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Augenkrankheiten: Gefahren am Arbeitsplatz und Präventions-Tipps

Von Beleuchtung und Augengrippe

300.000 Augenverletzungen gibt es laut dem Bundesverband der Augenärzte in Deutschland jedes Jahr, 5 % davon haben schwerwiegende Auswirkungen. Oft lauern im Beruf besondere Risiken für die Augen: Seien es Splitter, Staub, Spritzer infektiöser oder ätzender Flüssigkeiten, Lichtblitze beim Schweißen oder einfach der stundenlange starre Blick auf den Monitor. Doch wie am besten mit diesen Gefahren umgehen? 


Das sind die Gefahren für die Augen

Generell sind Büroarbeitsplätze von gewerblichen oder industriellen Arbeitsplätzen zu unterscheiden. "Es ist sehr wichtig, in der Gefährdungsbeurteilung genau zu ermitteln, welche Schutzausrüstung mit welcher Schutzwirkung an einem Arbeitsplatz erforderlich ist", erklärt Werner Lüth, Arbeitssicherheits-Experte von TÜV Rheinland. Bevor Persönliche Schutzausrüstung (PSA), also etwa Schutzbrillen oder Visiere, eingesetzt wird, müssen alle technischen und organisatorischen Arbeitsschutz-Maßnahmen ausgeschöpft sein. Als Beispiel für technische Lösungen nennt der Fachmann den Einsatz von Schweißrobotern. Auch durch eine veränderte Organisation von Arbeitsabläufen können Gefährdungen reduziert werden, etwa wenn Staub aufwirbelnde Kehrmaschinen nur in den Pausenzeiten die Werkshallen reinigen.


Büroarbeitsplätze und Augenkrankheiten

Wer viel am Bildschirm arbeitet, hat oft gereizte und trockene Augen. In der Regel kommt das daher, dass Beschäftigte, die den ganzen Tag auf den Bildschirm starren, zu selten die Augenlider schließen. Jucken, Brennen, Fremdkörpergefühl und erhöhte Lichtempfindlichkeit sind die Folgen. "Abhilfe schaffen dann bewusste Sehpausen, bei denen der Blick in die Ferne gerichtet ist und ein regelmäßiger Lidschlag für eine gute Verteilung des Tränenfilms auf dem Auge sorgt", empfiehlt Dr. Wiete Schramm, Arbeitsmedizinerin des TÜV Rheinland. Weitere Gründe für diese Symptome können sein:

  • eine nachlassende Tränenproduktion im Alter
  • internistische Erkrankungen wie Diabetes
  • ständiger Luftzug durch eine Klimaanlage oder das Gebläse im Auto. Hier sollte der Luftstrom nicht direkt auf Gesicht und Augen gerichtet sein.


Richtige Beleuchtung für gutes Sehen und gesunde Augen

Auch die richtige Beleuchtung am Arbeitsplatz – in der Regel mit einer Kombination aus direktem und indirektem Licht – ist elementar für gesunde Augen und gutes Sehen. Das indirekte Licht sollte von der Decke oder den Wänden reflektiert werden. Die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz sollte bei 500 Lux liegen, im Umgebungsbereich bei mindestens 300 Lux. Die Beleuchtungsstärke Lux gibt an, wie hell das Licht auf der Arbeitsfläche erscheint. Dies hängt nicht nur von der Leistung und der Art des Leuchtmittels, sondern auch von der Entfernung der Lichtquelle zur Arbeitsfläche ab. Damit Sie sich unter der Helligkeit der Lux-Werte etwas vorstellen können, hilt dieser Vergleich: Licht bei dunklen Gewitterwolken entspricht circa 1.000 Lux.

Für Arbeitsplätze von älteren Arbeitnehmern kann eine höhere Beleuchtungsstärke von 750 bis 1.000 Lux sinnvoll sein, um ein ermüdungsfreies Lesen zu ermöglichen, auch wenn die Sehkraft schwächer ist. Eine individuelle Arbeitsplatzleuchte sollten Beschäftigte aller Altersklassen haben, um die Beleuchtung passend für die persönlichen Bedürfnisse einzustellen.

Damit ein entspanntes Sehen möglich ist, sollten Möbel so ausgewählt werden, dass Reflexionen vermieden werden: Oberflächen sollten matt und nicht reflektierend sein. Auch die Wahl entsprechender Wandfarben kann Belastungen reduzieren. Lüth erklärt: "Die Verwendung von verschiedenen Lichtfarben in einem Raum strengt die Augen an. Für die Arbeit am Bildschirm ist neutralweißes oder tageslichtweißes Licht am besten geeignet. Warmweißes Licht mit seinem höheren Anteil an Rot- und Gelbtönen wirkt entspannend und ist für Wohnräume beliebt."


Augen-Infektionen vorbeugen

Auch Infektionen des Auges können Beschäftigten zu schaffen machen, so zum Beispiel die Augengrippe (Keratoconjunktivitis epidemica), die durch die sehr widerstandsfähigen Adenoviren ausgelöst wird. Die Viren können tagelang außerhalb des menschlichen Körpers überleben und werden durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen. Bei der Augengrippe handelt es sich um eine besonders ansteckende Form der Bindehautentzündung, die meldepflichtig ist. Nach fünf bis zwölf Tagen Inkubationszeit haben Betroffene ein starkes Fremdkörpergefühl an einem oder beiden Augen. Dazu können Juckreiz, Brennen, Rötungen, Lidschwellungen und ein starker Tränenfluss auftreten. Zwei Wochen können die Symptome anhalten. Da es keine Therapie gibt, sind Hygienemaßnahmen und Prävention besonders wichtig.

Ein grundlegender Tipp von Dr. Schramm: "Wenn die Augen verletzt sind, immer einen Augenarzt aufsuchen. Denn es kann zu Infektionen am Auge kommen, wenn Fremdkörper nicht fachgerecht entfernt oder Verletzungen nicht richtig versorgt werden."

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