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BGW empfiehlt Unterziehhandschuhe aus Baumwolle

Mehrwegnutzung lohnt sich finanziell und logistisch

Schutzhandschuhe sind bei vielen Tätigkeiten im Pflegealltag unverzichtbar. Problem: Bei längeren Tragezeiten bringen sie die Hände ins Schwitzen, was nicht nur unangenehm ist, sondern dauerhaft die Haut irritieren und gar zu Hauterkrankungen führen kann. Hier können Unterziehhandschuhe aus Baumwolle Abhilfe schaffen: Sie saugen die entstehende Feuchtigkeit auf. Textile Unterziehhandschuhe lassen sich außerdem wiederaufbereiten und so mehrfach nutzen. Dass sich die Mehrwegnutzung auch finanziell lohnt, darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hin. Eine von der BGW in Auftrag gegebene Studie der Universität Greifswald belegt das jetzt.

Eine Forschungsgruppe ließ textile Unterziehhandschuhe drei Monate lang im Stationsbetrieb in der neurologischen Frührehabilitation testen. Sie sollten bei voraussichtlichen Tragezeiten ab zehn Minuten eingesetzt und bei jedem Wechsel der Untersuchungshandschuhe mit gewechselt werden. So ist es in hygienesensiblen Bereichen erforderlich. Die Baumwollhandschuhe wurden nach dem Gebrauch aber nicht entsorgt, sondern nach Größe sortiert in Wäschesäckchen abgeworfen. Die Aufbereitung erfolgte einmal wöchentlich als Krankenhauswäsche.

18 Beschäftigte aus der Pflege und dem therapeutischen Bereich dokumentierten den Gebrauch der Handschuhe und beurteilten unter anderem Tragekomfort und Tastempfinden.


Hoher Nutzen für Hautschutz - wenig Zeitaufwand

Eingesetzt wurden die textilen Unterziehhandschuhe den Studienergebnissen zufolge besonders oft dort, wo es nicht so sehr auf das Tastgefühl und die Feinmotorik ankam: etwa bei allgemeinen Pflegetätigkeiten, beim Umlagern oder beim Waschen. Die allgemeine Akzeptanz der Baumwollhandschuhe lag bei über 95 %, die Probanden berichteten von einem passgenauen Sitz und einem angenehmen Tragegefühl. Rund 90 % der Studienteilnehmer empfanden die Auswirkung der zusätzlichen Schutzmaßnahme auf ihre Haut als gut bis sehr gut – und das bei einem geringen Zeitaufwand. Sie empfahlen allerdings, die Handschuhe in der Nähe des jeweiligen Einsatzortes vorzuhalten.

Die Wiederaufbereitung der Unterziehhandschuhe für eine Mehrfachnutzung überzeugte sowohl logistisch als auch finanziell. Im Durchschnitt verwendete jeder Studienteilnehmer vier Paar Unterziehhandschuhe pro Tag. Der Preis für den Einkauf und die Aufbereitung lag am Ende der Studie bei weniger als 50 Cent pro Anwendung – das entsprach einem Drittel des Einkaufspreises! Und da die meisten Handschuhe nach der Studie noch nutzbar waren, wäre die Mehrwegnutzung im normalen Klinikalltag wahrscheinlich noch günstiger.

Für einen erfolgreichen Einsatz textiler Unterziehhandschuhe rät die BGW:

  • Informieren Sie die Beschäftigten umfassend, wie sie die Handschuhe nutzen sollen. Das erhöht die Akzeptanz dieser Hautschutzmaßnahme.
  • Definieren Sie geeignete Einsatzbereiche! Unterziehhandschuhe aus Baumwolle lassen sich bei allgemeinen Pflegetätigkeiten ohne Probleme nutzen. Bei Tätigkeiten mit erhöhtem Bedarf an Feingefühl braucht es etwas Übung.
  • Sorgen Sie für eine gute Logistik! Zu klären ist, wo die Unterziehhandschuhe hinterlegt sind und wo sie abgeworfen werden, wie sie die Aufbereitung in der Wäscherei durchlaufen, wann aussortiert wird und wie lange die Abläufe dauern.

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