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BGW-Analysebogen für Nadelstichverletzungen jetzt auch für mobile Endgeräte

Unfälle mit Fremdblut dokumentieren, analysieren, draus lernen

Nadelstichverletzungen im pflegerischen Berufsalltag müssen nach der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege" im Betrieb anonymisiert für die Gefährdungsbeurteilung dokumentiert und ausgewertet werden. Der Online-Analysebogen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zu Arbeitsunfällen mit Blutkontakt hilft dabei – und er ist jetzt auch für mobile Endgeräte verfügbar! Praktisch: Machen Sie Angaben zum Unfall jetzt direkt auf dem Smartphone oder auf dem Tablet!


Nadelstichverletzungen analysieren, Arbeitsschutz-Maßnahmen finden

Zu Nadelstichverletzungen zählen jegliche Stich-, Schnitt- und Kratzverletzungen der Haut durch stechende oder schneidende Instrumente, die mit fremdem Blut oder anderer fremder Körperflüssigkeit verunreinigt sind.

Die Dokumentation und Analyse solcher Unfälle helfen nicht nur im eigenen Betrieb. Die BGW nutzt die anonymisierten Daten für die Präventionsforschung. "Wer den Fragebogen nach einem Arbeitsunfall mit Blutkontakt ausfüllt, trägt also auch dazu bei, dass wir bestmöglich zur Vorbeugung beraten können", erklärt Dr. Johanna Stranzinger, die das Forschungsprojekt bei der BGW leitet.

Der Online-Analysebogen der BGW sollte immer ausgefüllt werden, wenn es zu einem Arbeitsunfall mit Blutkontakt gekommen ist: also bei Stich- und Schnittverletzungen oder wenn Fremdblut ins Auge, auf Schleimhäute oder in offene Wunden gelangt ist. Gefragt wird in dem Bogen nach der ausgeübten Tätigkeit, der Arbeitsdauer und Pausen, dem verwendeten Instrument, der Ursache der Verletzung und Schutzmaßnahmen zur Verhinderung weiterer Unfälle. Alles anonymisiert, natürlich. "Ein Rückschluss auf persönliche Daten ist nicht möglich", betont Stranzinger. Um Betroffene für die Nutzung des Analysebogens zu motivieren, fügt die Arbeitsmedizinerin hinzu: "Der Aufwand ist gering, der Nutzen für den Arbeitsschutz im gesamten Gesundheitsdienst groß."


Erste Analysen zeigen breites Fall- und Ursachenspektrum

Eine aktuelle Auswertung von etwa 300 Analysebögen aus verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes hat erste Ergebnisse gebracht: Unfälle mit Blutkontakt ereigneten sich zwar bei diversen Tätigkeiten, als Schwerpunkte zeichneten sich aber zwei Bereiche ab: 35 % der analysierten Fälle ereigneten sich bei invasiven Tätigkeiten wie etwa Blutentnahmen, Injektionen und Insulingaben. Die Entsorgung einschließlich Aufräumen, Müllentsorgung und Bettenaufbereitung war bei 32 % Prozent der analysierten Fälle die ausschlaggebende Unfallsituation.

"Als Unfallursachen wurden besonders häufig Bewegungen von Patientinnen und Patienten, sowie eigene Unachtsamkeit genannt", berichtet Stranzinger, "gefolgt von Problemen mit dem Abwurfbehälter sowie Stress und Zeitdruck." Die Auswertung habe außerdem bestätigt, dass es auch beim Einsatz von Sicherheitsgeräten auf den richtigen Umgang mit dem jeweiligen Gerät ankomme – einschließlich der sicheren Entsorgung.

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