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Müdigkeit am Steuer=stark erhöhtes Unfallrisiko

DVR-Kampagne 'Vorsicht, Sekundenschlaf!' gestartet

Müdigkeit am Steuer erhöht das Unfallrisiko enorm – das gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch oder gerade für Berufskraftfahrer und andere, die für ihren Job viel hinterm Lenkrad sitzen.

Wer müde ist, hat Probleme die Spur zu halten, hat ein verzögertes Reaktionsvermögen und ist unaufmerksamer als Fahrer, die genug geschlafen haben. Die Symptome von Müdigkeit ähneln denen von Trunkenheit. Betrunken fahren wohl die wenigsten Menschen Auto - bei Übermüdung sieht die Sache aber ganz anders aus. So gaben 26 % der für eine Studie im Auftrag des DVR befragten 1.000 Autofahrer an, schon einmal am Steuer eingenickt zu sein – das ist jeder Vierte! 43 % meinen, den Zeitpunkt des Einschlafens sicher vorhersehen zu können, 45 % glauben, Müdigkeit durch ihre Erfahrung ausgleichen zu können, und 17 % fahren trotz Müdigkeit einfach weiter.

Das Einschlafen kann ab einem bestimmten Punkt aber weder durch reine Willenskraft noch durch Fahrerfahrung verhindert werden. Weil Müdigkeit am Steuer ein unterschätztes Phänomen zu sein scheint, hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Präventionskampagne „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer“ gestartet.

Die Kampagne soll aufklären: Darüber, wie gefährlich Fahren ist, wenn man zu müde ist, und darüber, was man präventiv und akut tun kann. Information ist hier das A und O. „Wer kurz einnickt, legt in drei Sekunden bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h über 80 Meter im Blindflug zurück. Trotzdem unterschätzen viele diese Gefahr, gerade bei längeren Fahrten“, so Staatssekretärin Dorothee Bär.

„Das beste Mittel gegen Müdigkeit am Steuer sind Pausen mit einem Kurzschlaf von 10 bis 20, maximal 30 Minuten oder Bewegung an der frischen Luft. Wer längere Fahrten vor sich hat, sollte daher genügend Pausen für einen Kurzschlaf oder Bewegung einplanen“, rät DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Pausen sollten grundsätzlich alle zwei Stunden und bei ersten Anzeichen von Müdigkeit wie etwa häufigem Gähnen, brennenden Augen oder dem klassischen Tunnelblick erfolgen.


Was ist Schlafmangel?

Eine aktuelle amerikanische Studie stellt ein signifikant erhöhtes Unfallrisiko für Personen fest, die in den vergangenen 24 Stunden weniger als 7 Stunden geschlafen haben oder die mindestens eine Stunde weniger geschlafen haben als sie sonst schlafen (unabhängig davon, wie viel sie sonst schlafen).

Wenn man von einer empfohlenen Schlafdauer von mindestens 7 Stunden ausgeht, erhöht sich die Unfallgefahr bei Personen, die nur zwischen 6 und 7 Stunden geschlafen haben, um das 1,3-fache; bei Personen, die 4 bis 5 Stunden geschlafen haben, um das 4,3-fache; bei weniger als 4 Stunden um das 11,5-fache. Wer innerhalb der letzten 24 Stunden weniger als 2 Stunden geschlafen hat, ist für die amerikanischen Forscher fahruntüchtig, wer 4 bis 5 Stunden geschlafen hat, ist stark beeinträchtigt. Das Unfallrisiko sei hier so hoch wie bei jemandem, der mehr Alkohol als gesetzlich erlaubt im Blut hat.