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Arbeitsstunden, Arbeitszeit, Gesetzesverstöße - Zahlen von der Bundesregierung

Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke

Um Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutz auch in der Arbeitswelt 4.0 zu gewährleisten, will die Fraktion Die Linke im Bundestag eine Bestandsaufnahme wichtiger Faktoren aus der Arbeitswelt vorantreiben. Die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion bietet viele interessante Zahlen und Fakten zu Entwicklungen in der Arbeitswelt von 1995 bis 2015. Die Zahlen stammen unter anderem aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) und von den Gewerbe- und Aufsichtsämtern.

Die wichtigsten Fakten:

  • Die Zahl der Überstunden sinkt seit 2010. Waren es 2010 noch 624.848.000 bezahlte und 614.984.00 unbezahlte Überstunden, so kamen 2015 "nur noch" 339.726.000 bezahlte und  493.849.000 unbezahlte zusammen. Das sind zumindest die Daten aus dem Mikrozensus, wobei die Angabe freiwillig ist. IAB-Zahlen liegen wesentlich höher.
  • Die Überstunden hätten im Jahr 2010 588.000 Vollzeitstellen bedeutet, im Jahr 2015 immer noch stattliche 397.000.
  • Der Anteil der Überstunden am gesamtwirtschaftlichen Arbeitszeitvolumen fiel von jeweils 1,1% im Jahr 2010 auf 0,6% bei den bezahlten und 0,9% bei den unbezahlten Überstunden in 2015.
  • Leistete ein Beschäftigter im Jahr 2010 noch 18,1 bezahlte und 17,8 unbezahlte Überstunden im Jahr, waren es 2015 noch 9,4 bezahlte und 13,7 unbezahlte.
  • Die Zahl der Betriebe, die flexible Arbeitszeiten anbieten, steigt kontinuierlich: Waren es im Jahr 2002 noch 21% der Betriebe, die ein solches Angebot machten, 2% die es planten und 77%, die es weder anboten noch planten, so war die Verteilung im Jahr 2015 hier 39%, 2% und 59%.
  • Immer mehr Menschen arbeiten an Wochenenden. 1995 waren es 18,8%, 2015 waren es 24,7%. Stiegen die Zahlen von 1995 bis 2010 deutlich, so stagnieren sie seitdem auf einem hohen Niveau. Dasselbe gilt für Sonn- und Feiertage (1995: 9,1%; 2015: 13,8%), Abendarbeit (1996: 15,6%; 2015: 24,4%) und Schichtarbeit (1995: 12,0%; 2015: 15,7%).
  • Weniger Schwankungen zeigt die Anzahl der Nachtarbeiter von 1995 (7,6%), über 2012 (9,2%) bis 2015 (9,1%).
  • Stark abgenommen hat die Zahl der Aufsichtsbeamten der Arbeitsschutzbehörden von 4.452 im Jahr 1995 auf 3.319 im Jahr 2015. Es gibt auch immer weniger Kontrollen zur Durchführung des Arbeitszeitgesetzes. 35.985 waren es im Jahr 2005 und 22.045 im Jahr 2015.

Weitere interessante Infos und nach Bundesländern, Geschlecht und Wirtschaftsbereichen aufgedröselte Statistiken finden Sie in der Antwort auf die Anfrage. Folgen Sie dem Link!


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