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Führungskräfte haben Schlafprobleme

Top-5-Tipps für besseren Schlaf

Mehr als die Hälfte aller Führungskräfte in Deutschland hat Schlafprobleme. Die Folgen: Unkonzentriertheit, Gereiztheit, verminderte Leistungsfähigkeit, körperliche Symptome, verkürzte Lebenserwartung. Die Max Grundig Klinik befragte 1.000 Führungskräfte und fand heraus: 54 % der männlichen und 59 % der weiblichen Führungskräfte sind mit der Qualität ihres Schlafes unzufrieden.


Grund 1: die ständige Erreichbarkeit

Die Teilnehmer wurden befragt, wann sie ihr Handy beziehungsweise ihren Laptop abends ausschalten und keine Nachrichten mehr empfangen. 27 % der deutschen Manager sind bis kurz vor dem Zubettgehen online, weitere 54 % eine bis zwei Stunden vor der Bettruhe. Und morgens ist es auch nicht besser: 21 % der Führungskräfte checken sofort nach dem Aufstehen die persönlichen Nachrichten, weitere 52 % noch zu Hause vor der Fahrt zur Arbeit. Prof. Dr. Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, erläutert: "Unsere Zahlen belegen, dass rund drei Viertel der Führungskräfte das Büro gedanklich mit nach Hause nehmen und zwar bis spät in die Nacht." 43 % aller und 47 % der weiblichen Führungskräfte geben an, grundsätzlich schlecht von der Arbeit abschalten zu können. Bei 37 % der Befragten liegt das Handy nachts sogar angeschaltet neben dem Bett.

Prof. Diehm schätzt die Lage so ein: "Es ist offensichtlich, dass der moderne Arbeitsstil, rund um die Uhr online zu sein, vielen Führungskräften die innere Ruhe raubt. Wer sich bis spät in die Nacht und schon morgens kurz nach dem Aufstehen mit beruflichen Fragestellungen beschäftigt, kann zwangsläufig schwerer abschalten, was jedoch für einen tiefen und längeren Schlaf notwendig ist." Eine Schlafdauer von rund sieben Stunden pro Nacht ist laut Prof. Diehm ideal. Schlafstörungen liegen vor, wenn jemand mehr als dreimal die Woche nachts aufwacht und mehr als 30 Minuten braucht, um wieder einzuschlafen.


Grund 2: Alkohol

Als zweites fundamentales Problem, das guten Schlaf verhindert, hat sich Alkoholkonsum herauskristallisiert. 41 % aller und 53 % der männlichen Führungskräfte trinken am Abend "in der Regel mehr als ein Glas Wein oder ein Glas Bier". Prof. Diehm: "Alkohol am Abend mag bei der Entspannung helfen, vielleicht schläft man sogar besser ein. Alkohol ist aber sicherlich ein negativer Faktor, um insgesamt gut durch die Nacht zu kommen. Der Körper ist mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt, dies mindert die Schlafqualität nachhaltig." So kennen auch 45 % der Befragten das Phänomen, beispielsweise um 23 Uhr müde zu Bett zu gehen, gut einzuschlafen, nach wenigen Stunden aber wieder aufzuwachen und dann lange Zeit nicht einschlafen zu können. Die Befragten liegen, wenn sie aufwachen, im Bett und grübeln (47 %), lenken sich mit Fernsehen, Lesen, Sudoku oder Malen (28 %) ab oder schreiben E-Mails und andere Textnachrichten (14 %).


Grund 3: Stress und psychische Belastung

Jene 54 % der Führungskräfte, die mit ihrer Schlafqualität unzufrieden sind, wurden weiter befragt. 48 % gaben an, die schlechte Bettruhe hänge mit "beruflichem Stress" zusammen. "Private Probleme" sind bei 25 % der hauptsächliche Auslöser der Schlafprobleme, "finanzielle Sorgen" bei 17 % und "gesundheitliche Sorgen" bei 10 %. Prof. Diehm sieht eindeutig die hohen psychologischen Belastungen durch den Beruf als Faktoren, "die Führungskräfte bis in den Schlaf verfolgen." Er vermutet, dass sich dieses Bild bei anderen gesellschaftlichen Gruppen verschieben würde.


Zum Arzt gehen nur wenige Betroffene

Trotz aller Schlafprobleme und deren Folgen: Es sind nur 27 % der Betroffenen, die zum Arzt gehen. Ein Versäumnis, wie Prof. Diehm glaubt: "Spezialisierte Ärzte sind durchaus in der Lage, über bestimmte Verhaltensänderungen eine bessere Schlafqualität zu unterstützen." Der vorübergehende Einsatz von Schlafmitteln könne dabei durchaus indiziert sein. Diese können über einen längeren Zeitraum zwar abhängig machen, kurzfristig aber den Teufelskreis von "schlechtem Schlaf - schlechter Arbeitsleistung - schlechtem Schlaf" durchbrechen. Laut der Befragung sind es nur 4 % der Befragten mit schlechtem Schlaf, die "häufig" Schlafmittel nehmen, 31 % tun dies "selten". Prof. Diehm: "Viele Führungskräfte verdrängen ihre Schlafprobleme, sie ertragen sie als jobimmanent. Gelegentlich wird dann zur Pille gegriffen, wenn es gar nicht mehr geht." Dabei sollte Schlaflosigkeit wie jede andere Krankheit auch therapiert und Gewohnheiten sollten umgestellt werden.

Die Top-5-Tipps gegen schlechten Schlaf:

  • Abends keinen Alkohol trinken
  • Handy und Computer frühzeitig ausschalten
  • das Zimmer verdunkeln
  • eine regelmäßige Bettzeit einhalten und Rituale vor dem Zubettgehen entwickeln
  • Entspannungstechniken, Meditation, Achtsamkeitsverfahren, um besser wieder einzuschlafen