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Ergonomische Autositze: Denken Sie auch beim Fahren an Ihren Rücken!

In 9 Schritten zur richtigen Autositz-Einstellung

Besonders Berufspendler oder Berufskraftfahrer kennen das Gefühl, wenn sie nach Stunden aus dem Auto aussteigen und alles wehtut. Was bei Bürostühlen immer selbstverständlicher wird, nämlich eine ergonomische Grundausstattung mit zahlreichen individuellen Einstellmöglichkeiten, ist bei Autositzen noch rar. Dabei gibt es sie, die gesunden Autositze, wie der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. betont.

Je länger und häufiger jemand Auto fährt, desto wichtiger wird ein rückengerechter Autositz. Der AGR vergibt ein Gütesiegel für besonders rückengerechte Autositze, wenn sie die folgenden Eigenschaften haben:

  • feste Grundstruktur und Anpassung an die natürliche Wirbelsäulenform. Seitenwangen an Sitz und Lehne unterstützen den Körper zusätzlich.
  • individuell einstellbare 4-Wege-Lordosestütze stützt die Lendenwirbelsäule
  • bis an die Oberkante des Kopfes einstellbare Kopfstütze, um das Verletzungsrisiko bei Unfällen zu minimieren
  • hohe Rückenlehne, die den gesamten Rücken unterstützt. Eine stufenlose Lehneneinstellung erleichtert die Anpassung
  • verstellbare Sitzhöhe, -neigung und -tiefe
  • Sitzheizung, Ventilationssystem und klimafreundliche Bezüge für ein gutes Sitzklima


Pionier im Bereich „rückengerechte Autositze“ ist laut AGR die Adam Opel AG, die mit Ausnahme der kleinsten Autos für alle Modelle optional rückengerechte Autositze anbietet. Bei Mercedes gibt es ab Herbst 2015 in den Neufahrzeugen aller Fahrzeugklassen einen AGR-zertifizierten Fahrer- und teilweise Beifahrersitz. Auch eine Nachrüstung ist möglich.


Nur die richtige Einstellung macht rückengesund!

Doch der beste rückengerechte Autositz hilft nichts, wenn er nicht richtig eingestellt ist. Der AGR führt Sie Schritt für Schritt zur richtigen Sitzeinstellung:

  1. Rücken Sie mit dem Gesäß ganz an die Sitzlehne heran. Stellen Sie nun Ihren Sitz so ein, dass die Beine bei durchgetretenen Pedalen leicht angewinkelt sind.
  2. Die Rückenlehne muss so geneigt sein, dass das Lenkrad mit leicht angewinkelten Armen erreicht werden kann. Hierfür sollte diese in einem Winkel von circa 110 Grad eingestellt werden. Achten Sie darauf, dass auch bei Lenkbewegungen der Schulterkontakt zur Lehne erhalten bleibt.
  3. Wenn eine Lehnenkopfeinstellung vorhanden ist, sollten Sie diese nur anpassen, wenn die normale Lehnenkontur zur Schulterabstützung nicht ausreicht. Weniger ist hier mehr.
  4. Wählen Sie jetzt die für Sie richtige Sitzhöhe. Sitzen Sie so hoch wie möglich. Zwischen Kopf und Dachhimmel sollte aber noch eine Handbreit Platz sein.
  5. Stellen Sie die Sitzflächenneigung so ein, dass die Oberschenkel locker auf der Sitzfläche aufliegen und die Pedale ohne großen Kraftaufwand durchgetreten werden können.
  6. Wenn Sie die Sitzflächenlänge eingestellt haben, sollten zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante 2–3 fingerbreit Freiraum vorhanden sein.
  7. Justieren Sie die Kopfstütze so, dass zwar der Kopf geschützt, der Nacken jedoch nicht gestützt wird. Eine zu tief eingestellte Kopfstütze kann bei einem Heckaufprall schwerste Kopf- und Halswirbelverletzungen hervorrufen. Ideal: Oberkante Kopfstütze=Oberkante Kopf.
  8. Wenn Lehne und Sitzfläche mit verstellbaren Seitenwangen ausgestattet sind, sollten Sie darauf achten, dass diese Teile am Körper anliegen, ohne einzuengen.
  9. Die natürliche Form Ihrer Lendenwirbelsäule unterstützen Sie mit der vorhandenen Lordosestütze. Führen Sie die Anpassung immer von unten nach oben durch. Der wichtigste Abstützbereich ist der des Beckens (Gürtellinie).

So passt der Sitz!