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Hüftgelenksarthrose - gefährdende Tätigkeiten

Heben, Tragen, Gehen, Steigen - was belastet die Hüfte besonders?

Eine Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) kann viele Ursachen haben – Fehlstellungen, Übergewicht, aber auch bestimmte anhaltende körperliche Überlastungen. Welches am Arbeitsplatz besonders hüftgelenksbelastende Tätigkeiten sind, war aber bis dato unklar. Forscher der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau (BGUM) und des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) haben das jetzt untersucht. Die Ergebnisse finden Sie im IFA-Report 3/2016 „Analyse der Hüftgelenksbelastung bei beruflichen und außerberuflichen Tätigkeiten“.

Fakt ist: Diese Muskel-Skelett-Erkrankung (MSE) verursacht persönliches Leid und finanzielle Schäden. 2011 war sie deutschlandweit für etwa 2, 6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage und rund 1.600 Frühverrentungen verantwortlich. Bei Arthrose handelt es sich um einen Knorpelschaden durch Verschleiß.

Die Wissenschaftler verglichen für ihre Forschungen die Hüftgelenksbelastung beim normalen Gehen und Stehen mit der bei folgenden Tätigkeiten:

  • Heben, Tragen und Umsetzen von schweren Lasten (25, 40 und 50 kg)
  • Leiternsteigen mit Anstellwinkel 70 und 90 Grad
  • Aufstehen aus dem Knien/Sitzen
  • Springen/Landen aus einer Höhe ca. 40 cm
  • Treppensteigen ohne Zusatzlast und mit Zusatzlast von 25 kg

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Das Umsetzen der 40- und 50-kg-Last und das schwere Heben und Tragen (jeweils 50 kg) sind die Tätigkeiten, die das Hüftgelenk am meisten belasten und damit den Knorpel am meisten verschleißen. Das symmetrisch ausgeführte „gesunde“ Heben belastet weniger als das Tragen und Umsetzen, da beim Tragen und Umsetzen die Last oft für kurze Zeit auf einem Bein liegt und damit stärker wirkt. Beim Heben und Umsetzen dauert die Belastung außerdem länger an als bei den restlichen Tätigkeiten, was ebenfalls schädlicher für die Hüfte ist. Keine gesteigerte Belastung konnten die Forscher beim Treppen- und beim Leiternsteigen ohne Last feststellen.

Die Ergebnisse sollen als Hilfe für zukünftige quantitative Expositionsermittlungen in verschiedenen Branchen und Berufsfeldern dienen.

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