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LasthandhabV gilt auch in der Pflege!

BGW und DGUV informieren und helfen

Klingt komisch und unsensibel, physikalisch gesehen ist der menschliche Körper aber ebenso eine Last wie jeder Gegenstand. Deswegen gilt auch beim Bewegen von Menschen in der Pflege die Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV). Die LasthandhabV regelt branchen- und tätigkeitsübergreifend, wie Betriebe die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten beim manuellen Umgang mit physikalischen Lasten zu schützen haben. Ihre Vorgaben gelten in der Pflege beispielsweise für das Verlagern von Personen im oder aus dem Bett, für das Haltgeben im Stand und für das Unterstützen beim Gehen. Darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hin.

Den Körper als Last zu betrachten, fällt schwer, schließlich sollte der Mensch mit seinem Bedarf an Hilfe und seiner Würde im Mittelpunkt stehen. Trotzdem liegt die Belastung des Bewegungsapparates beim manuellen Bewegen der zu pflegenden Personen oft über den Grenzen des Vertretbaren. Die Lendenwirbelsäule leidet besonders.


Gefährdungsvermeidung ist die beste Prävention

"An erster Stelle steht in der Verordnung ganz klar das Vermeiden gefährdender manueller Handhabungen von Lasten", erklärt Stefan Kuhn, Präventionsexperte der BGW. In der Pflege und Betreuung ist stets zu prüfen, ob die jeweilige Person überhaupt beim Bewegen unterstützt werden muss.

"Wenn ja, ist als Nächstes zu klären, ob sich das manuelle Handhaben des Körpergewichts durch organisatorische Maßnahmen oder Arbeitsmittel vermeiden lässt." Patienten könnten zum Beispiel bestimmte Hilfsmittel selbstständig einsetzen. Oder sie benötigten vielleicht nur einen zusätzlichen Haltegriff oder einfach etwas mehr Zeit, um selbstständig mobil zu sein.


Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip treffen

Wenn sich das manuelle Bewegen nicht vermeiden lässt, sind die damit verbundenen Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten in einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und mit daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen zu minimieren. Hier gilt das T-O-P-Prinzip: Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen – und diese wiederum Vorrang vor personenbezogenen.

Wichtige technische Hilfsmittel sind beispielsweise vollständig elektrisch verstellbare Pflegebetten und Lifter. Auch kleine Hilfsmittel wie Gleitmatten oder Rutschbretter entlasten die Pflegekräfte und unterstützen die Pflegebedürftigen. Ein adäquater Personalschlüssel ist eine organisatorische Stellschraube. Informationen, Unterweisungen und Trainings zählen zu den personenbezogenen Maßnahmen.


Grenze der Belastbarkeit einhalten

Die Mobilität der anvertrauten Menschen zu erhalten und zu fördern, ist ein wichtiges Ziel in der Pflege. Gerade 2014 ist ein Entwurf für einen entsprechenden Expertenstandard vorgestellt worden. "Die angestrebte Gesundheitsförderung und Prävention hat aber auch die Beschäftigten mit einzuschließen", betont Kuhn. Oft würden sich hier Synergien ergeben: Je mobiler die zu pflegenden Personen seien, desto geringer seien die potenziellen Gefährdungen im Sinne der LasthandhabV. Allerdings dürfe die Ressourcenförderung nicht zu Lasten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gehen.


DGUV-Information als Arbeitshilfe für die Pflege

Wie sich die relativ abstrakt gehaltene LasthandhabV konkret im Pflegealltag anwenden lässt, zeigt eine Broschüre der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), an der Fachleute der BGW mitgewirkt haben: die DGUV Information 207-022 "Bewegen von Menschen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege – Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung nach der Lastenhandhabungsverordnung".

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