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BVH - Schutz für Haut und Hände

Das macht der Bundesverband Handschutz e.V.

Die Hand ist ein wichtiges Werkzeug für alle Lebenslagen. Genauso schützenswert ist das größte Organ des Menschen, die Haut. In vielen Berufen werden sowohl Hand als auch Haut strapaziert und gestresst – und oft werden sie zu wenig geschützt. Der Bundesverband Handschutz e.V. (BVH) möchte das ändern. Die Arbeitsschutz-Portal-Redaktion traf BVH-Geschäftsführer Frank Zuther auf der Messe Arbeitsschutz Aktuell in Frankfurt am Main. Hier stellen wir den BVH vor - denn Gesundheit ist Hautsache!

Der Branchenverband BVH besteht aus 2 Fachbereichen – dem Fachbereich Handschutz und dem Fachbereich Hautschutz. „Hand- und Hautschutz gehören zusammen“, begründet Frank Zuther diese Aufteilung. Im BVH sind etwa 20 Mitglieder organisiert, allesamt Hersteller von Haut- und Handschutzprodukten, die sich verpflichten, mit ihren Produkten eine Qualitätscharta zu erfüllen. Denn Ziel des BVH ist es , dem Anwender bestmögliche Produkte für den Schutz seiner Haut und seiner Hände anzubieten, egal ob Desinfektionsmittel, Hautschutzcreme oder Schutzhandschuh – Qualität ist ein Muss!


Zahl der berufsbedingten Hauterkrankungen steigt

Hand- und Hautschutz müssen gefördert werden, denn die Zahl der Betroffenen steigt seit Jahren. 2011 wurden laut dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) erstmals mehr als 25.000 berufsbedingte Hauterkrankungen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gemeldet – das sind stolze 35,2% aller Berufskrankheits-Verdachtsmeldungen! Bei den Arbeitsunfällen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: 2012 war bei 310.039 von den insgesamt 916.355 Arbeitsunfällen mit mindestens drei Arbeitsunfähigkeitstagen als Folge die Hand betroffen – das sind 33,8%!

Die Größe des Unternehmens spielt beim BVH keine Rolle: Dort treffen groß und klein aufeinander und profitieren voneinander. Laut Zuther stehen nicht die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund, sondern der Wille, den Hand- und Hautschutz zu optimieren. Da verrät der große Hersteller dem kleineren schon auch mal das ein oder andere Geheimnis, und der BVH bündelt die wichtigen Infos.

Know-how soll geteilt und nicht wie ein Schatz eigennützig gehütet werden. Experten befassen sich in unterschiedlichen Gremien mit unterschiedlichen Themen rund um Hand- und Hautschutz. Kommunikation, Schulung und Information stehen an oberster Stelle. Sowohl intern als auch nach außen. „90% der Handschuhe werden falsch eingesetzt“, ist die These Zuthers. Der BVH möchte Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und andere Entscheider und Anwender darüber informieren, welche Art von Hand- und Hautschutz wann und wie im Idealfall eingesetzt wird. „In Deutschland werden viele Handschuhe eingesetzt, aber viele eben falsch. Für jemanden, der die Handschuh-Größe 6 braucht, muss ein Handschuh in Größe 6 zur Verfügung stehen. Außerdem wird das Schutzpotenzial des Handschuhs oft über- und die Gefahr gleichzeitig unterschätzt“, so Zuther. Er schätzt, dass mehr als die Hälfte der verwendeten Schutzhandschuhe in Deutschland nicht optimal eingesetzt werden. Besonders beim Umgang mit chemischen Produkten würde Handschutz oft frei nach dem Motto „Mir passiert schon nichts“ falsch oder sogar gar nicht eingesetzt. Die Langzeitfolgen können verheerend sein. Der BVH verspricht objektive, herstellerunabhängige und kostenlose Information.

Mit dem Status quo der gesetzlichen Rahmenbedingungen zeigt sich Frank Zuther zufrieden. „Unser gesetzlicher Standard ist gut, um zu gewährleisten, dass nur gesunde und ungefährliche Produkte angeboten werden. Er müsste nur eingehalten werden. So sollte zum Beispiel immer eine Original-Konformitätserklärung vorhanden sein.“ Die Probleme entstünden häufiger dadurch, dass Handschutz nicht oder falsch eingesetzt werde als dass eine Erkrankung unmittelbar durch die Arbeit entstehe.


BVH bietet kostenlose Infos für den optimalen Hand- und Hautschutz

Beim BVH ist kostenloses Informationsmaterial erhältlich, etwa Schriften wie BVH Aktuell, BVH Standpunkte oder Beiträge in Fachzeitschriften. Das Problem mit der Information erklärt Frank Zuther: „Wir müssen halt auch auf offene Ohren stoßen“. Sichere, schnelle, praxisnahe und vor allem verständliche Information für die sichere Anwendung von Hand- und Hautschutz sind Ziel des BVH.

2015 bietet der BVH die kostenpflichtigen Seminare "Hand- und Hautschutz praxisnah" an. Neben Rechtsgrundlagen, Grundlagen zu Produkten und Produktauswahl geht es auch um die korrekte Benutzung und die betriebliche Umsetzung - praxisrelevante Information eben.

Auch in die Normung und die Erstellung von Regelungen bringt sich der BVH ein. Denn: „Wir kennen die Praxis“, so Zuther. Die letzten Beratungen für die neue PSA-Verordnung hätten soeben stattgefunden. Daran angelehnt wird sich laut Zuther in der Normung einiges verändern – vom Schnittschutz über Abrieb bis zur Beständigkeit gegen Chemikalien. Und neue Werkstoffe erfordern neue Schutzhandschuhe. Es passiert also was in Sachen Hand- und Hautschutz, und der BVH will sich auch in Zukunft einbringen.

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