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Containersicherheit und Arbeitsschutz

Gastbeitrag vom Container-Profi

Von Containern können vielseitige Gefahren ausgehen. Jüngst offenbarte eine Studie, dass circa 20 Prozent aller Import-Frachtcontainer eine gesundheitsbedenkliche Schadstoffkonzentration aufweisen. Im Hinblick auf die Arbeitssicherheit sind viele weitere Aspekte zu beachten, denn beim Rangieren, Öffnen und Entladen von Frachtcontainern passieren immer wieder Unfälle, die mit schweren Verletzungen verbunden sind. Die Schutzmaßnahmen hängen von der Art des Frachtcontainers, dem Ladegut und den örtlichen Gegebenheiten ab. Die Gefährdungsbeurteilung muss von den anwesenden Personen eingeschätzt werden. Regelmäßige Unterweisungen und Fortbildungen von Beschäftigten können zu einer Reduzierung des Risikos beitragen.


Gefahren beim Rangieren von Frachtcontainern

Beim Rangieren können Lkw-Fahrer einweisende Personen und Passanten gefährden. Lkw-Fahrer können Passanten in schwer zugänglichen Gebieten nicht immer sehen. Schlechte Sichtverhältnisse, eine unzureichende Verkehrsregelung und enge Platzverhältnisse auf Werksgeländen können das Rangieren erheblich erschweren. Im Idealfall sollte ein Helfer im Blickwinkel stehen, der die Sicht des Lkw-Fahrers ergänzt und verhindert, dass Personen vom Fahrzeug erfasst werden. Auch unbeteiligte Personen können zu Einweisern gemacht werden. Ein kurzes Nachfragen schadet nicht und erhöht die Sicherheit enorm. Eindeutige Verkehrsregelungen auf dem Werksgelände und Spiegelsysteme für bessere Sichtverhältnisse tragen dazu bei, dass Unfälle auf ein Minimum reduziert werden. Eine ausreichende Platzbeleuchtung intensiviert die Sicht noch einmal.


Unsachgemäßes Abstellen von Frachtcontainern - Vorsicht, Kippgefahr!

Werden Frachtcontainer auf schrägen Rampen oder geneigten Plätzen abgestellt, führt das zu einem Schiefstand und damit zu einem unsicheren Standplatz. Frachtcontainer und Lkws können bei solchen ungünstigen Entladebedingungen umkippen! Deshalb sollte die Abstellfläche eben sein beziehungsweise eine Rampe geschaffen werden, die nicht geneigt ist.


Gefahren beim Öffnen von Frachtcontainern

Beim Öffnen von Frachtcontainern kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Ladungen sind oft nicht ordnungsgemäß verstaut oder gesichert. Teile der Ladung können beim Transport beschädigt werden und verrutschen. Beim Entladen eines Frachtcontainers können nach dem Öffnen der Türe Waren herausfallen. Außerdem kann es sein, dass die Containertüren durch die drückende Ladung unverhofft aufgestoßen werden. Beim Öffnen von Frachtcontainer-Türen passieren derart oft Unfälle, dass darauf in einem besonderen Maß geachtet werden sollte!

Mögliche Schutzmaßnahmen:

  • Das Öffnen der Containertüren sollte von einem seitlichen Standplatz aus erfolgen
  • Sicherungsmittel sollten angebracht werden, um herausfallendes Ladegut zu sichern
  • Bolzen, die ein Aufschlagen der Containertüren stoppen, sollten angebracht werden
  • Sicherungsgurte oder Klauenketten sollten verwendet werden


Vorsichtsmaßnahmen beim Öffnen von Containern - Achtung, Gefahrstoffe!

Beim Öffnen von Containern sollten stets zwei Personen anwesend sein. Wenn sie aus dem Innenbereich des Containers Gerüche wahrnehmen, sollten sie den Öffnungsbereich schnellstmöglich verlassen. Bei Frachtcontainern mit gefährlichem Ladungsinhalt können Chemikalien austreten, welche die Augen- und Nasenschleimhäute reizen. Durch mangelhafte Sicherungen und Unfälle kann es gelegentlich vorkommen, dass giftige Stoffe entweichen. Das Entladen sollte in einem solchen Fall nur erfolgen, wenn geeignete Atemschutzmaßnahmen ergriffen wurden. Bei Chemikalien wie Sulfuryldifluorid muss ein Atemschutz verwendet werden, der von der Umgebungsluft unabhängig ist. Sollten sich Hinweise auf Gas finden, sollten die Türen zwecks Belüftung geöffnet werden, damit das Gas entweichen kann und Explosionen ausgeschlossen werden. Im Allgemeinen gilt aber, dass der Geruchssinn nicht als geeignetes Warnsystem vor Gesundheitsgefahren betrachtet werden kann. Viele Chemikalien können mit dem menschlichen Geruchssinn nicht wahrgenommen werden.


Vorsicht beim Lösen der Transportsicherung

Ladegut, das nicht ausreichend gesichert wurde, kann also herunterfallen oder umstürzen. Oftmals sind es einzelne Versandverpackungen, die aufreißen und ihren Inhalt entleeren. In vielen Situationen fällt die Ladung erst nach dem Lösen der Transportsicherungen. Falls Ladungssicherungen beschädigt sind versuchen viele Personen, diese mit einer Kettensäge zu öffnen. Davon ist dringend abzuraten!

Mögliche Schutzmaßnahmen:

  • Der Zustand von Ladungen und Verpackungen sollte vor der Lösung von Sicherungen umfangreich begutachtet werden
  • Die Entladung sollte reihenweise erfolgen, das heißt, dass die nächsten Sicherungen erst nach dem Entladen des vorderen Ladeguts gelöst werden
  • Unter Umständen lohnt sich die Installation zusätzlicher Sicherungen
  • Mitarbeiter sollten durch Betriebsanweisungen geschult werden
  • Unerfahrenes Personal sollte beim Entladen von Frachtcontainern nicht alleine gelassen werden


Absturzunfälle an Containern

Beim Entladen von Frachtcontainern kommt es immer wieder zu Absturzunfällen. Beim Entladen der Rampe fallen Mitarbeiter herunter und werden unter Umständen eingequetscht. Eine besondere Gefährdungslage ist gegeben, wenn Frachtcontainer randvoll gefüllt sind und eine Entladung zu Beginn recht schwer ist. Das Gewicht des Frachtguts kann arbeitende Personen zur Seite drücken oder diese erschlagen. Bei Open-Top-Frachtcontainern erfolgt die Beladung und Entladung von oben herab. Hier müssen Beschäftigte zum Anschlagen der Lasten einen sicheren Standort einnehmen können, sonst bestehen erhöhte Absturzgefahren, die leicht zu Knochenbrüchen führen können.

Mögliche Schutzmaßnahmen:

  • Die Ladebrücke sollte sicher aufgelegt werden und für einen sicheren Stand sorgen
  • Ein sicherer Stand kann durch eine feststehende Bühne geschaffen werden
  • Beschäftigte sollten Ausweichmöglichkeiten im Vorhinein bedenken, sodass sie im Notfall in einen sicheren Bereich springen können
  • Falls ein sicherer Stand nicht gewährleistet werden kann, müssen Absturzsicherungen angebracht werden
  • Unterweisung und Qualifizierung von Beschäftigten


Falsche Verwendung von Anschlagmitteln

Beim Einsatz ungeeigneter Anschlagmittel können Ladungen herunterstürzen. Dies geschieht bei der Nutzung von Gabelstaplern regelmäßig. Das Gewicht von herabfallender Ladung kann Gabelstapler relativ einfach aus dem Gleichgewicht bringen und gefährliche Verletzungen bei Fahrern und anderen Beschäftigten hervorrufen.

Mögliche Schutzmaßnahmen:

  • Es sollten ausschließlich geeignete Anschlagmittel verwendet werden
  • Anschlagmittel solten regelmäßig überprüft werden
  • Anschlagmittel sollten bestimmungsgemäß verwendet werden
  • Unterweisung und Qualifizierung von Beschäftigten


Umstürzen von Flurförderzeugen

Mangelhaft errichtete Rampen und Transportwege sowie falsch dimensionierte Flurförderzeuge können bei nicht bestimmungsgemäßer Verwendung umstürzen.

Mögliche Schutzmaßnahmen:

  • Es sollten ausschließlich regelmäßig geprüfte und richtig dimensionierte Flurförderzeuge genutzt werden
  • Transportwege und Rampen sollten so festgelegt und gesichert werden, dass ein Umstürzen von Fahrzeugen ausgeschlossen ist
  • Unterweisung und Qualifizierung von Beschäftigten


Qualifizierung und Unterweisung

Ein Großteil der Arbeitsunfälle mit Containern ließe sich vermeiden, wenn Beschäftigte die entsprechenden Sicherheitshinweise beachten würden. Unternehmer können ihren Beitrag leisten, indem sie ihre Beschäftigten ordnungsgemäß unterweisen und ständige Fortbildungen anbieten. Neue Mitarbeiter sollten im Umgang mit Frachtcontainern niemals alleine gelassen werden. Die Expertise erfahrener Mitarbeiter kann helfen jüngere Fachkräfte zu schulen und ihnen das Auge für das Wesentliche zu verleihen. Oftmals reichen bereits eintägige Schulungen zur Fort- und Weiterbildung aus, um auf die möglichen Gefahren im Bereich des Arbeitsschutzes hinzuweisen.


Autor und fachliche Beratung: Containerbasis.de, die zentrale Anlaufstelle für Ihren Containerbedarf.

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