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Arbeitsunfall-Statistik 2015 - endgültige Zahlen zeigen Trend

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Weniger Arbeitsunfälle trotz mehr Beschäftigung – die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat im Juli 2016 die endgültigen Zahlen zu Arbeits- und Wegeunfällen in Deutschland für das Jahr 2015 vorgelegt. Diese stammen von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Um in Details der Statistik einzutauchen, hat die DGUV dazu verschiedene Übersichten veröffentlicht. Im Dezember 2016 erschienen ist die "Statistik Arbeitsunfallgeschehen 2015". Einen Überblick inklusive dem Geschehen bei den Berufskrankheiten bietet die Broschüre "DGUV-Statistiken für die Praxis 2015".


Die wichtigsten Fakten aus der DGUV-Statistik

Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist laut der Arbeitsunfall-Statistik 2015 erneut gesunken. Um fast 2% ist die Zahl der Arbeitsunfälle pro einer Million Arbeitsstunden gefallen. Was noch besser klingt: Pro 1 Million Arbeitsstunden ereigneten sich im Jahr 2015 nur 14 Arbeitsunfälle. 866.056 meldepflichtige Arbeitsunfälle gab es insgesamt; das sind etwa 21,9 je 1.000 Vollarbeiter – 1,3% weniger als 2014.

Übrigens: 2015 wurden 1,5% mehr Arbeitsstunden geleistet als 2014.

Auch bei den tödlichen Arbeitsunfällen ist ein Rückgang um 13 zu verzeichnen. Dennoch starben 470 Menschen infolge eines Arbeitsunfalls. Einen Anstieg um 2,84% gab es bei den meldepflichtigen Wegeunfällen. 179.181 Personen verunglückten im Jahr 2015 auf dem Weg von der oder zur Arbeit, 348 bezahlten das mit ihrem Leben – das sind 26 mehr als im Vorjahr.

"Auch bei steigender Beschäftigung, sind die Unfallzahlen auf ein neues Rekordtief gesunken. Nur zum Vergleich: Vor zwanzig Jahren geschahen je Arbeitsstunde noch etwa doppelt so viele Unfälle wie heute. Dieser konstante Rückgang ist bemerkenswert", sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. "Die Arbeitsbedingungen in Deutschland werden immer sicherer. Dafür spricht auch die Tendenz, dass nicht nur die Zahl der meldepflichtigen, sondern auch die der schweren Unfälle abnimmt."


Berufskrankheiten: erstmals Zahlen zu weißem Hautkrebs durch UV-Strahlung

Erstmals liegen jetzt auch Zahlen zur Berufskrankheit weißer Hautkrebs durch UV-Strahlung vor, denn dieser steht erst seit Januar 2015 auf der Berufskrankheiten-Liste: 5.531 Verdachtsanzeigen gab es. "Volkskrankheiten wie der weiße Hautkrebs stellen uns vor besondere Herausforderungen", so Breuer: "Wann ist ein Hautkrebs durch die Arbeit im Freien verursacht und wie lässt sich das feststellen? Bei diesen Fragen soll uns auch die GENESIS-Messkampagne zur UV-Belastung bei Arbeit im Freien weiterhelfen. Ungeachtet dessen gilt aber für alle Menschen, die draußen arbeiten: Schützen Sie sich vor UV-Strahlen! Priorität haben technische und organisatorische Maßnahmen, also Sonnendächer oder -Segel oder eine Verlagerung der Arbeitszeit. Wenn das nicht möglich sein sollte, kommen persönliche Schutzmaßnahmen wie langärmlige Kleidung und Sonnenhut. Letztes Glied in der Schutzkette ist dann die Sonnencreme."

Insgesamt gab es 76.991 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit, der sich in 37.149 Fällen bestätigte. 5.049 neue Renten wurden bewilligt. 2.409 Menschen starben infolge einer Berufskrankheit.


Schülerunfälle auch rückläufig

Auch in der Schülerunfallversicherung gab es 2015 weniger Unfälle als 2014. 1.244.577 Schulunfälle bedeuten einen Rückgang um 3,03%. Um 0,2% stieg die Zahl der Schulwegunfälle – auf 110.200. 61 Schüler kamen in der Bildungseinrichtung oder auf dem Weg dorthin ums Leben; 19 mehr als im Vorjahr.

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