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Gefahr durch asbesthaltige Spachtelmassen und Fliesenkleber

Mindestens in einem Viertel aller Bauten vor 1995 zu finden!

GVSS informiert über asbesthaltige Spachtelmassen und Fliesenkleber

Herstellung und Verarbeitung von Asbest sind in Deutschland zwar seit 1993 verboten – die Höchstzahl der Erkrankungen und Todesfälle wegen Asbest steht aber noch bevor. Grund für diese tückische Tatsache ist die lange Inkubationszeit. Und die Gefahr, mit Asbest in Kontakt zu kommen, ist noch lange nicht ausgestanden. Bis heute sind viele Baustoffe mit Asbestfasern in den Bauwerken erhalten geblieben. Nutzer und Handwerker sind den Gefahren oft ungeschützt ausgesetzt, ohne es zu wissen, warnt der Gesamtverband Schadstoffsanierung e.V. (GSS). Experten stellten bei Prüfungen fest, dass asbesthaltige Spachtelmassen oder Fliesenkleber in ungefähr einem Viertel der vor 1995 errichteten Gebäude vorhanden sind.

Diese Gefahrenquellen stellen sowohl bei Abbruch- als auch bei Sanierungsarbeiten ein großes Gesundheits-Risiko dar, denn es werden erhebliche Mengen Asbestfasern freigesetzt und mit der Raumluft eingeatmet. Schon bei einem einfachen Tapetenwechsel kann es zu erhöhten Asbestwerten in der Raumluft kommen. Entwarnung gibt es vom GVSS nur für die normale Raumnutzung, bei der durch asbesthaltige Spachtelmassen und Fliesenkleber keine Gefährdungen entstehen.


Krebserkrankungen: Latenzzeit von 15 bis 40 Jahren

Nach dem Kontakt mit Asbest können sich mit einer Latenzzeit von 15 bis 40 Jahren Krebserkrankungen in den Atmungsorganen oder im Bauch- und Rippenfellraum bilden. Nach Einschätzung der Bundesregierung sterben pro Jahr mehr als 1.500 Menschen an einer asbestbedingten, schweren Erkrankung. Europaweit rechnet man bis zum Jahr 2020 mit bis zu 500.000 Toten durch Asbest. Diese Größenordnungen sind vergleichbar mit den Opferzahlen aus dem Straßenverkehr, ohne aber eine gleichwertige Beachtung zu finden.


Viele Branchen, Bauprofis und Heimwerker betroffen

Dass Asbest in Baumaterialien, wie Dachplatten, Fassadenelementen, Brandschutzwänden, Installationskanälen und Fußbodenbelägen steckt, ist bekannt. Weniger bekannt ist dagegen die Tatsache, dass auch Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber Asbestanteile enthalten. Das führt dazu, dass Beschäftigte vieler Branchen, etwa Maler, Fliesenleger, Trockenbauer, Sanitär- und Heizungsinstallateure oder Hausmeister, nach wie vor erheblichen Risiken ausgesetzt sind. Wenn die Gefahr unbekannt ist, werden natürlich keinerlei Schutzmaßnahmen ergriffen.


GVSS fordert einheitliche Regeln und verbindliches Kataster

Der GVSS fordert eindeutigere Regelungen für den Umgang mit diesem Asbestproblem. Der GVSS-Vorsitzende Christoph Hohlweck stellt fest: „Auch mehr als 20 Jahre nach dem Verbot hat unsere Gesellschaft die mit dem Asbest verbundenen Herausforderungen noch längst nicht gemeistert. Asbesthaltige Spachtelmassen und Fliesenkleber sind in unserem Baubestand weit verbreitet, aber sie werden selten erkannt. Heimwerker und Bauprofis inhalieren täglich die tödliche Gefahr, ohne es auch nur zu ahnen. Wir brauchen dringend ein verbindliches Asbestkataster für den Bestand an Altbauten, sonst werden wir die sich fortsetzenden persönlichen und volkswirtschaftlichen Schäden nicht eindämmen. Es ist an der Zeit, diese bereits im Jahr 2012 von der europäischen Dachorganisation der Baugewerkschaften erhobene Forderung umzusetzen.“


VDI-Diskussionspapier zu verstecktem Asbest

Auch der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bestätigt "teils erhebliche gesundheitliche Gefahren" durch solche versteckten Asbestquellen und hat das Diskussionspapier "Asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber in Gebäuden" veröffentlicht. Nach Angaben des VDI machen es angepasste Untersuchungs- und Analysemethoden möglich, solche verdeckt eingebauten und unregelmäßig vorhandenen asbesthaltigen Baustoffe zu erkennen, auch wenn die Staubbelastung sonst sehr hoch ist.

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