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Homeoffice: stressiger und krankmachender als Arbeit im externen Büro

Besonders mobile workers sind gefährdet

Homeoffice oder das Arbeiten von unterwegs ist der Traum vieler Büroarbeiter. 2015 waren aber nur 12 % der Beschäftigten in Deutschland ständig im heimischen Büro tätig, 30 % immerhin gelegentlich. In der EU arbeiten im Durchschnitt etwa 17 % der Beschäftigten zu Hause oder mobil. Doch wie wirkt es sich aus, wenn Menschen von zu Hause aus oder von unterwegs arbeiten? Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat es untersucht und für 15 Länder, darunter Deutschland, einen Vergleich erstellt. Neben den Vorteilen (bessere Work-Life-Balance, kein stressiges Pendeln, höhere Produktivität, bessere Inklusion von Menschen mit Behinderung) von Homeoffice und mobile work hat die ILO auch einige handfeste Nachteile gefunden. Alle Ergebnisse finden Sie in der Studie "Working Anytime, Anywhere: The Effects on the World of Work". Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengefasst.


Die negativen Effekte sind ganz klar:

  • Mehrarbeit/Überstunden
  • fehlende Abgrenzung von bezahlter Arbeit zu Privatleben
  • höherer Stresslevel durch Arbeitsverdichtung

Die Studie unterscheidet dabei aber ganz deutlich zwischen Homeoffice und hochgradig mobiler Arbeit: "'high-mobile' workers are more at risk of negative health and well-being outcomes" - mobilen Tausendsassas geht es also schlechter als den Beschäftigten im Homeoffice, besonders was die Arbeitsplatz-Ergonomie und psychische Fehlbelastungen angeht.

Die Aussage, dass Homeoffice oder mobile Arbeit generell besser seien als Arbeit im externen Büro, ist falsch. Die ILO bezeichnet die Effekte, die Homeoffice oder mobile Arbeit haben können als vieldeutig und oft sogar widersprüchlich.

Übrigens: Frauen, die mobil oder zu Hause arbeiten, arbeiten nicht so lang wie Männer. Frauen in mobile work oder im Homeoffice berichten öfter von einer besseren Work-Life-Balance als Männer.