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Atemschutzgeräteträger mit Bart?

Eindeutige Position der HFUK Nord

Gerade erst hat Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar in Bad Hersfeld für Furore gesorgt, als sie die Feuerwehrmänner dazu aufrief, sich ihre "Hipsterbärte" abzurasieren. Der Grund: Undichte Atemschutzgeräte wegen Bartwuchs. Auch die Feuerwehr-Unfallkasse für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HFUK Nord) bezieht hier eindeutig Position: In der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 "Atemschutz" steht: "Einsatzkräfte mit Bart oder Koteletten im Bereich der Dichtlinie von Atemanschlüssen sind für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet." Dasselbe gilt übrigens für Einsatzkräfte, "bei denen aufgrund von Kopfform, tiefen Narben oder dergleichen kein ausreichender Maskendichtsitz erreicht werden kann oder wenn Körperschmuck den Dichtsitz, die sichere Funktion des Atemanschlusses gefährdet oder beim An- bzw. Ablegen des Atemanschlusses zu Verletzungen führen können (zum Beispiel Ohrschmuck)."

Aber ab wann ist ein Bart denn nun ein Bart? Eine einheitliche Antwort auf diese Frage gibt es wohl nicht, denn bei dem einen wächst der Bart stärker als beim anderen; genauso sind die verschiedenen Atemschutzgeräte unterschiedlich tolerant, was ihre Dichtheit angeht. Fakt ist: Ein Bart ist ein Risikofaktor, was den Einsatz von Atemschutzgeräten angeht. "Es kann ein Bartwuchs bereits nach 24 Stunden im Dichtlinienbereich zu Undichtigkeiten führen oder auch schon früher. Daher gibt es keine Abschwächungen oder Ausnahmen, auch ein Drei-Tage-Bart gilt als Bart", so die HFUK Nord, die auch an die Eigenverantwortung der Atemschutzgeräteträger appelliert: Bei einem Einsatz mitten in der Nacht sei es für einen Gruppenführer wohl eher schwierig, den Stand des Bartwuchses der Besatzung zu beurteilen. Hier käme es auch auf die eigene Einschätzung an, sich zum Atemschutzeinsatz zu melden.

Einheitliche Regelungen seien sinnvoll, zum Beispiel die Ablehnung von Atemschutzgeräteträgern, die mit einem Drei-Tage-Bart in eine Atemschutzübungsanlage zur Atemschutzwiederholungsübung gehen wollten. "Generell sollten sich Feuerwehrangehörige mit stärkerem Bartwuchs einmal täglich rasieren, um diesen Zweifeln aus dem Weg zu gehen. In den Atemschutzübungsstrecken können für die Feuerwehrangehörigen, die vor der Übung nicht die Zeit fanden, den Bartwuchs einzudämmen, Einmalrasierer zur Verfügung gestellt werden. 'Unbelehrbare' Feuerwehrangehörige sind gegebenenfalls von der Übung (bzw. auch vom Einsatz!) auszuschließen."