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Regale und Leitern: Lagerung im Feuerwehrhaus muss sicher sein!

HFUK Nord benennt Mängel und gibt Tipps

Wenn die Feuerwehrhausbesichtigung durch die Feuerwehr-Unfallkassen Mängel ergibt, dann betreffen diese meist eine mangelhafte Lagerung von Material in Regalen. Zwar liegt der Fokus der Unfallverhütung bei der Feuerwehr eher auf dem Übungs-und Einsatzdienst, doch auch im Lager können viele Gefährdungen auftreten, die es zu beachten und zu beheben gilt.

Auf die häufigsten Probleme bei der Regallagerung weist die Feuerwehr-Unfallkasse für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HFUK Nord) hin:

  • mangelnde Standfestigkeit des Regals
  • Überlastung  
  • falsche Lagerordnung > Schweres liegt oben, Leichtes liegt unten  
  • fehlende Kennzeichnung von Feldlasten  
  • falsch montierte Regale bzw. selbst zusammengebaute Regale, bei denen z.B. die Tragfähigkeit nicht eingeschätzt werden kann  
  • beschädigte Regale  
  • fehlender Anfahrschutz bei Regalen, die mit Gabelstaplern beschickt werden  
  • unzureichende Befestigung an Wänden  
  • mangelnde Möglichkeiten Regale zu beschicken  
  • Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten  
  • verbotene Mischlagerung von Gefahrstoffen  
  • Besteigen der Regalböden

Regale mit solchen Mängeln können entweder komplett in sich zusammenfallen oder es können Gegenstände aus den Regalen stürzen und Personen verletzen. Auch die Beschickungsmöglichkeiten sind oft gefährlich: Dienen ausgemusterte Steckleitern oder beschädigte Alu-Leitern zum Aufstieg, wird die Einlagerung schnell zum gefahrvollen Unterfangen.


Sichere Regal-Nutzung und Einlagerung

Aus diesen Sicherheits-Problemen schließt die HFUK Nord folgende Anforderungen und Maßnahmen – für die sichere Nutzung der Regale sowie eine sichere Einlagerung.

Es sollten nur Regale mit einer Aufbau- und Betriebsanleitung verwendet werden. Wenn Regale selbst gebaut werden, muss der Errichter die Standsicherheit nachweisen und die notwendige Aufbau- und Betriebsanleitung erstellen.

Die Regale sind nach der Aufbau- und Betriebsanleitung zu errichten und zu betreiben. Die Aufstellfläche muss die notwendige Traglast aufweisen. Die Verbindungen der Bauelemente des Regals müssen gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert sein. Wenn die Fachlast 200 kg oder die Summe der Fachlasten in einem Feld über 1000 kg beträgt, ist das kennzeichnungspflichtig. Außerdem muss der Hersteller bzw. der einführende Importeur Typ und Baujahr des Regals deutlich sichtbar angeben.

Falls das Regal nicht über die notwendige Standfestigkeit verfügt, kann es erforderlich sein, dass es an der Wand befestigt wird. Ein Regal gilt als standsicher, wenn die Höhe geringer als die fünffache Tiefe ist. Bei der Beschickung des Regals gilt der Leitsatz „Schweres nach unten, Leichtes nach oben“. Wenn ein Regal 1,80 m oder höher ist, muss ein geeignetes Steiggerät, etwa eine Leiter, ein Tritt oder ein Podest, zur Verfügung stehen. Werden die Regale durch Gabelstapler beschickt, muss vor den Stützen ein Anfahrschutz vorhanden sein. Die Feuerwehr-Unfallkassen mussten in der Vergangenheit oft feststellen, dass der notwendige Anfahrschutz fehlte.


Regelmäßige Regalprüfung - ja oder nein?

Ob Regale regelmäßig überprüft werden müssen, beschreibt § 10 Abs. 2 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): „Unterliegen Arbeitsmittel Schäden verursachenden Einflüssen, die zu gefährlichen Situationen führen können, hat der Arbeitgeber die Arbeitsmittel entsprechend den nach § 3 Abs. 3 ermittelten Fristen durch hierzu befähigte Personen überprüfen zu lassen.“

Die Entscheidung, ob das Regal geprüft werden muss oder nicht, liegt also beim Unternehmer.

Bei einer Überprüfung sollten folgende Punkte abgearbeitet werden:

  • Wurde das Regal entsprechend der Montageanleitung aufgebaut?
  • Sind Schäden an Teilen der Konstruktion vorhanden?
  • Sind Schäden oder Überlastungen an Trägern vorhanden?
  • Sind die Regalstützen lotrecht?
  • Sind Risse in Schweißnähten vorhanden?
  • Wie sind Zustand und Wirksamkeit von Sicherungen (Aushebelsicherungen, Anfahrsicherungen etc.)?
  • Wie ist die Lage und Verteilung der Lasten auf dem Regal?
  • Sind die Belastungs- und Informationshinweise vorhanden und aktuell?
  • Sind die Regale zu schwer beladen?
  • Werden die Maximalmaße der Ladeeinheiten eingehalten? (kein gefährlicher Überhang)
  • Dürfen die Lagergegenstände zusammengelagert werden?
  • Steht ein geeignetes Steiggerät zur Verfügung?

Weitere Garanten für eine sichere Einlagerung sind laut HFUK Nord zusätzlich zu den genannten Punkten ein ausreichend großes sowie ein sauberes, aufgeräumtes Lager.

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