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Einsatzstellenhygiene: Gesundheitsschutz bei Feuerwehren

HFUK Nord gibt Gesundheitsschutz-Hinweise

Feuerwehrleute sind beim Einsatz oft Gefahrstoffen ausgesetzt – manchmal ohne ihr Wissen. Schadstoffe können zum Beispiel durch Einatmen, Verschlucken oder über die Haut aufgenommen werden; Schädigungen reichen vom kurzfristigen Husten bis hin zu Lungenkrankheiten oder Krebs – wenn nicht ausreichend auf Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz geachtet wird. Die Einsatzstellenhygiene ist deswegen extrem wichtig: Welche Maßnahmen bei der Planung, beim Einsatz selbst und danach eingehalten werden sollten, damit Feuerwehrkräfte die eigene Kontamination und die Verschleppung von Schadstoffen in das private Umfeld vermeiden? Die Feuerwehr-Unfallkasse für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HFUK Nord) klärt auf!


Vor dem Einsatz

Unterweisungen und Schulungen für Feuerwehrangehörige in Sachen Gefahrstoffe sind Pflicht! Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und anderes für den Einsatz notwendiges Material ist vom Arbeitgeber bereitzustellen. Zur Feuerwehr-Grundausstattung gehören Helm, Handschuhe, Schutzanzug und Stiefel. Weitere PSA (wie etwa Atemschutz, Atemschutzgeräte, spezielle Handschuhe, Einmalanzüge oder andere Schutzanzüge) sowie Behälter für das Aufnehmen, Sammeln und Lagern kontaminierter Kleidung und Gegenstände, gehören zur spezielleren Ausstattung. 


Im Einsatz

Die Sachlage zu erörtern, ist an der Einsatzstelle die wichtigste Aufgabe. Gibt es Gefahrstoffe? Sind deren Eigenschaften bekannt? Die HFUK Nord weist darauf hin, dass Absperrbereiche schnell eingerichtet werden müssen. Ist nicht bekannt, welche Auswirkungen durch gesundheitsgefährdende Stoffe bestehen, sollte von der höchsten Gefahr ausgegangen werden.

Folgende Grundsätze stellt die Feuerwehr-Unfallkasse auf:

  • Informationen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sowie Einsatzplanung einholen. Fehlende Informationen beschaffen.
  • So wenig Personal wie möglich einsetzen.
  • Reduzierung der Expositions- und Einsatzzeiten auf das Notwendige.
  • Schutzkleidung an der Einsatzstelle grob reinigen.
  • Ablegen kontaminierter Schutzkleidung.
  • Ersatzkleidung bereithalten.
  • Eventuell Ausklopfen der PSA -> hier gegebenenfalls Schutzkleidung tragen und Windrichtung beachten und ausnutzen.
  • Wegen einer Kontaminationsverschleppung nicht mit kontaminierter PSA ins Feuerwehrfahrzeug steigen.
  • Hygieneboard verwenden.
  • Auch bei „kalten“ Einsatzstellen muss mit Schadstoffen gerechnet werden, daher geeigneten Atemschutz tragen.
  • Es müssen Säcke oder andere Behälter für die Lagerung und den Transport der PSA vorhanden sein. Diese müssen gekennzeichnet werden, damit der Transporteur oder die Wäscherei wissen, wie sie damit umzugehen haben.
  • Transport von kontaminierten Gegenständen eventuell mit einem gesonderten Fahrzeug durchführen.
  • Stiefel sind an der Einsatzstelle grob zu säubern und im Feuerwehrhaus mittels Stiefelwäsche zu reinigen.
  • An der Einsatzstelle nicht rauchen.
  • Essen und trinken ist gerade bei langen Einsätzen notwendig – dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Essensausgabe in einem sicheren Bereich liegt, der auch bei Änderung der Windrichtung nicht gefährdet ist.
  • Die Lebensmittel müssen vor Schadstoffen geschützt werden.
  • Die Einsatzkräfte müssen sich Hände und Gesicht waschen sowie wenn nötig desinfizieren.
  • Mit kontaminierter PSA dürfen Kantinen und Sozialräume nicht betreten werden.
  • Nach Möglichkeit soll mit Besteck und nicht mit den Händen gegessen werden.


Nach dem Einsatz

Nach dem Einsatz könnten Gerätschaften, wie das Fahrzeug, Werkzeuge oder Schläuche, kontaminiert sein. Personal, das diese Geräte reinigt, muss über die Verschmutzung informiert werden. Je nach Kontamination müssen Geräte oder PSA besonders gereinigt oder entsorgt werden.Die Reinigung speziell von PSA hat nach den Herstellerangaben zu erfolgen, damit Schutzfunktionen solange wie möglich erhalten bleiben.

Duschen sollten mit einem Vorraum ausgestattet sein, in dem kontaminierte Kleidung abgelegt werden kann. Einsatzkräfte sollten mit Desinfektionsmittel sparsam sein, denn es greift die Haut an. Nach dem Duschen sollten Hautschutzmittel verwendet werden.


Im Feuerwehrhaus

Im Feuerwehrhaus muss auf eine "Schwarz-Weiß-Trennung" geachtet werden. Das beginnt schon beim Bau des Feuerwehrhauses und sollte auch bei Umbauten beachtet werden. Schutzkleidung muss zum Beispiel von der Fahrzeughalle und den Dieselabgasen getrennt sein. Private und dienstliche Kleidung zu trennen, wird ebenfalls empfohlen. Wer PSA zu Hause lagert, erhöht die Gefahr einer Kontaminationsverschleppung. Kontaminierte Schutzkleidung darf nicht in der privaten Waschmaschine gewaschen werden, die Kleidung muss fachgerecht gereinigt werden! Auf die Waschzyklen ist zu achten.

Und noch ein Hinweis von der HFUK: Immer wieder werde bei Besichtigungen festgestellt, dass vorhandene Abgasabsaugungen an den Feuerwehrfahrzeugen nicht genutzt werden oder nicht funktionieren. „Der Schutz vor Kontaminationen im Feuerwehrdienst fängt jedoch genau hier an!“

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