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Brandschutzhelfer - wie viele sind genug?

Und was sollte die Ausbildung beinhalten?

Etwa 200 brandbedingte Großschäden ereignen sich in Deutschland jedes Jahr – von den vielen kleineren Bränden ganz zu schweigen. Durchschnittlich entstehen bei solchen Großbränden Kosten von vier bis fünf Millionen Euro. Nicht selten werden Menschen dabei verletzt oder verlieren sogar ihr Leben. Viele Unternehmen führt ein Brand in die Insolvenz. Was Verantwortliche in den Betrieben oft nicht wissen: Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“, die die Arbeitsstättenverordnung konkretisiert, fordert von jedem gewerblich tätigen Unternehmen – gleich welcher Größe oder Branche – die Ausbildung von Brandschutzhelfern in „ausreichender“ Zahl.

Vom Kioskbesitzer an der Ecke bis zum DAX-30-Unternehmen sind also alle gewerblich tätigen Unternehmen dazu verpflichtet, Brandschutzhelfer in eben jener ausreichenden Zahl zu bestellen und ausbilden zu lassen. "Ausreichend" im Falle des Einmann-Kiosks ist der Betreiber in Personalunion und bei einem DAX-30-Unternehmen eine der Unternehmensgröße und der Gefährdung entsprechende Anzahl. Dazu verpflichten die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Vorschrift 1 u. DGUV Information 205-023), die den Brandschutz in Betrieben regeln.

Was heißt das konkret? „Kleine und mittlere Unternehmen müssen in der Regel fünf Prozent ihrer Beschäftigten zum Brandschutzhelfer ausbilden lassen. Das gilt unter Berücksichtigung des Schichtbetriebs und nicht nur für die Lagerhalle, sondern auch für die Büros in der Verwaltung. Liegt eine generell erhöhte Brandgefährdung vor, erhöht sich sogar die Anzahl der geforderten Helfer“, erklärt Rainer Lill vom CompetenceCenter Handwerk/Industrie der DEKRA Akademie.

Kurze Rechnung: Befinden sich regelmäßig fünf Mitarbeiter im Betrieb, benötigt die Firma einen Brandschutzhelfer. Bei einem 500-Personen-Unternehmen sind es in der Regel 25 Brandschutzhelfer. Und bei einem Kaufhaus mit 500 Beschäftigten und regelmäßig etwa 1.000 Kunden im Geschäft ergeben sich für zusammen 1.500 Menschen dem Rechenschlüssel zufolge 75 Brandschutzhelfer. Wer dagegen verstößt, kann mit Bußgeldern bis zu 1.000 Euro belegt werden.

Mit qualifizierten Brandschutzhelfern schützen Unternehmer ihren Betrieb dauerhaft, sorgen für Rechtssicherheit und erfüllen betreffende Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes.

Die Ausbildung muss nach DGUV-Information 205-023 folgende Themen enthalten:

  • Grundzüge des Brandschutzes
  • Betriebliche Brandschutzorganisation
  • Funktion und Wirkungsweise von Feuerlöscheinichtungen
  • Gefahren durch Brände
  • Verhalten im Brandfall
  • Praxis: Löschtaktik, Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen, betriebsspezifische Besonderheiten, Einweisung in den betrieblichen Zuständigkeitsbereich

Eine Auffrischung nach 3 bis 5 Jahren wird empfohlen.

Übrigens: Hier gelangen Sie zu Infos über Brandschutzbeauftragte und zur DGUV-Information 205-003 "Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten". Brandschutzbeauftragte können Brandschutzhelfer ausbilden. Brandschutzhelfer unterstützen Brandschutzbeauftragte bei ihrer Tätigkeit. Den Unterschied zwischen beiden erklären die Experten von komnet.nrw.de.

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