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Langzeiterkrankungen: Diese Berufe sind besonders gefährdet

BKK-Gesundheitsreport mit Fakten und Zahlen zu Langzeiterkrankungen und Arbeitswelt

"Langzeiterkrankungen sind auf einem offenbar unaufhaltsamen Vormarsch", erklärt Franz Knieps, Vorstand des BKK-Dachverbands, anlässlich des BKK-Gesundheitsreports 2015, der sich speziell mit "Langzeiterkrankungen - Zahlen, Daten, Fakten" befasst. Die Ergebnisse der Datenauswertung von 9,1 Millionen Versicherten lassen aufhorchen. Fälle langer Arbeitsunfähigkeit (AU von mehr als sechs Wochen) verursachen 47,5 % der Arbeitsunfähigkeits-Tage. Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) und psychische Erkrankungen sind die Übeltäter, die wiederum mehr als die Hälfte aller AU-Tage verursachen. Am häufigsten sind Beschäftigte im Postdienst und in der Abfallbeseitung lange krank. Im Postdienst ist der Durchschnitt der AU-Tage von 16,3 AU-Tage in 2009 auf 26 AU-Tage in 2014 gestiegen! Ein solcher Anstieg hat in keiner anderen Wirtschaftsgruppe stattgefunden. Das wiederum könnte an der Beschäftigungsstruktur in dieser Branchen liegen. Der BKK-Gesundheitsreport 2015 stellt interessante Zusammenhänge zwischen Krankheit und Alter, Geschlecht, sozialem Stand und Arbeitswelt her.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Der Krankenstand sank 2014 im Vergleich zum Vorjahr von 4,88 % auf 4,75 % - vermutlich, weil es 2014 keine Grippewelle gab
  • MSE, psychische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen verursachen mehr als die Hälfte aller AU-Tage
  • In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der AU-Tage wegen psychischer Erkrankungen um 129 % gestiegen. Zum Vergleich: Bei MSE waren es + 34 %
  • Nur 4 % der AU-Fälle sind Langzeiterkrankungen. Dafür verursachen diese 47,5 % der AU-Tage
  • Mehr als die Hälfte der Langzeit-AU-Fälle (51,6 %) wird durch MSE oder psychische Erkrankungen verursacht
  • Frauen weisen mehr AU-Fälle und AU-Tage auf. Nur bei den Langzeiterkrankungen gibt es keine Geschlechtsunterschiede
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) scheint zu greifen: Das Durchschnittsalter der Belegschaften steigt, die Langzeit-AU-Fälle steigen aber nicht im gleichen Maß. 2004 waren 27,6 % der BKK-Pflichtversicherten über 45 Jahre alt - 2014 waren es 43, 7 %. Außerdem dauern die Langzeit-AU-Fälle in größeren Betrieben kürzer an als in kleineren, was laut BKK ebenfalls auf funktionierende Gesundheitsschutz-Maßnahmen wie BGM und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) zurückzuführen ist
  • ALG-I-Empfänger sind häufiger lange krank als beschäftigte Mitglieder
  • In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gibt es die häufigsten Langzeit-AU-Fälle

Der BKK-Gesundheitsreport 2015 verrät noch mehr interessante Fakten über Langzeitkrankheitsfälle, den Zusammenhang mit anderen sozialen Faktoren, sowie über ambulante und stationäre Versorgung. Besonders interessant ist das Kapitel "Krankheitsgeschehen und Arbeitswelt". Folgen Sie dem Link und schauen Sie gleich rein!


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