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Wie viele Schadstoffe setzen Betriebe frei?

Umweltschutz im Betrieb: UBA bietet Daten und Fakten

Betriebe müssen ihre Daten zu von ihnen freigesetzten Schadstoffen und verbrachten Abfällen veröffentlichen, wenn sie gewisse Mindestmengen überschreiten - immerhin waren das im Berichtsjahr 2013 in Deutschland über 5.100 Betriebe! Diese Daten werden im Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister "Pollutant Release and Transfer Register" (kurz: PRTR ) gesammelt. Das Umweltbundesamt (UBA) hat nun ausgewertet, welche Branchen Boden, Wasser und Luft am meisten schaden.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Immer mehr Betriebe müssen Bericht erstatten, weil sie die Mindestgrenzen überschreiten. 2007 waren es noch 4.452 Betriebe; 2013 schon 5.166.
  • 93 % der Betriebe, die bereits 2012 erfasst waren, blieben es auch 2013.
  • Die meisten berichtspflichtigen Betriebe gibt es im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, gefolgt von den flächenmäßig größten Bundesländern Bayern und Niedersachsen. Die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg weisen die wenigsten meldepflichtigen Betriebe auf.
  • 83 % der berichtspflichtigen Betriebe gehören zur Abfallwirtschaft. Die meisten Luftemissionen verursacht die Intensivtierhaltung. 40 % der Betriebe, die überhaupt Luftemissionen gemeldet haben, sind solche Betriebe aus der Intensivtierhaltung.
  • Schadstoffeinträge erfolgen am häufigsten in die Luft (30 %) und zu jeweils 10 % mit dem Abwasser ins Wasser oder direkt ins Wasser.
  • Betriebe, die Schadstoffe in den Boden eintragen, machen 0,05 % aus.
  • Kommunale Kläranlagen sind Haupteinleiter in Wasser, gefolgt von der Chemischen Industrie und der Papier- und Holzindustrie.
  • Die Chemische Industrie als auch die Lebensmittelindustrie bringen am meisten Schadstoffe über Abwasser in Gewässer.

Übrigens: Deutschland hat in der Europäischen Union die zweitmeisten PRTR-Betriebe. Spitzenreiter ist Großbritannien.

Das UBA listet außerdem die "Top-10-Schadstoffe" und ihre hauptverursachenden Branchen auf:

  1. Kohlendioxid: Energiewirtschaft
  2. Chloride: mineralverarbeitende und chemische Industrie
  3. Kohlenmonoxid: metallverarbeitende Industrie
  4. Stickoxid: Energiewirtschaft
  5. Schwefeloxid: Energiewirtschaft
  6. Methan: mineralverarbeitende Industrie
  7. Gesamter Organischer Kohlenstoff: Chemische Industrie, Lebensmittelindustrie, Abfall- und Abwasserbewirtschaftung
  8. Gesamtstickstoffmenge: Kläranlagen
  9. Flüchtige organische Verbindungen (NMVOC): sonstige Industriezweige, darunter fallen Betriebe, die Oberflächen mit Lösungsmitteln behandeln (bspw. Lackieranlagen)
  10. Ammoniak: Intensivtierhaltung

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