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'Equal Pay Day' 2016

Ab morgen bekommen auch berufstätige Frauen Gehalt

Morgen, 19. März 2016, ist "Equal Pay Day". Das heißt: Wenn Sie eine berufstätige Frau sind, haben Sie bis morgen im übertragenen Sinne umsonst gearbeitet. Rechnet man nämlich die 21,6 %, die Frauen laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes weniger verdienen als Männer, in Tage um, bekommen sie erst ab morgen Gehalt. Der „EPD“ steht als Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern.

Ja, Frauen verdienen immer noch weniger als Männer, auch in Deutschland. Und vermutlich werden wir nächstes Jahr um ungefähr dieselbe Zeit wieder über den "Equal Pay Day" und die sogenannte "Gender Pay Gap", die Lücke zwischen den Gehaltshöhen der Geschlechter, schreiben müssen. Die Entgeltgleichheit scheint in weiter Ferne.

Laut der Online-Jobbörse Stepstone beträgt die Lohnlücke bei Fach- und Führungskräften sogar 29 %. Dort, wo Fachkräfte rar sind, wie etwa in der IT oder im Ingenieurbereich, scheinen sich die Gehälter aber immer mehr anzugleichen. Bei IT-Fachkräften verdienen Frauen „nur“ 7 % weniger, bei Ingenieuren 13 %. Bei Berufsgruppen mit weniger Fachkräftemangel ist die Lohnlücke nach wie vor groß, wie beispielsweise im Marketing mit 24 % und im Vertrieb mit 25 % . Bei Letzteren macht die Differenz laut Stepstone aufs Jahr gerechnet circa 10.000 bzw. 12.000 Euro aus.


EPD 2016: Was ist meine Arbeit wert?

"Berufe mit Zukunft" ist das Motto des Equal Pay Day 2016, der vom Verein Business and Professional Women e.V. (BPW Germany) initiiert wird. Bundesweit sollen Aktionen auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen. So soll es "Red Dinner" geben, frei nach dem Motto: "Wir lassen uns nicht abspeisen!", genauso wie "Guerilla Knitting", Foto-, Schirmaktionen … Etwa 1.000 Veranstaltungen gab es zum Equal Pay Day 2015.


Noch größere Geschlechter-Lücke bei der Rente

Noch größer als die Lohnlücke ist laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung die Kluft bei der Rente. Und das gilt für die gesetzliche Rente als auch für die betriebliche Altersversorgung! Nach Zahlen der Rentenexpertin Brigitte Loose lag der "Gender Pension Gap" 2011 bei 57 %, genauer bei 35 % im Osten, wo Frauen häufiger berufstätig sind, und 61 % im Westen. Kleiner Trost ist die Tendenz nach oben: 1992 betrug der Unterschied in Deutschland noch 69 %.

In Euro: Frauen erhielten 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1.037 Euro Rente. Erheblich zurück liegen Frauen auch bei der betrieblichen Altersvorsorge: 25 % der männlichen und 6 % der weiblichen Ruheständler bezogen 2011 eine Betriebsrente der Privatwirtschaft. Männer bekamen mit im Schnitt 574 Euro dreimal so viel wie Frauen. Das WSI attestiert aber zumindest bei der Reichweite eine Änderung: Derzeit erwerben 46 % der Arbeitnehmerinnen und 51 % der Arbeitnehmer Ansprüche in der betrieblichen Altersvorsorge der Privatwirtschaft. Im öffentlichen Dienst beziehen die männlichen Rentner durchschnittlich 392 Euro, die weiblichen 250 Euro.

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