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2016: Rekord bei Fehltagen wegen psychischer Erkrankungen

Psyche verursacht bei Frauen die meisten Fehltage

Neuer, trauriger Rekord: Die DAK vermeldet in ihrer Krankenstands-Analyse 2016 so viele Ausfalltage im Job wegen psychischer Erkrankungen wie noch nie zuvor: Seelenleiden schlugen mit rund 246 Fehltagen je 100 Versicherten zu Buche. Eine Verdreifachung in den letzten 20 Jahren! Bei Frauen waren psychische Erkrankungen erstmals sogar Grund für die meisten Fehltage! Die Angaben basieren auf Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten.

311 Tage je 100 Versicherten fehlten Frauen wegen psychischer Erkrankungen, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) mit 308 Fehltagen. Das weibliche Geschlecht fehlte damit wegen der Psyche 60 % mehr als Männer (191 Fehltage je 100 Versicherte). Bei Männern waren es nach wie vor die MSE, die die meisten Fehltage verursachten (329/100 Versicherte).

Unter den psychischen Erkrankungen insgesamt gab es die meisten Fehltage wegen:

  • Depressionen mit 114,4 Fehltagen je 100 Versicherte
  • Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen mit 45,5 Tagen
  • Burn-out stagnierte bei 4,3 Tagen. Hier ist seit Jahren ein Rückgang zu verzeichnen: 2010 hatte der Burn-out mit 10,2 Tagen je 100 Versicherte seinen Höchststand.


Weniger Krankschreibungen, dafür länger

Insgesamt sank der Krankenstand von 4,1 auf 3,9 %. Mehr als die Hälfte aller Fehltage 2016 lässt sich auf diese drei Krankheitsarten zurückführen:

  • Rückenleiden/MSE: 22 %
  • Psychische Erkrankungen: 17 %
  • Atemwegserkrankungen, Schnupfen & Co.: 15 %

Die Anzahl der Krankheitsfälle, die psychisch bedingt waren, sank allerdings leicht, was bedeutet: Es waren weniger Menschen wegen psychischer Erkrankungen krank geschrieben. Die Krankschreibungen, die es deswegen gab, dauerten aber länger, nämlich im Durchschnitt 38 Tage (2015: 35 Tage). Im Gesamtdurchschnitt dauerte eine Krankschreibung im Jahr 2016 12,9 Tage – 0,8 Tage länger als 2015.


Wieder höherer Krankenstand im Osten

Wie bereits 2015 lag der Krankenstand im Osten Deutschlands mit 4,9 % höher als im Westen (3,8 %). Konkret: Im Osten gab es 28 % mehr Ausfalltage als im Westen (Ost: 1.784 Fehltage pro 100 Versicherte/West: 1390 Fehltage pro 100 Versicherte).

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