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Arbeitsschutz-Messe A+A 2015 - ein Rückblick

Arbeitsschutz-Portal-Redaktion vor Ort

4 Tage Messe und Kongress, vier Tage A+A 2015 sind vorbei. 65.000 Fachbesucher (das waren 2.000 mehr als 2013) aus 80 Ländern informierten sich auf der 30. A+A bei 1.887 Ausstellern aus 57 Nationen über Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Auch die Arbeitsschutz-Portal-Redaktion war in Düsseldorf vor Ort und hat für Sie in der Arbeitsschutzwelt gestöbert! Ein typischer Messetag ...


Schwerpunkt Betrieblicher Brandschutz und Notfallmanagement

Mein erster Anlaufpunkt auf der A+A 2015: Ich suche erst mal ein bisschen Action! Die muss ich doch bei den Live-Shows finden …? Zum Beispiel im Themenpark "Betrieblicher Brandschutz und Notfallmanagement" in Halle 6. Also nichts wie hin und einen der vier Termine für die täglichen Vorführungen abgepasst. Und die Action ist da: Der Bundesverband Betrieblicher Brandschutz Werkfeuerwehrverband Deutschland e.V. (WFVD) simuliert einen Gefahrstoffaustritt an einer Anlage, während ein Arbeiter im Vollkörperschutzanzug daran herumwerkelt … Der Alarm geht per App auf das Smartphone eines Helfers. Zwei Rettungskräfte kommen und helfen dem Verunglückten, eine dritte Einsatzkraft kümmert sich um die Leckage. Wie schwierig es ist, die Mimik des Verunfallten hinter der Sichtscheibe des Schutzanzugs richtig zu deuten, leuchtet ein. Der Vollschutzanzug muss im Dekontaminationsbereich ausgezogen und verpackt werden.

Wie passend, dass heute, am Mittwoch, also am zweiten Messetag, auch im Innovationspark "Safety & Security" betrieblicher Brandschutz und Notfallmanagement das Hauptthema sind. In den ein oder anderen Vortrag reinzuhören oder sich die Experimentalvorträge anzusehen lohnt sich. Das scheinen auch viele andere Messebesucher so zu sehen – die Plätze sind meistens besetzt, wenn es zum Beispiel um Ausbildung und Aufgaben des Brandschutzhelfers, die Prüfung von Feuerlöschern oder GisChem, das Gefahrstoffinformationssystem von der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) geht.

Eine Menge Information habe ich jetzt zu betrieblichem Brandschutz und Notfallmanagement, eine Feuerlöschübung habe ich auch noch auf dem Weg "mitgenommen". Jetzt nichts wie auf zur neuen Sonderschau "Sicheres Retten aus Höhen und Tiefen". Ein ganz schön aufwändiges Programm haben das Technische Hilfswerk (THW) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) da auf die Beine gestellt!


A+A-Neulinge mit Stand für faire Arbeitskleidung

Jetzt aber schnell in Halle 10. Dort interessieren mich besonders die "Messe-Neulinge" vom Eine Welt Netz NRW und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, die faire Arbeitskleidung in die Kommunen bringen wollen. Wer stellt denn so was überhaupt her? Und ist das für Kunden interessant?

"Faire Arbeitskleidung ist kein gigantisch wachsender Markt. Aber heute gibt es doch einige Anbieter, vor fünf Jahren gab es keinen", berichtet Michael Marwede von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt. Als leuchtendes Kunden-Praxisbeispiel nennt er die Stadt Dortmund, die die Arbeitskleidung für ihre Beschäftigten in allen Bereichen auf Bekleidung aus fairer Produktion umgestellt hat.

Arbeitskleidung, die hier als fair bewertet wird, muss die Kriterien von der Fair Wear Foundation erfüllen, die die Hersteller auch tatsächlich kontrolliert. Nur wer 75% der Fair-Wear-Foundation-Bedingungen erfüllt, ist "gut genug". Eine Selbsterklärung oder Good-Will-Bekundungen reichen nicht aus. Und klar werde das ein oder andere faire Produkt teurer, erklärt Marwede, der aber gleichzeitig auf die Vorteile hinweist, die wir ja eigentlich alle kennen: faire Löhne und Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette. Vorträge, Diskussionen, ein Fair-Fashion-Film und eine Fair-Fashion-Performance sollen Lust auf das Thema faire Arbeitskleidung machen.


Deeskalation bei Gewalt am Arbeitsplatz

Auch spannend ist der Schwerpunkt am Messestand von der Unfallkasse Post und Telekom (UK PT): Hier geht es um Deeskalation, um Gewalt am Arbeitsplatz zu verhindern oder zu unterbrechen. Die UK PT teilt sich mit den anderen Unfallkassen und den Berufsgenossenschaft in Halle 10 einen riesigen Stand, auch "Treffpunkt Sicherheit und Gesundheit" (TPSG) genannt.  Auf der TPSG-Bühne geht es voller Action um Hautschutz, Sicherheit auf dem Arbeitsweg mit dem Fahrrad oder den demographischen Wandel. Bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) kann ich es mir natürlich nicht verkneifen, die Hände in die „Fühlstation“ zu stecken, in der verschiedene Gegenstände versteckt sind – Thema: Hautschutz. Am TPSG bekomme ich viele Flyer, Unterlagen, berufsgenossenschaftliche Informationen und sonstige Arbeitsschutz-Materialien kostenlos. Auch ein Verbandbuch ist zu haben, wie praktisch!

Noch ein bisschen bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) rumgeschaut und zu guter Letzt entdecke ich noch die Jungforscher von "Jugend forscht" mit ihrem preisgekrönten Bergungsroboter, die gerne erklären, wie sie auf die Idee kamen, so etwas zu entwickeln und wo der Roboter überall eingesetzt werden könnte. Bis jetzt krabbelt er als giftgrüner Prototyp geschickt auf einem Tisch herum.

Schon ist er rum, mein Messetag. Es gab viel Bekanntes, aber auch einiges Neues. Mit diesen Eindrücken fahre ich nach Hause und habe noch mehr Lust auf und Ideen für Arbeitsschutz!

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