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Neuartiges Asbest-Testlabor eröffnet

Auch Asbestmengen unter 1 % nachweisbar

In einem neuartigen Testlabor, das laut dem TÜV Rheinland eines der ersten dieser Art ist, können asbesthaltige Materialien nach der sogenannten "SBH-Methode" untersucht werden. "Das neu verfasste VDI-Regelwerk 3866 fordert diese Form der Bearbeitung von Materialproben seit Anfang des Jahres 2016", berichtet der TÜV Rheinland.

Die Materialprobe wird beim SBH-Verfahren auf 400 Grad Celsius erhitzt, um die organischen Bestandteile zu zerstören; danach wird sie in Salzsäure getunkt, um die organischen Bestandteile aufzulösen. So bleiben nur die Asbestfasern übrig. "Jede Probe muss bereits vor der Analyse mit dem Rasterelektronenmikroskop die neue Analysemethode durchlaufen", erklärt Dr. Jürgen Dartmann, Laborleiter bei TÜV Rheinland. Vorteil des Verfahrens seien, dass damit auch kleinere Mengen unter 1 % nachweisbar seien.

"Der Bedarf an Laboranalysen ist nach wie vor groß", berichtet der Fachmann über die immer noch enormen Gesundheitsgefahren bei der Arbeit besonders an Gebäuden, die Proben und Arbeitsschutz-Maßnahmen notwendig machen. 2012 starben immer noch etwa 1.500 Menschen in Deutschland an durch Asbest verursachten Krankheiten - das sind rund zwei Drittel aller Todesfälle durch Berufskrankheiten.

Asbest findet sich nicht nur in den bekannten gewellten Dachplatten, sondern auch in Fugenmassen, Klebern, Bodenbelägen und anderen Baumaterialien. Bei bestimmten  Baustoffen, die zwischen 1950 und Anfang der 1990er Jahre verbaut wurden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie asbesthaltig sind, sehr hoch. Als besonders problematisch beschreibt der TÜV die Produkte, die schwach gebundenen Asbest enthalten. Die Fasern könnten durch Erschütterung oder allein durch Alterung freigesetzt werden.