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Das ändert sich mit der neuen PSA-Verordnung

Einstufung, Baumusterprüfung, Konformitätserklärung: VO betrifft Basics

Am 20. April 2016 tritt die "Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen und zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG" in Kraft. Besser verständlich: Die neue PSA-Verordnung ist da! Mit einer Übergangszeit von zwei Jahren muss sie nun umgesetzt werden. Doch was müssen Hersteller, Behörden und Zertifizierer von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) nun beachten? Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) informiert über die wichtigsten Neuerungen und Änderungen.


Die wichtigsten Neuerungen aus Sicht des Arbeitsschutzes im Überblick:

  • Veränderte Einstufung von Produkten als PSA: Es gibt drei Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Produkte wie Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte fallen künftig – neu – unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle.
  • Auswirkung der veränderten Einstufung auf Anwender: Für Schutzausrüstung der Kategorie III gilt in Deutschland die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten. "Hier sind die Unternehmen gefragt, ihre Unterweisungen entsprechend anzupassen", sagt Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DGUV.
  • Konformitätserklärung muss jedem einzelnen Produkt beigefügt werden: Hersteller müssen künftig die Konformitätserklärung jedem einzelnen Produkt beifügen. Diese bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht. Bislang reichte es aus, die Konformitätserklärung "auf Verlangen" vorlegen zu können.
  • Neue Verantwortung für Händler und Importeure: Der Geltungsbereich der Verordnung ist umfassender als zuvor. Sie nimmt künftig alle Wirtschaftsakteure in die Pflicht. Mussten bislang nur die Hersteller prüfen, ob ihre PSA-Produkte den Sicherheitsanforderungen entsprechen, werden künftig auch Händler und Importeure in die Verantwortung genommen. Sie müssen sich bei den gehandelten Produkten vergewissern, dass sie geprüft wurden und über eine entsprechende Bescheinigung verfügen.
  • EU-Baumusterprüfung gilt nur noch 5 Jahre: Bislang galten EU-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Gemäß der neuen Verordnung werden sie nur noch für längstens 5 Jahre ausgestellt. Damit ist der Hersteller gezwungen, sein Produkt nach spätestens 5 Jahren genau zu prüfen und entweder der Zertifizierungsstelle zu bestätigen, dass sich nichts geändert hat, oder aber Änderungen durch diese Stelle unabhängig prüfen zu lassen. "Für eine Befristung der Zertifikate", so Dr. Walter Eichendorf, "haben wir uns schon seit langem eingesetzt."

Wie die DGUV berichtet, hat die EU-Kommission bereits angekündigt, dass die PSA-Verordnung durch einen Leitfaden ergänzt werden soll. Sie komme damit Anfragen nach der Auslegung des Textes entgegen.

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