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Arbeitsunfall: Das ist zu tun!

Wann eine Meldung sein muss - Prävention ist immer noch das beste Mittel

865.500 Arbeitsunfälle ereigneten sich laut Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Jahr 2015. Beruhigend: 68 % der Beschäftigten glauben zu wissen, wie sie im Falle eines Arbeitsunfalls richtig handeln – so eine Online-Befragung des TÜV Rheinland unter 12.310 Teilnehmern. Für alle anderen und alle, die sich nicht so sicher sind, erklärt Werner Lüth, TÜV-Experte für Arbeitssicherheit: "Kommt es zu einem Arbeitsunfall, kann schnelles und richtiges Handeln lebensrettend sein. Daher müssen die Rettungskette und die Notfallnummern allen Mitarbeitern bekannt sein."

Die Rettungskette beschreibt, wie die Hilfsmaßnahmen im Unternehmen organisiert sind und in welcher Reihenfolge sie ablaufen sollten. Sie umfasst Maßnahmen von der Sicherung des Verunglückten über die Ersthelfer-Information oder den Anruf beim Notarzt bis hin zum Transport ins Krankenhaus. Dieser Ablauf und die Kontaktdaten der Ersthelfer im Unternehmen sowie die Notrufnummer und der Kontakt zum Betriebsarzt sollten im internen Telefonbuch hinterlegt werden. Ein Aushang am schwarzen Brett und in den Aufenthaltsräumen ist ebenfalls sinnvoll. Bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen gibt es Vordrucke meist als kostenlose Downloads.


Prävention und Vorbereitung für den Notfall

"Damit nach einem Arbeitsunfall schnelle und gezielte Hilfe möglich ist, müssen die Maßnahmen vor dem Unglück ansetzen: Der Arbeitgeber steht in der Pflicht, auf eine ausreichende Anzahl geschulter Ersthelfer im Unternehmen zu achten. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, dass Material für die Erste Hilfe in geeigneten Behältnissen, beispielsweise einem Verbandskasten oder -koffer, vorhanden ist", erklärt Lüth.

Betriebliche Ersthelfer müssen auch in kleinen Unternehmen ab zwei Mitarbeitern geschult und benannt werden. Im April 2015 wurde die Ersthelfer-Ausbildung reformiert: Sowohl die Grundausbildung als auch die alle zwei Jahre fällige Auffrischung dauern jetzt jeweils 9 Unterrichtseinheiten, also einen Tag.


Meldung eines Arbeitsunfalls - dann muss sie sein

Auch wenn ein Arbeitsunfall die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt, muss der Vorgesetzte informiert werden. Spätestens wenn sich Verletzungsfolgen zeigen, wie etwa eine Infektion an einer leichten Schnittwunde, muss der Unfall gemeldet werden. Wenn es zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen kommt, muss der Arbeitgeber den Unfallversicherungsträger, also die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse, informieren.

Die Meldung von Unfällen soll die Arbeitssicherheit im Unternehmen verbessern: Der Arbeitgeber muss die Unfallursache ermitteln und die Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz aktualisieren. Die Erkenntnisse sollten außerdem in die Mitarbeiterunterweisung einfließen.

Am besten ist aber natürlich immer noch die Prävention. Mitarbeiter, die einen Mangel in Sachen Arbeits- oder Gesundheitsschutz bemerken, sollten diesen ihrem Vorgesetzten mitteilen. „Gehört es zu den Aufgaben des Mitarbeiters und hat er ausreichende Kenntnisse, kann er den Mangel auch selbst beheben“, schließt Lüth.

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