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Die vielen negativen Auswirkungen von Jobunsicherheit

"Österreichischer Arbeitsklima Index" zeigt die negativen Folgen der Angst um den Arbeitsplatz auf

Die Angst vor einem Jobverlust wirkt sich enorm auf Beschäftigte aus: Ein erhöhtes Diabetes-Risiko und besonders lang nachwirkende psychische Belastungen sind nur zwei der Faktoren, die nachgewiesen werden konnten. Jetzt bestätigt der Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH auf seiner Webseite „Gesunde Arbeit“ die Gesundheitsgefahren – und berichtet von weiteren ernsthaften Folgen von Arbeitsunsicherheit. Er bezieht sich dabei auf Zahlen aus dem „Österreichischen Arbeitsklima Index“ der Arbeiterkammer Oberösterreich.


Auswirkungen auf die Gesundheit

Wer Angst um seinen Arbeitsplatz habe, leide eher an psychischen Erkrankungen. Langzeitstudien zeigten, dass der Wechsel von unsicheren in sichere Arbeitsverhältnisse den Gesundheitszustand deutlich verbessere.


Unzufriedenheit

Je unsicherer Beschäftigte in ihren Jobs seien, desto unzufriedener seien sie. Sinnverlust, Anerkennungsdefizit und Planungsunsicherheit führten bei 55 % der Beschäftigten in unsicheren Arbeitsverhältnissen dazu, dass sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlten. Bei Beschäftigten mit einigermaßen sicheren Arbeitsplätzen seien nur 23 % unzufrieden. Nur 40 % der unsicher Beschäftigten seien mit ihren Rechten zufrieden. Bei Personen, die sichere Arbeitsplätze innehätten, liege dieser Wert bei 76 %. Nur 31 % mit unsicheren Jobs empfänden ihr Gehalt als zufriedenstellend.


Qualitätsunterschiede

Beschäftigte in unsicheren Leiharbeitsjobs hätten deutlich schlechtere Arbeitsbedingungen als die Stammbelegschaft. Angebotene Sozialleistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten unterschieden sich bei den Festangestellten und den Beschäftigten in unsicheren Arbeitsformen auch innerhalb eines Betriebs enorm.

Auch die Arbeitsqualität leide: 26 % der Beschäftigten mit einem unsicheren Job fühlten sich ausgelaugt; bei den Beschäftigten in sicherer Position nur 12 %. Nur 31 % der Beschäftigten mit Jobängsten hatten Spaß an ihrer Arbeit.


Ängste ernst nehmen, Ängste nehmen

Autorin Patricia Mayrhofer von der AK Oberösterreich erklärt in ihrem Beitrag: „Sorgen und Ängste der Beschäftigten müssen ernst genommen werden. Gerade in Unternehmen mit großen Veränderungsprozessen sind die Ängste und Unsicherheiten enorm hoch." Bei Umstrukturierungen sei klare und transparente Kommunikation wichtig. Ausreichende Ressourcen, Mitwirkungsmöglichkeiten und passende Aus- und Weiterbildung könnten die psychische Gesundheit der Personen in unsicheren Arbeitsverhältnissen verbessern.