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Regeln für die Arbeitssicherheit im Home-Office

Muss ich für die GBU den Arbeitgeber in die Wohnung lassen?

30 % der Beschäftigten in Deutschland arbeiten gelegentlich von zu Hause aus. 12 % sind häufig oder immer im Home-Office tätig. Dabei wünschen sich viele Beschäftigte, bequem von zu Hause aus arbeiten zu können: Schließlich kann man neben dem Job die Kinder im Auge haben und die nervige Fahrzeit zum Arbeitsplatz entfällt. Oft sind es aber mangelndes Vertrauen und mangelnde Sicherheit, die dafür sorgen, dass Führungskräfte die Arbeit im Home-Office nicht genehmigen. Und tatsächlich ist in Sachen Sicherheit und Arbeitsschutz die Lage nicht einfach: Was ist bei der Arbeit zu Hause tatsächlich ein Arbeitsunfall? Wie kann der Arbeitgeber dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz sicher gestaltet ist? Denn dafür ist er auch zuständig, wenn der Schreibtisch des Mitarbeiters zu Hause steht. Das Arbeitsschutzgesetz und die bald erscheinende Arbeitsstättenverordnung bilden die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen. Bisher war es die Bildschirmarbeitsverordnung, die die „Telearbeit“ regelte. Diese findet aber in die neue ArbStättV Eingang.


Gefährdungsbeurteilung auch im heimischen Büro nötig

Mögliche Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz müssen in einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Doch muss ich tatsächlich den Arbeitgeber in meine Wohnung lassen, wenn ich von zu Hause aus arbeite? Die Antwort des TÜV Rheinland ist klar: Um die Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, „benötigt entweder der Arbeitgeber, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Betriebsarzt ein Zutrittsrecht zur Wohnung des Arbeitnehmers.“

„Im Home-Office gelten die gleichen sicherheitstechnischen und ergonomischen Standards wie im Büro“, sagt Werner Lüth, Fachgebietsleiter für Arbeitssicherheit bei TÜV Rheinland. „Ein Notebook ist aus ergonomischer Sicht eher ungeeignet zum täglichen Arbeiten“, so der Experte. Ein externer Bildschirm und eine externe Tastatur müssen in diesem Fall vom Arbeitgeber bereitgestellt, Arbeitsmittel wie Drucker oder Aktenvernichter in geeigneten Intervallen geprüft und gewartet werden.


Übrigens: Möglich ist das Arbeitskonzept Home-Office dank der Digitalisierung und Vernetzung in immer mehr Berufen. Einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeit im Home-Office, wie etwa in den Niederlanden, gibt es in Deutschland nicht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheiden individuell nach Absprache, ob die Arbeit in den eigenen vier Wänden möglich ist.

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