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Auch Schutzhelme haben ein 'Verfallsdatum'

BG BAU informiert über sinnvollen Austausch

Auch Schutzhelme haben ein Verfallsdatum! Wann sie ausgetauscht werden sollten, hängt von den Einsatzbedingungen ab. Industrieschutzhelme müssen Stöße dämpfen und durchdringungsfest sein. Auch Helme, die der DIN 397 oder der DIN EN 14052 entsprechen und damit diesen Ansprüchen genügen, bestehen aus Kunststoffen und haben nur eine begrenzte Haltbarkeit. Schließlich altern Kunststoffe und werden durch UV-Strahlung, Witterungseinflüsse oder mechanische Beanspruchung spröde. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) empfiehlt, Schutzhelme bei regelmäßiger und dauerhafter Nutzung alle vier Jahre auszutauschen.


Thermoplastisch oder duroplastisch - das ist hier die Frage!

Das Alter des Helmes erkennen Sie am Herstellungsdatum, das genauso wie die Angaben zu Hersteller, Typ, Größe und Werkstoff zur Kennzeichnung des Helmes gehört. Die Kennzeichnung befindet sich meist an der Unterseite des Helmschildes. Besteht ein Schutzhelm aus thermoplastischem Kunststoff, so ist er mit PE, PC, ABS, HDPE oder auch mit PP, PP-GF, PC-GF gekennzeichnet. Industrieschutzhelme aus duroplastischem Kunststoff müssen erst nach acht Jahren ausgetauscht werden. Diese erkennen Sie an der Kennzeichnung PF-SF und UP-GF.

Aber Vorsicht: Manchmal kann ein Austausch auch schon vor Ablauf dieser Fristen Sinn machen! Nach einem harten Schlag sollte der Schutzhelm sofort ersetzt werden, so die BG BAU. Die Stabilität kann schon unter einer nicht sichtbaren Veränderung der Molekularstruktur des Kunststoffs oder einem nicht sichtbaren Haarriss leiden. Bei einem sichtbaren Riss im Helm darf ein Austausch keine Frage sein!


Wann Sie einen Helm tragen müssen

Eine Helmpflicht besteht übrigens bei allen Tätigkeiten, bei denen es Gefährdungen durch herabfallende, pendelnde, umfallende oder wegfliegende Gegenstände gibt. Darunter fällt zum Beispiel die Arbeit unter Baukranen. Auch wenn Beschäftigte mit dem Kopf an Gegenstände stoßen könnten, wie etwa auf Baugerüsten, greift die Helmpflicht. Wo es solche Gefährdungen gibt, müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Arbeitsschutzhelme bereitstellen.

Und manchmal gibt es sogar eine Bezuschussung: Seit Januar 2015 fördert die BG BAU für gewerbliche Mitgliedsunternehmen mit Arbeitsschutzprämien die Anschaffung von Industrieschutzhelmen nach EN 397. Diese Helme im Bergsteiger-Design sind mit vormontiertem 4-Punktkinnriemen ausgestattet, erfüllen die Anforderungen für Schutzhelme auf Baustellen und bieten außerdem einen hohen Tragekomfort.

Übrigens: Allein im Jahr 2013 registrierte die BG BAU fast 12.600 Arbeitsunfälle mit Kopfverletzungen, davon über 5.400 meldepflichtige Unfälle. Was eigentlich Voraussetzung sein sollte, betont die Berufsgenossenschaft noch einmal: Der Baustellen-Einsatz ohne Helm ist an vielen Arbeitsplätzen leichtfertig und hat oft tragische, manchmal sogar tödliche Folgen.

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