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Jetzt schon an den Hautschutz denken!

Nützliche Tipps für die Arbeit im Freien

Die Sonne lässt zwar noch auf sich warten, aber dafür, das Bewusstsein für die Gefahren durch UV-Strahlung bei der Arbeit im Freien zu schärfen, ist es nie zu früh. Denn: Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen bei noch niedriger Temperatur sind besonders tückisch – schon jetzt kann ein längerer Aufenthalt im Freien einen Sonnenbrand verursachen. Dass die Langzeitfolgen von zu viel Sonne gravierend sein können – bis hin zu Hautkrebs – sollte niemanden mehr überraschen. Dr. med. Florian Struwe von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) hat nützliche Tipps gesammelt, wie Sie auch bei der Arbeit unter freiem Himmel ein Zuviel an UV-Strahlung vermeiden.


Empfindlichkeit je nach Hauttyp

In Mitteleuropa gibt es vier Hauttypen: Personen mit weißer Haut und roten oder hellblonden Haaren gehören zum Typ I, Menschen mit dunklen Haaren, braunen Augen und hellbrauner Haut entsprechen dem Typ IV. „Bei direkter Sonneneinwirkung kann es beim Hauttyp I schon nach etwa 15 Minuten zum Sonnenbrand kommen. Beim Hauttyp IV können es bis zu 45 Minuten sein“, erklärt Dr. Struwe. Für alle Menschen gilt: Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Zu viel Sonne lässt außerdem die Haut früher altern.

Erste Schritte in Sachen Sonnenschutz für den Arbeitsplatz sind: Der Arbeitgeber muss eine Gefährdungsbeurteilung durchführen; Beschäftigte müssen über die Gefahren von UV-Strahlung und zu viel Hitze unterwiesen werden.


Die BGHM hat die wichtigsten Fragen zum Thema und Antworten von Dr. Struwe für Sie zusammengefasst:


Muss das „TOP“-Prinzip angewendet werden?

Ja. Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen haben, wenn sie möglich sind, Vorrang vor persönlichen Schutzmaßnahmen. Noch besser ist es, sich hoher UV-Strahlung – etwa zur Mittagszeit – gar nicht auszusetzen.


Was sollte eine Unterweisung zum Thema „Sonnenstrahlung“ beinhalten?

Die Beschäftigten müssen darin auf die Gefährdungen und die passenden Schutzmaßnahmen hingewiesen werden und darauf, welche arbeitsmedizinische Vorsorge durchgeführt wird. Viele wissen nicht, dass UV-Strahlung langfristig die Haut altern lässt oder auch Hautkrebs verursachen kann.

Auch dass Sonnenstrahlung und die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen kann, sollte Thema der Unterweisung sein. „Hier ist ärztlicher Sachverstand einzubeziehen“, so der Experte von der Berufsgenossenschaft.


Wann sollen technische Schutzmaßnahmen eingesetzt werden?

Technische Schutzmaßnahmen sollten von März bis September bei einem täglichen Aufenthalt von mindestens einer Stunde zwischen 11 und 15 Uhr eingesetzt werden. Auf der Webseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erfahren Sie, wie hoch der UV-Index ist, der die sonnenbrandwirksame solare Bestrahlungsstärke des Tages vorhersagt. Der Index reicht vom Wert 1 (geringe Gefährdung) bis zum Wert 11 (extreme Gefährdung). Dr. Struwe betont: „Schon im März oder Anfang April können hohe UVI-Werte eintreten. Schutzmaßnahmen, wie ein Sonnenschirm oder ähnliche Abdeckungen sollten nicht erst im Hochsommer mit hohen Temperaturen zum Einsatz kommen.“


Welche technischen Schutzmaßnahmen gibt es?

Es gibt viele technische Schutzmaßnahmen vor Sonnenstrahlung, deswegen hier nur einige Beispiele: An stationären Arbeitsplätzen können Kabinen für Aufsichts-, Verkaufstätigkeiten (Parkplatz, Schwimmbad, Marktstand, etc.) sinnvoll sein. Der Einsatz von Sonnenschirmen oder Sonnensegeln hat sich an mobilen Arbeitsplätzen bewährt. Auch in Fahrerkabinen können Beschäftigte Schutz vor der Sonne suchen.


Übrigens: Achten Sie beim Kauf von Schirmen oder Segeln und anderen Textilien, die vor Sonne schützen, auf ein Textilsiegel wie etwa den UV-Standard 801. Außerdem wird die volle Schutzwirkung nur direkt unter dem Schirmstoff im sogenannten „Kernschatten“ erreicht. Zu den Rändern hin wird der Schutz immer schwächer. Groß genug sollten Schirme und Segel also sein, um bei jedem Sonnenstand ausreichend Schutz vor der UV-Strahlung zu bieten.


Welche organisatorischen Schutzmaßnahmen gibt es?

Angepasste Arbeitsplanung, flexibler Arbeitsbeginn, Tätigkeitswechsel, rotierende Arbeitsaufgaben, Schichtplanung oder Pausengestaltung fallen in den Bereich der organisatorischen Schutzmaßnahmen. Die Zeit, die Beschäftigte jeden Tag der UV-Strahlung ausgesetzt sind, sollte durch geschickte Arbeitsplanung so weit wie möglich reduziert werden. Um die Mittagszeit sollten Beschäftigte zum Beispiel im Innenraum arbeiten, während der Arbeitspausen sollten sie sich im Schatten aufhalten.


Warum ist ein früher Arbeitsbeginn eine wichtige organisatorische Schutzmaßnahme?

Die Intensität der UV-Strahlung ist in den Morgen- und in den Abendstunden deutlich geringer als in der Mittagszeit. Natürlich ist gerade im Sommer die Temperatur morgens wesentlich angenehmer. Das Temperaturmaximum wird erst nach dem Sonnenhöchststand erreicht.

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