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Arbeitszeitreport 2016: Flexible Arbeitszeiten und ihre Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit

Von 48-Stunden-Wochen und zu wenig Mitbestimmung

Wer beim Wandel der Arbeitswelt mithalten will, kommt an flexiblen Arbeitszeiten nicht vorbei. Doch welches ist die beste Form der flexiblen Arbeitszeit? Und birgt flexible Arbeit auch Gefahren, von denen wir vielleicht noch nicht mal was ahnen? Mit ihrem Arbeitszeitreport 2016 gibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einen Einblick in die aktuelle Situation in deutschen Betrieben. Es geht um die Dauer und Lage von Arbeitszeiten und Ruhezeiten sowie um die Planbarkeit und Beeinflussbarkeit. Das soll eine Basis dafür sein, die offenen Fragen zu flexiblen Arbeitszeiten und deren Auswirkungen zu beantworten.

Für den Arbeitszeitreport 2016 wurden etwa 20.000 Beschäftigte in Deutschland zu ihrer Arbeitszeitrealität befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 80 % der Beschäftigten geben an, in der Regel wochentags zwischen 7 und 19 Uhr zu arbeiten.
  • 43 % arbeiten mindestens einmal pro Monat auch am Wochenende.
  • 8 % sind wegen regelmäßiger Rufbereitschaft auch außerhalb ihrer Arbeitszeit an ihre Arbeit gebunden.
  • 22 % sagen, dass ihr Arbeitsumfeld erwartet, dass sie im Privatleben für dienstliche Belange erreichbar sind.
  • 12 % der Beschäftigten werden häufig außerhalb der Arbeitszeit wegen dienstlicher Dinge kontaktiert – 23 % immerhin manchmal. Führungskräfte sind hiervon häufiger betroffen als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung. In Großbetrieben liegt der Anteil derer, die das Gefühl haben, ständig erreichbar sein zu müssen, unter dem Durchschnitt.
  • 38 % der Befragten haben selbst Einfluss darauf, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und wann sie sie beenden.
  • 44 % können auch mal ein paar Stunden freinehmen.
  • Mehr als jeder siebte Beschäftigte muss häufig, jeder vierte zumindest manchmal kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit hinnehmen.
  • Circa 7 % arbeiten auf Abruf.
  • 17 % der Beschäftigten arbeiten durchschnittlich 48 Stunden und mehr in der Woche – man spricht hier von überlangen Arbeitszeiten.
  • Ein Fünftel muss mit versetzten Arbeitszeiten oder Schichtsystemen klarkommen.
  • 42 % der Frauen, aber nur 7 % der Männer arbeiten in Teilzeit. Der größte Teil der Frauen nennt persönliche oder familiäre Verpflichtungen als Gründe. Die kürzeren Arbeitszeiten sind im Vergleich zu den Männern aber in allen Lebenssituationen zu beobachten.

Die BAuA stellt aufgrund der Datenlage eine enge Verknüpfung zwischen Arbeitszeit und Gesundheit her: Beschäftigte, die flexibel sein müssten, etwa wegen Arbeit auf Abruf, Rufbereitschaft oder kurzfristigen Arbeitszeit-Änderungen, schätzten ihr gesundheitliches Befinden tendenziell schlechter ein und seien unzufriedener mit ihrer Work-Life-Balance als andere Beschäftigte. Wenn Beschäftigte Einflussmöglichkeiten auf die Arbeitszeitgestaltung hätten und sich auf Planbarkeit und Vorhersehbarkeit der Arbeitszeit verlassen könnten, wirke sich das positiv auf ihre Gesundheit und die Work-Life Balance aus. Die BAuA definiert die Gestaltung der flexiblen Arbeitszeiten im Zusammenspiel mit betrieblichen Anforderungen einerseits und Belangen der Beschäftigten andererseits als eine der zentralen Stellschrauben für flexible und gesunde Arbeitszeitgestaltung.

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