. Für die Umsetzung des neuen Staubgrenzwertes ist eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2018 vorgesehen. Die Kurzzeitwertkategorie 2 (II) ist entfallen.

Der ASGW soll sicherstellen, dass die Funktion der Atmungsorgane nicht durch eine allgemeine Staubwirkung beeinträchtigt wird. Er ist als Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für schwerlösliche bzw. unlösliche Stäube anzuwenden, die nicht anderweitig reguliert sind. Wenn keine anderen Erkenntnisse vorliegen, ist die gesamte erfasste Staubfraktion als unlöslich zu bewerten. Wenn in der betrieblichen Praxis Fälle vorkommen, bei denen der Löslichkeit der auftretenden Stäube eine besondere Bedeutung zukommt (z. B. bei Zucker, Kalisalz, Gips), kann der Arbeitgeber in Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ein Verfahren festlegen, wie der lösliche Anteil bei der Ermittlung und Beurteilung berücksichtigt werden soll.

Der ASGW gilt nicht als gesundheitsbasierter Grenzwert für ultrafeine Stäube sowie für Stäube mit spezifischer Toxizität. Für diese Stäube ist der ASGW als allgemeine Obergrenze zur Festlegung von Schutzmaßnahmen gemäß Anhang I Nummer 2.3 Abs. 2 GefStoffV anzuwenden, sofern keine stoffspezifischen AGW nach TRGS 900 oder keine risikobezogenen Beurteilungsmaßstäbe nach der TRGS 910 anzuwenden sind.

Der ASGW gilt nicht für lösliche Stoffe, Lackaerosole und grobdisperse Partikelfraktionen.

Bei der Festlegung des Grenzwertes für die A-Staubfraktion von 1,25 mg/m³ ist wurde eine Staubdichte von 2,5 g/cm³ zugrunde gelegt. Bei Stoffen mit einer besonders hohen oder niedrigen Dichte kann der Grenzwert vereinfacht anhand der Materialdichte (Rohdichte) für die Arbeitsplatzbeurteilung umgerechnet werden.

Nach TRGS 900 Abschnitt 2.4.2 gilt für Tätigkeiten, bei denen der AGW von 1,25 mg/m³ für die A-Fraktion nachweislich nicht eingehalten werden kann, übergangsweise bis zum 31.12.2018 für die Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen anstelle des AGW ein Beurteilungsmaßstab in Höhe des bisherigen A-Staub-AGW von 3,0 mg/m³ (Überschreitungsfaktor 2 (II)). Welche Bedingungen dafür vorliegen müssen, lesen Sie in Abschnitt 2.4.2.

Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren:

Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies in Ihrem Browser platziert werden.  [mehr erfahren] OK, verstanden