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Ergonomie am Bau: MSE verhindern

Hilfsmittel benutzen - eigenes Verhalten reflektieren

Bücken, Knien, Über-Kopf-Arbeit: Ungünstige Körperhaltungen gehören für viele Beschäftigte zum Alltag - nicht nur, aber doch besonders oft am Bau. Diese ungünstigen Körperhaltungen belasten das Muskel- und Skelettsystem und können der Grund für Rückenschmerzen und Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sein. Arbeitgeber und Mitarbeiter sollten deswegen auf Ergonomie achten: Ergonomische Hilfsmittel sollten genutzt und Regeln zum richtigen Heben und Tragen eingehalten werden; Beschäftigte sollten öfter ihre Körperhaltung wechseln. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) weist im Rahmen der Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken" auf die hohen Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit von Bauarbeitern und auf die Folgen hin. Aus dem Fehlzeitenreport 2014 des wissenschaftlichen Instituts (WidO) der AOK geht hervor, dass über ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage bei Beschäftigten im Baugewerbe im Jahr 2013 auf MSE zurückzuführen waren. Bei Maurern, Stahlbetonbauern und Straßenbauern war es fast ein Drittel.


Warnsignale des Körpers werden ignoriert

26 Prozent aller festgestellten Krankheiten bei Beschäftigten der Baubranche sind MSE, wie der Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnische Dienst (ASD der BG BAU) in seinen Gesundheitsberichten mitteilt. Die finanzielle Folge: Für Heilbehandlungen, Rehabilitation und Renten zahlte die BG BAU in den letzten zehn Jahren über 73 Millionen Euro. Dabei kommt eine MSE nicht von heute auf morgen. Verspannungen in Schulter und Nacken sowie im unteren Rücken sind oft Warnsignale. Werden sie ignoriert, können Rückenschmerzen chronisch werden.


Gefährdungsbeurteilung und Hilfsmittel als Präventionsmaßnahmen

Unternehmen müssen sich bereits vor Beginn der Arbeiten einen Überblick verschaffen, wer von ihren Beschäftigten betroffen ist. Durch die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung sollten Art, Häufigkeit, Dauer und Höhe der Belastungen erkannt werden.

Ergonomische Hilfsmittel wie Podeste und Kleingerüste bei Arbeiten in höheren Bereichen, Fliesenschneidemaschinen auf höhenverstellbaren Tischen oder Teleskop-Stiele mit Anbauwerkzeugen können speziell zur Prävention von Wirbelsäulen- und auch Knieerkrankungen dienen. Um Zwangshaltungen zu vermeiden, sollte die Körperhaltung öfter gewechselt werden.


Richtiges Heben und Tragen - eine Frage der Vernunft

Wichtig ist auch das richtige Heben und Tragen von Lasten. Für Gewichte über 25 Kilogramm müssen Transportmittel wie kleine Ladekrane, Transportwagen, Treppensteiger oder Aufzüge eingesetzt werden. Regeln für das manuelle Heben und Tragen geringerer Lasten: Beim Anheben einer schweren Last nahe an diese herantreten und sie mit geradem Rücken und nur so tief wie nötig aus der Hocke heben. Die Last sollte dicht am Körper gehalten und gleichmäßig mit geradem Rücken abgesetzt werden. Leichte Lasten werden mit leicht gebeugten Knien aufgenommen, wobei der Oberkörper mit dem Unterarm auf dem Oberschenkel abgestützt wird. Ruckartige Bewegungen und Verdrehungen, die Bildung eines Hohlkreuzes, schweres einseitiges Heben und Tragen und eine verdeckte Sicht beim Lastentransport sind zu vermeiden.

Mehr Ergonomie-Tipps speziell für die Bau- und Gebäudereiniger-Branche bietet die BG BAU online.

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