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Im Winter auf Baustellen sicher arbeiten

BG BAU gibt Tipps für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Moderne Techniken und neue Baustoffe machen die Arbeit auf Baustellen inzwischen auch im Winter möglich – selbst bei Minusgraden. Gerade wenn Termine einzuhalten sind, nutzen viele Unternehmer diese Möglichkeit. Dabei sollte gerade bei Schnee und Eis auf ein sicheres Arbeitsumfeld und Kälteschutz geachtet werden, wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) betont. Betriebe können sich dazu von der BG BAU beraten lassen.

Ausrutschen beim Weg über die Baustelle, Stürze von glatten Deckenschalungen und Hallendächern oder Unfälle bei Wartungsarbeiten auf vereisten Maschinen: Im Winter lauern wegen Glatteis und rutschigen Böden sowie schlechten Lichtverhältnissen besonders viele Gefahren. Im letzten Winter, Dezember 2015 bis Februar 2016, geschahen auf deutschen Baustellen fast 23.000 zum Teil schwere Arbeitsunfälle. Über 5.000 davon waren Stolper-, Sturz- und Rutschunfälle. Das ergab eine vorläufige Auswertung der BG BAU.

Arbeitgeber müssen mögliche Gefährdungen beurteilen und Risiken vermeiden. Arbeiten auf vereisten Baugerüsten dürfen gar nicht erst ausgeführt werden. 

Doch schon in der Planungsphase eines Bauprojekts und in der Ausschreibung sollte der Winterdienst berücksichtigt werden. Auch auf Baustellen und in der Umgebung von Rohbauten gilt die Verkehrssicherheitspflicht und damit die winterliche Streu- und Räumpflicht, wie die BG BAU betont. Zuständig ist der Baubetrieb, der diesen Pflichten entweder selbst nachkommen oder einen externen Dienstleister beauftragen muss.

Die Gefahren, die durch eine nicht ausreichende Beleuchtung entstehen, werden oft unterschätzt. Verkehrswege sind laut der Berufsgenossenschaft blendfrei mit mindestens 20 Lux auszuleuchten. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich.


PSA für winterliche Verhältnisse bereitstellen

Die BG BAU weist auch darauf hin, dass moderne Winter- und Wetterschutzkleidung krankheitsbedingte Fehlzeiten durch hartnäckige Erkältungen, chronische Erkrankungen der Atemwege sowie des Muskel- und Skelettsystems vermeiden kann. Laut AOK-Fehlzeitenreport 2016 lag die jährliche Arbeitsunfähigkeit beispielsweise im Hoch- und Tiefbau bei 15 Tagen - und damit 3,4 Tage über dem Durchschnitt aller Branchen.

Die Berufsgenossenschaft gibt ebenfalls genauere Tipps zur Kleidung: Sie sollte winddicht sein und auftretende Feuchtigkeit durch Schwitzen nach außen ableiten können, sonst kühlt der Körper aus. Es macht Sinn, mehrere Lagen Kleidung übereinander zu tragen. Die richtige Kombination aus Wetterschutzjacke und -hose – beispielsweise aus Mikrofasern, abgestimmt mit geeigneter Unterkleidung – ist dabei entscheidend. Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung erlauben. Auch der nötige Kälteschutz für den Kopf ist wichtig, etwa durch einen Helm mit Winterauskleidung. Wichtig sind zudem geeignete Arbeitshandschuhe sowie Sicherheitsschuhe der Kategorie S 3 mit rutschhemmenden Sohlen.

Voraussetzung, dass die Prävention durch Winterschutzkleidung auch funktioniert, ist natürlich, dass Beschäftigte vom Arbeitgeber bereitgestellte Schutzkleidung auch tragen ...

Neben der PSA sollten die Unternehmen bei tiefen Temperaturen Belange der Gesundheit auch bei der Arbeitsgestaltung und bei der Arbeitsorganisation berücksichtigen Etwa könne es sinnvoll sein, den Mitarbeitern in den Pausen heiße Getränke zum Aufwärmen bereitzustellen. Laut der Arbeitsstättenverordnung müssen sich die Mitarbeiter außerdem gegen Witterungseinflüse geschützt umziehen, waschen und wärmen können. In Pausenräumen sollte es mindestens 21 Grad Celsius warm sein. Nur auf kleineren Baustellen bis maximal 10 Beschäftigte sei eine mobile - möglichst beheizbare - Toilettenkabine mit Handwaschgelegenheit ausreichend. Wenn vor dem Toilettengang die Wetterschutzkleidung abgelegt werden müsse, sei ein Sanitärcontainer mit genügend Ablagefläche sinnvoll.


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