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Aus Unfällen lernen - Absturzunfall ist neues Praxisbeispiel

BG ETEM erklärt Absturz an einer Biogasanlage

Absturzunfall bei Arbeiten auf einer Biogasanlage: Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) beschreibt in ihrer Online-Rubrik "Aus Unfällen lernen" ein neues Negativ-Beispiel in Sachen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Dieses soll helfen, aus den Fehlern anderer zu lernen. Beim aktuellen Absturzbeispiel gab es kein ausreichendes Sicherungskonzept gegen Absturz. Der Unfall, der sich hier ereignete, wird für den Betroffenen lebenslang Folgen haben.


Der Fall: Absturz beim Übersteigen eines Geländers

An einem Fermenter sollten zwei Tauchmotorrührwerke ausgetauscht werden. Der Verunfalllte wollte diese Arbeit mit drei Kollegen erledigen. Er befand sich  auf dem Kontrollsteg, der um den Fermenter verläuft. Um einen Klemmschlauch zu erreichen, nutzte er das 1, 20 Meter hohe Geländer als "Aufstiegshilfe". Eine Verpuffung ließ ihn erschrecken. Die Folge: Ein Sturz aus 6 Metern Höhe auf den Boden, ein Knochenbruch im Bereich des linken Handgelenks, ein Lendenwirbelbruch und eine Trümmerfraktur am rechten Fuß – Spätfolgen inklusive.


Mangelhafte Gefährdungsbeurteilung, TRBS nicht beachtet

Eine (ergänzende) Gefährdungsbeurteilung der Arbeitssituation vor Ort war laut BG ETEM nicht vorhanden. Wäre eine solche durchgeführt worden, hätte erkannt werden müssen, dass bei der ausgeführten Tätigkeit das Geländer, das als Absturzsicherung diente, vermutlich "außer Kraft gesetzt" würde. Auch seien bei der vorhandenen GBU nicht alle für das Arbeitsverfahren zutreffenden Anforderungen aus der TRBS 1112 Teil 1 "Explosionsgefährdungen bei und durch Instandhaltungsarbeiten" berücksichtigt worden. Wäre die GBU vollständig durchgeführt worden, hätte das Auftreten der explosionsfähigen Atmosphäre oder der Zündgefahren erkannt und vermieden werden müssen.

Folgende Maßnahmen musste das Unternehmen durchführen, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden:

  • Erarbeiten eines Absturzsicherungskonzeptes
  • Bestellen eines über die Dauer der Arbeitsausführung verantwortlichen Aufsichtführenden
  • Einführung eines Freigabeverfahrens
  • Erarbeiten eines Konzeptes zum Freimessen vor Arbeitsaufnahme und zur Konzentrationsüberwachung
  • Technische Lüftung von Bereichen, in denen gefährliche explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann

Folgen Sie dem Link zu diesem Praxisbeispiel in der Rubrik "Aus Unfällen lernen"!

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