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Tödlicher Arbeitsunfall nach Störung am Shredder

Neue Arbeitssicherheits-Tipps von der BG ETEM

Nicht nur aus Beinaheunfällen kann und sollte man Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit ableiten. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) berichtet in der Rubrik "Aus Unfällen lernen" von einem tödlichen Arbeitsunfall an einem Shredder mit einer daran angeschlossenen Ballenpresse - und gibt Tipps, wie solche tragischen Ereignisse verhindert werden können.

Der Unfall ereignete sich in einer Wellpappenfabrik. Ein Mitarbeiter arbeitete allein an einem Shredder mit angeschlossener Ballenpresse. Er hielt das Förderband des Shredders an, ging zu der Anlage, geriet dabei hinein und wurde tödlich verletzt. Vermutlich wollte er eine Störung beseitigen.

Die BG ETEM betont, dass die Beseitigung von Störungen an solchen Anlagen eines der größten Unfallrisiken ist.

Sie rät:

  • Störungen durch konstruktive Maßnahmen (z. B. Vermeidung übermäßiger Materialaufgabe durch mechanische Begrenzung des Aufgabequerschnittes) zu vermeiden oder in einen unkritischen, von der Gefahrenzone entfernten Bereich zu verlegen. Wenn das nicht möglich ist, muss ein sicherer Zugang für die Entstörungsarbeiten geschaffen werden, etwa mit ortsfesten Arbeitsbühnen im Bereich der Einfüllöffnung.
  • Reißleinen zu spannen, die zur Not auch für einen auf dem Band liegenden Mitarbeiter erreichbar sind. Sie müssen quer, längs über den Wangen oder V-förmig über dem Förderband verlaufen.
  • bei Shreddern mit langer Nachlaufzeit eine mit einer Drehzahlüberwachung gekoppelte Ampel zu installieren, die eindeutig den Stillstand der Anlage anzeigt.
  • Personenerkennungssysteme einzuführen. Diese hätten sich an größeren, weitgehend automatisierten Anlagen bewährt. Jeder Träger eines Transponders, selbst handlungsunfähige Personen, werden auf dem Zuführförderband erkannt und die Anlage wird automatisch abgeschaltet. Alle Beschäftigten, die Zugang zu dem Anlagen-Bereich haben, müssen dann den Transponder tragen, z. B. in der Arbeitskleidung.
  • die Beschäftigten regelmäßig zu unterweisen. Es reiche nicht, die Betriebsanleitung zur Verfügung zu stellen.


Gefährdungsbeurteilung als Basis für sichere Arbeit an Anlagen

Die Gefährdungsbeurteilung ist nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) Pflicht und dient als Basis für alle Maßnahmen, die ergriffen werden können und sollten. Darin muss zum Beispiel festgelegt werden, ob der Mitarbeiter in einem solchen Bereich überhaupt alleine arbeiten darf und ob die Schutzeinrichtungen an der Maschine ausreichend sind, bzw. welche organisatorischen oder technischen Maßnahmen noch notwendig sind.

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