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Elektrotechnische Betriebsmittel - wer darf was prüfen?

VEFK, EFKffT, EFK oder EuP - das ist hier die Frage

Mal eben schnell ein defektes Kabel neu isolieren oder quasi im Vorbeigehen eine Sicherung austauschen – der TÜV Nord weist darauf hin, dass elektrotechnische Aufgaben in Betrieben häufig von Mitarbeitern erledigt werden, die das gar nicht dürfen, weil sie dafür nicht qualifiziert sind. Gerd Lehmann, Elektromeister im Handwerk und Referent der TÜV NORD Akademie erklärt, wer welche elektrotechnischen Betriebsmittel in Unternehmen errichten, ändern oder prüfen darf, wer die Verantwortung trägt und welche Qualifikationen zur Instandhaltung von elektrotechnischen Anlagen und Betriebsmitteln notwendig sind.

Unternehmer müssen laut Arbeitsschutzgesetz sicherstellen, dass Mitarbeiter für die ihnen übertragenen Aufgaben ausreichend befähigt sind – natürlich gilt das auch für die elektrotechnischen. Die Normen VDE 1000-10, in der die elektrotechnischen Qualifikationen definiert werden, und die VDE 0105-100, in der festgehalten ist, mit welcher Qualifikation welche Arbeiten an elektrischen Anlagen ausgeführt werden dürfen, sind hier die Basis. „Noch immer müssen sich viele Arbeitgeber nach einem elektrotechnischen Unfall vor Gericht verantworten, weil ein Organisationsverschulden vorliegt. Oft wird versäumt zu prüfen, ob der Mitarbeiter überhaupt ausreichend qualifiziert ist für die Tätigkeit“, erklärt Lehmann. „Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das Bewusstsein für die unterschiedlichen Befugnisbereiche nicht vorhanden.“


Aufgabe beurteilen - richtig qualifizierte Mitarbeiter einsetzen

Bevor Aufgaben im elektrotechnischen Bereich zugewiesen werden, müssen Art und Schwierigkeit des To-dos beurteilt werden. Das ist Grundlage dafür, einen entsprechend qualifizierten Mitarbeiter auszuwählen. Lehmann: „Die Einschätzung darüber, wer welche Arbeiten ausüben darf – ob eine Elektrofachkraft ran muss oder auch eine Elektrotechnisch unterwiesene Person qualifiziert wäre – ist für einige Unternehmer nur schwer zu fällen.“

Folgende elektrotechnische Tätigkeitsfelder werden unterschieden:

  • Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK): In der Industrie muss eine VEFK ein Techniker, Meister, Ingenieur, Bachelor oder Master der Elektrotechnik sein. Sie spielt eine zentrale Rolle für die Organisation der elektrotechnischen Bereiche eines Unternehmens. Ihre Aufgaben sind zum Beispiel das Erstellen von Betriebs- und Arbeitsanweisungen, das Sicherstellen des ordnungsgemäßen Zustands elektrischer Maschinen, Anlagen und Betriebsmittel oder die Unterweisung und Belehrung von Mitarbeitern. Die VEFK ist in der Regel fachlicher Vorgesetzter weiterer Elektrofachkräfte. Sie muss nicht im Unternehmen angestellt sein – gerade für kleinere Unternehmen kann es sich lohnen, eine externe VEFK zu bestellen.
  • Elektrofachkraft (EFK): Eine Elektrofachkraft wird bei der Planung, der Installation und Prüfung elektrotechnischer Betriebsmittel tätig und sollte potenzielle Gefahren erkennen. Die Qualifikation kann nur in spezialisierten Bereichen erworben werden, etwa in der Ferntechnik, Schaltberechtigung oder Motorschaltung. Eine EFK hat in der Regel eine Ausbildung im elektrotechnischen Bereich. Es dürfen sich aber auch Personen zu einer EFK fortbilden, die zwar keine Ausbildung im elektrotechnischen Bereich absolviert haben, aber seit mindestens zwei Jahren in einem arbeiten, wie beispielsweise in der Ferntechnik, erwähnt Lehmann ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts.
  • Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP): Die EuP übernimmt Aufgaben, die ihr von der Elektrofachkraft übertragen wurden und für die sie geschult ist. Dazu können der Austausch von Leuchtmitteln sowie Mess- und Prüfarbeiten gehören. Die EuP führt ihre Aufgaben unter der Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft durch. Diese muss dabei aber nicht die ganze Zeit anwesend sein, sie muss die Arbeiten nur in angemessenen Zeitabständen kontrollieren. Zusammen mit einer befähigten Person (EFK) bildet die EuP bei der Prüfung von elektrotechnischen Betriebsmitteln ein Prüfteam und übernimmt so nur eine Teilverantwortung.
  • Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT oder EFT): Eine EFKffT besitzt eine zusätzliche Qualifikation in Theorie und Praxis inklusive Abschlussprüfung in einem Teilbereich der Elektrotechnik. Die EFKffT kann Aufgaben aus dem festgelegten Tätigkeitsfeld ihrer Zusatzqualifikation übernehmen. Dies gilt auch für Berufe außerhalb der Elektrotechnik, wie etwa eine Fachkraft für Kücheneinbauten, die durch ihre Qualifikation einen Elektroherd anschließen kann.

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