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Neue Gefahrgutvorschriften: ADR-Änderungen jetzt umsetzen!

Das ist seit 01. Januar 2015 anders

Die internationalen Vorschriften für den Gefahrguttransport auf der Straße sind zum 1. Januar 2015 turnusgemäß angepasst worden. Der Änderungstext der ADR-Vorschriften (Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route) 2015 umfasst stolze 180 Seiten. Viel Stoff - und Unternehmen, die mit gefährlichen Gütern zu tun haben, sollten sich bereits mit den Änderungen beschäftigen oder besser: beschäftigt haben. Umgesetzt werden müssen sie nämlich ab 01. Juli 2015.

„Für viele Anwendungsbereiche verändern sich die Transportbedingungen“, sagt Thomas Schneider, Gefahrgut-Experte bei DEKRA. Die Auswirkungen sind je nach Branche unterschiedlich groß.


Wichtigste Änderungen der ADR 2015

Im Entsorgungsbereich gibt es eine neue Beförderungs-Möglichkeit für leere ungereinigte Gefahrgut-Verpackungen. Dafür wurde eine eigene UN-Nummer geschaffen.

Neues gibt es auch zu Lithium-Batterien: Die Sondervorschriften für die Beförderung zur Entsorgung oder zum Recycling ändern sich, und: „Der Wegfall der Angabe der Verpackungsgruppe bei Gegenständen führt unweigerlich zur Änderung der Beförderungsdokumente“, erklärt Schneider. „Das wird für den einen oder anderen viel Arbeit nach sich ziehen.“

Bei der Verwendung von Kühl- und Konditionierungsstoffen gibt es eine leichte Lockerung, die zum Beispiel die Verwendung von Trockeneis zur Kühlung von Versandstücken betrifft. Die Kennzeichnungs- und Dokumentationspflicht besteht in Zukunft nur dann, wenn tatsächlich Erstickungsgefahr besteht. „Das bedeutet, es muss in einer Gefährdungsbeurteilung die Frage geklärt werden: Kann die Menge des verwendeten Trockeneises dazu führen, dass die freigesetzte CO2-Menge zu einer Gefahr für Beteiligte werden kann?“, erläutert der DEKRA-Fachmann die Neuerung. „Im Einzelfall wird diese Beurteilung nicht ganz einfach sein. Deshalb wird schon jetzt über weitere Änderungen zum Jahresanfang 2017 diskutiert.“

Es gibt aber auch eine Neuerung, die alle betrifft, die am Gefahrguttransport beteiligt sind: Die Gefahrzettelmuster werden geändert. Die Vorgaben wurden genauer definiert, die Linienstärke wurde auf 2 mm festgelegt. Viele Anbieter werden ihre Gefahrzettel daraufhin überarbeiten müssen. „Wichtig ist, bei der Bestellung von Gefahrzetteln rechtzeitig darauf zu achten, dass die neuen Vorgaben eingehalten werden“, so DEKRA-Fachmann Schneider. „Wer Versandstücke mit aufgedruckten Gefahrzetteln verwendet, muss eventuell seine Druckvorlagen ändern.“

Auch die Schriftliche Weisung, das sogenannte Unfallmerkblatt, wird geändert. Die Ausweitung des Rauchverbots auf elektronische Zigaretten hat eine Überarbeitung notwendig gemacht, außerdem wurden Normverweise gestrichen. Das neue Muster der Schriftlichen Weisung muss spätestens zum 30.06.2017 in jedem kennzeichnungspflichtigen Fahrzeug vorliegen.



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