Nachricht

Ergonomische Arbeitsplätze - die A+A zeigt, wie's geht!

Ergonomie-Themen auf der Messe und beim Kongress

Ergonomie am Arbeitsplatz – auf der A+A, der Arbeitsschutz-Messe mit Kongress, die vom 27. bis 30. Oktober 2015 in Düsseldorf stattfindet, ist Ergonomie von Arbeitsplätzen und Arbeitsprozessen ein Schwerpunktthema. Die Ziele ergonomischer Arbeitsplätze sind eine höhere Arbeitsleistung bei optimierter Belastung des Menschen (Gesundheitsschutz) und eine damit einhergehende Produktivitätssteigerung.

André Klußmann vom Institut ASER e.V. bringt es auf den Punkt: „Eine gute ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ist ein wesentlicher Baustein, um Beschäftigte bis zum regulären Renteneintrittsalter an ihrem Arbeitsplatz halten zu können und somit z. B. dem Fachkräftemangel aktiv gegenzusteuern. In den vergangenen Jahren ist dieses Thema auch beim Gesetzgeber stärker in den Fokus gerückt, zum Beispiel durch die explizite Erwähnung der 'physischen und psychischen Gesundheit' im Arbeitsschutzgesetz, der Aufnahme auch des Begriffes 'Ergonomie' in die novellierte Betriebssicherheitsverordnung oder der Benennung 'wesentlich erhöhter körperlicher Belastungen' als Angebotsvorsorge in der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung.“

Nach der neuen Betriebssicherheitsverordnung muss der Arbeitgeber bei der Auswahl von Arbeitsmitteln und bei der Festlegung von Maßnahmen zur Verwendung von Arbeitsmitteln auch die ergonomischen Zusammenhänge berücksichtigen. Die Verwendung der Arbeitsmittel ist so zu gestalten und zu organisieren, dass Belastungen und Fehlbeanspruchungen, die die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gefährden können, vermieden oder, wenn dies nicht möglich ist, auf ein Mindestmaß reduziert werden.


Ergonomie – ein Thema mit großer Auswirkung in allen Arbeitsbereichen

Ergonomie gewinnt in den Unternehmen an Bedeutung. Michael Mohrlang, bei der BMW AG im Rahmen des Arbeitsschutzes verantwortlich für die Ergonomie am Standort München, beschreibt es so: „Ergonomie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die in die meisten Bereiche des Arbeitslebens hineinwirkt. Unabhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen, wie zum Beispiel dem demografischen Wandel, sind ergonomische Erkenntnisse immer gleichbleibend wirksam. Demografische Veränderungen bestärken allerdings die Wichtigkeit zur Umsetzung der bereits seit vielen Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse.“

Ein gutes Praxis-Beispiel ist die Continental AG – Klaus-Dieter Wendt ist dort Leiter Ergonomie: „Es ist unser Ziel, bis 2020 für 50 Prozent unserer Mitarbeiter demografiefeste Arbeitsplätze bereitzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir alle existierenden Produktionsarbeitsplätze in Deutschland mit einem Belastungs-Dokumentations-System analysiert und bewertet und bewerten alle neuen und umzugestaltenden Arbeitsplätze. Dadurch erhalten wir die ergonomierelevanten Daten zu dem jeweiligen Arbeitsplatz und können so Maßnahmen ergreifen, um ihn zum einen demografiefest und zum anderen für Männer und Frauen ohne Überlastung ausführbar zu gestalten.“


Unternehmenskultur für sichere und gesunde Arbeit schaffen

Neben technischen Maßnahmen sind eine hohe Sicherheitskultur und das Bekenntnis zu guten und nachhaltigen Arbeitsbedingungen Basis für eine gute Ergonomie. Doch nicht nur in privaten Unternehmen sind gute ergonomische Arbeitsbedingungen und Arbeitsmittel von Bedeutung für die Zukunft, sondern auch im öffentlichen Dienst. Die Stadt München hat das erkannt; Johannes Thallmair ist dort leitender Sicherheitsingenieur: „In den vergangenen Jahren hat es eindeutig positive Entwicklungen zum Thema Ergonomie gegeben - nicht nur von Seiten der Hersteller, sondern auch hinsichtlich der Akzeptanz und der Notwendigkeit in der Verwaltung. Gerade wir von einer großen Kommune müssen auf eine zunehmend ältere Belegschaft reagieren und unsere Arbeitsplätze entsprechend gestalten.“


Ergonomie für alle Arbeitsplätze ist auch Kongress-Thema

Nicht nur die A+A-Messe greift das Thema Ergonomie auf, sondern auch der A+A-Kongress: Er will Trends und Entwicklungen aufzeigen, zum Beispiel mit der Key-Note von Prof. Dr. Ralph Bruder  vom Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt. Sein Thema lautet „Menschengerechte Arbeitsgestaltung – Produktivität – Prävention“ mit der zentralen These: „Ergonomie nimmt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Digitalisierung und des demografischen Wandels ein.“

Unter Federführung der Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) findet der Kongressblock „Ergonomie – von der Theorie in die Praxis“ statt. Jeder Beitrag dieses Kongressblocks zeigt aus verschiedenen Blickwinkeln (KAN, Siemens AG, Robert Bosch GmbH, Continental AG) Möglichkeiten der ergonomischen Arbeitsgestaltung auf.

Zwei weitere große Kongressblöcke widmen sich dem Thema Ergonomie im Büro sowie in der Produktion.

Speziell für die Branche Bauwirtschaft gibt es die Veranstaltung „Altersgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft“. Gerade dort wird es immer schwieriger, den Fachkräftebedarf zu decken. Daher spielt die Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse der immer älter werdenden Beschäftigten eine zentrale Rolle für Leistungs- und Qualitätssicherung.


„Ergonomie-Scouts“ tragen das Thema in die Betriebe

Auch in den Sonderveranstaltungen ist das Thema „Ergonomie“ zu finden: Beim „Tag der Sicherheitsbeauftragten“ ist es explizit Schwerpunkt. Sicherheitsbeauftragte nehmen jetzt schon eine wichtige Rolle in der betrieblichen Sicherheitsorganisation ein und werden zukünftig noch verstärkt eingebunden und ausgebildet werden, um neue Aufgabenfelder abzudecken. Dr. Markus Bruch von RWE wird von der Qualifizierung von Sicherheitsbeauftragten zu sogenannten „Ergonomie-Scouts“ berichten. Diese werden speziell dafür weitergebildet, ergonomischen Sachverstand in die Abteilungen zu bringen, ergonomischen Gestaltungsbedarf zu identifizieren und Kollegen für diese Themen zu sensibilisieren.


Ergonomie in Halle 10

Im Rahmen der A+A-Fachmesse ist Halle 10 im Themensegment „Gesundheit bei der Arbeit“ der Treffpunkt für Ergonomie-Interessierte. In der Nähe des „Treffpunkt Sicherheit und Gesundheit“, wo sich die nicht-kommerziellen Anbieter und Akteure gemeinsam präsentieren, sind die Ausstellungsbereiche „Corporate Health“ und „Workplace Design“ angesiedelt, die ein gemeinsames Bühnenprogramm bieten. Der Ausstellungsbereich „Corporate Health“ wurde speziell für Anbieter und Organisationen aus dem Gesundheitsbereich geschaffen – von Arbeitsmedizin über freie Gesundheitsberufe bis zu Angeboten für die Suchtprävention. Im Themenpark „Workplace Design“ zeigen Aussteller ergonomisch optimierte Arbeitsplätze. Hier können Sie Arbeitsplatzlösungen, zum Beispiel dynamische Sitzkonzepte, testen und vergleichen.

Übrigens: Auch Lärm am Arbeitsplatz und das Raumklima gehören zur Ergonomie.

Durch die ergonomisch günstige Gestaltung von Arbeitsplätzen, Vorrichtungen, Werkzeugen und Maschinen kann der Mensch langfristig sicher und gesund arbeiten. Wie das Thema Ergonomie in der Praxis optimal umgesetzt werden kann, will die A+A 2015 zeigen.

Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren:

Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies in Ihrem Browser platziert werden.  [mehr erfahren] OK, verstanden